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Menzingen und Oberägeri zittern um Poststelle
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Die Zuger Hauptpost am Postplatz im Sommer 2015. Seit Ende November ist das Gebäude zu und leer. Ein postalisches Minimalangebot wird in der Brieffachanlage aufrechterhalten. (Bild: mbe.)

Post setzt ab 2020 im Kanton Zug den Rotstift an Menzingen und Oberägeri zittern um Poststelle

3 min Lesezeit 31.05.2017, 11:39 Uhr

Die Schweizerische Post hat bekannt gegeben, wie sie sich das Postnetz im Kanton Zug in Zukunft vorstellt. Fazit: Bis Ende 2019 ändert sich wenig, ab 2020 ist aber vieles wieder offen. Zwei Berggemeinden haben vielleicht bald keine Post mehr. Und auch die Hauptpost Zug steht wieder zur Debatte.

Auf den ersten Blick ändert sich wenig, wenn man die Medienmitteilung der Post liest. Sie gab am Mittwoch nach Gesprächen mit Kantonsvertretern die Eckwerte des Postnetzes im Kanton Zug bekannt.

Auf den ersten Blick Verbesserung

Im Kanton Zug gibt es im Jahr 2020 danach 17 eigenbetriebene Postfilialen und Partnerfilialen. Das sind gleich viele wie heute. Dazu kommen drei Hausservices (ebenfalls gleich). Die Geschäftskundenstellen bleiben mit 4 gleich, dafür gibt es mehr Aufgabe- und Abholstellen (heute 4, ab 2020 5 bis 10) und My Post 24-Automaten baut ebenfalls aus (heute 2, ab 2020 5 bis 8). Total kommt die Post so auf 33 bis 42 Zugangsmöglichkeiten (heute 30). Auf den ersten Blick also eine Verbesserung.

Allerdings ist ein «Aber» zuzufügen. Denn die Situation gilt nur bis 2020. «Im Kanton Zug garantiert die Post für 8 Poststellen, dass sie bis mindestens im Jahr 2020 bestehen bleiben», heisst es weiter. Bis dann sind die Hauptpoststellen der Gemeinden Baar, Cham, Hünenberg, Rotkreuz, Steinhausen und Unterägeri, Zug Laubenhof und Zug Herti «garantiert».

Und was geschieht danach?

Laut Markus Flückiger, Kommunikationsverantwortlicher Postnetz Mitte, ist noch offen, was nach 2020 passiert. «Wir werden Ende 2019 Bilanz ziehen», sagt Flückiger auf Anfrage. Die Post werde die wirtschaftlichen und personellen Indikatoren prüfen und das weitere Vorgehen festlegen.

Drei Poststellen in Frage gestellt

Unter dem Begriff «Filiale zu überprüfen» fällt die Post von Menzingen, Oberägeri und Zug 1 (die ehemalige Hauptpost). «Den Prozess zur Zukunft der drei weiteren, nicht garantierten Poststellen wird die Post in einer sorgfältigen Einzelfallprüfung angehen oder weiterverfolgen», schreibt die Post. «Sie tut dies im Dialog mit den Gemeindevertretern von Menzingen, Oberägeri und Zug, genauso wie sie die Bevölkerung vor Ort orientieren wird.»

Die Liste der Post im Kanton Zug.

Die Liste der Post im Kanton Zug.

(Bild: Post)

Was sagen Vertreter der betroffenen Gemeinden?

«Wir sind mit der Post im Gespräch», sagt die Menzinger Gemeindeschreiberin Petra Poletti auf Anfrage. «Natürlich sind wir daran interessiert, dass die Poststelle erhalten bleibt und wir für unsere Bevölkerung eine gute Lösung finden.» Mehr könne sie noch nicht sagen dazu, die Kommunikation laufe über die Post.

Pius Meier, Gemeindepräsident von Oberägeri, sagt auf Anfrage: «Die Poststelle Oberägeri ist für die Dorfbevölkerung sehr wichtig. Wir setzen uns deshalb mit allen uns zu Verfügung stehenden Mitteln für den Erhalt der Poststelle ein. Erste Gespräche mit Verantwortlichen der Post werden nach den Sommerferien 2017 stattfinden.»

Gemischte Nutzung in Ex-Hauptpost Zug

Auch die Poststelle Zug 1 – das ist die ehemalige Hauptpost Zug – wird überprüft. Sie ist bekanntlich seit November 2015 grösstenteils geschlossen und steht leer. Momentan wird ein Minimalangebot als Übergangslösung aufrecht erhalten. Nach 2020 ist auch dieses in Frage gestellt.

Zur Frage der Nutzung des prominenten Gebäudes erklärt Flückiger, die Post sei noch daran, die Nutzung zu definieren. Sie erarbeite dazu ein Nutzungskonzept – das sagt sie übrigens seit Ende 2015.

«Die Nutzung soll den wirtschaftlichen und politischen Interessen Rechnung tragen», sagt Flückiger.  Vorgesehen sei eine gemischte Nutzung. Im Erdgeschoss ist «eine publikumsorientierte Nutzung» vorgesehen. In den oberen Stockwerken seien verschiedene Nutzungen denkbar. «Ein Verkauf des Gebäudes steht für die Post aber nicht zur Diskussion», so der Postsprecher.

 

Das Angebot auf einen Blick.

Das Angebot der Post im Kanton Zug auf einen Blick.

(Bild: Post)

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