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Dieses Bild wird man in der Schweiz noch ein paar Wochen antreffen (Symbolbild). (Bild: bic)

Weil finanzielle Hilfe auf sich warten lässt Luzerner Beizer ist stinkhässig auf Schweizer Gastropräsident

3 min Lesezeit 2 Kommentare 20.03.2021, 13:32 Uhr

Ein Wirt aus Luzern fühlt sich von seiner Ausgleichskasse im Stich gelassen. Weil der in der Öffentlichtkeit aktuell omnipräsente und lautstarke Präsident von Gastro-Suisse dort ebenfalls im engsten Führungsgremium sitzt, fordert der Beizer diesen auf, auch intern Druck und vorwärts zu machen.

Es durfte zwar erwartet werden, doch der Entscheid des Bundesrates vom Freitag, wonach auch die Terrassen der Restaurants weiterhin geschlossen bleiben müssen, hat in der Gastrolandschaft zu einigem Frust geführt. Ein Luzerner Wirt ist aber nicht nur sauer auf die Regierung, sondern genauso auf Casimir Platzer, den Präsidenten des schweizerischen Gastro-Verbandes.

Konkret enerviert er sich über einen Brief der Ausgleichskasse der Branche, der dem Portal lu-wahlen.ch vorliegt. Platzer ist Stiftungsratspräsident der Ausgleichskasse der Branche «Gastro Social». «Herr Platzer (…) täte gut daran, nach innen›  (also gegenüber Gastrosocial) so tüchtig und laut und deutlich auszurufen wie nach aussen, also gegenüber dem Bundesrat, schreibt der Beizer aus Luzern, der nicht mit seinem richtigen Namen genannt werden will.

Ist die Ausgleichskasse überfordert?

Stein des Anstosses ist die Ankündigung in genanntem Brief, dass in acht Wochen die ersten Ausgleichszahlungen erfolgen würden. Dies dauert dem Luzerner Wirt sichtlich zu lange. Er fühlt sich folglich auch von jenen, von denen man eigentlich noch Hilfe erwarten könne, im Stich gelassen.

In dem Schreiben der Ausgleichskasse heisst es wörtlich: «Bei der Corona-Erwerbsersatzentschädigung handelt es sich um eine neue, den Ausgleichskassen zusätzlich übertragene Aufgabe im Rahmen des Covid-19-Gesetzes. Mit den Prüfungen und Auszahlung der daraus resultierenden Ansprüche sind wir aktuell rund acht Wochen im Rückstand.» Man sei sich bewusst, dass dies bei den Betrieben zu Liquiditätsengpässen führen könne, was man sehr bedauere.

Und weiter: «Der Rückstand ist darauf zurückzuführen, dass das Gastgewerbe am härtesten von den Corona-Massnahmen getroffen wurde und wir als Ihre Ausgleichskasse mit Abstand am meisten Fälle zu verarbeiten haben.» Auch seien viele Gesuche von Wirtinnen fehlerhaft ausgefüllt worden, was zu zusätzlichem Aufwand führe. Mittlerweile erhalte man rund 20’000 Anträge pro Monat. 190 Millionen Franken hätten bislang ausbezahlt werden können. Damit es möglichst rasch vorangeht, wurde der Personalbestand bei Gastro Social auf derzeit 47 Vollzeitstellen aufgestockt.

Klare Perspektiven gefordert

«Ich verstehe, dass der Bundesrat alles unternimmt, um die steigenden Fallzahlen nach unten zu drücken. Ich werfe Alain Berset und dem Bundesrat in diesem Punkt also gar nichts vor», lässt sich der Luzerner Wirt von lu-wahlen.ch zitieren. Trotzdem sei er wütend.

«Erst Mitte April, so war an besagter Pressekonferenz soeben zu erfahren, wird der Bundesrat entscheiden, wie es weiter geht. Rechne: Das ist also in (plus/minus) 30 Tagen.» Der Beizer bedauert zudem, dass der Bundesrat dann erst «entscheiden» werde. «Was genau und worüber, das wissen wir heute nicht. Vielleicht nämlich wird er dann entscheiden, dass (noch) nichts entschieden wird…»

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2 Kommentare
  1. mebinger, 23.03.2021, 16:46 Uhr

    Vielleicht sollten Menschen mit Verstand diese Formulare entwerfen und nivht Bürokraten

    1. Michel von der Schwand, 24.03.2021, 11:56 Uhr

      Diese Formulare sind selbstredend und es steht zu allen Formularen eine Anleitung zur Verfügung. Mit etwas Verstand kann ein solches Formular eingenständig ausgefüllt werden. Zudem stehen die Mitarbeitenden telefonisch für Auskünfte zur Verfügung. Könnte allenfalls eher aufzeigen, dass gewisse Gastronomen nicht in der Lage sind einfachste administrative Arbeiten zu erledigen. Da frage ich mich, ob diese Gastronomen als Arbeitgeber überhapt tauglich sind.
      Ist hat einfacher Staatsangestellte als Bürokraten zu verunglimpfen, als

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