Late Update: So gestaltet Michael Elsener die SRF-Primetime
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Das SRF stellt sich hinter Michael Elsener. (Bild: Oscar Alessio/SRF)

Zuger Comedian will politische Satire bieten Late Update: So gestaltet Michael Elsener die SRF-Primetime

3 min Lesezeit 21.09.2018, 13:12 Uhr

SRF hat vor zwei Jahren Giacobbo/Müller abgesetzt. Ab Januar bekommt der Zuger Comedian Michael Elsener den Sendeplatz. Elsener verrät, was uns in der neuen Sendung «Late Update» erwartet und ob er jetzt viel Geld für wenig Arbeit macht.

Mehr kann sich ein Comedian in der Schweiz nicht wünschen. Der Zuger Michael Elsener erhält einen Sendeplatz auf SRF, zur Primetime am Sonntagabend. Seine neue Show heisst «Late Update». «Ich finde eine Late Night Show, die mit Politsatire auf das eingeht, was aktuell passiert, die spannendste Form der Unterhaltung, zum Selbermachen und zum Kucken», sagt der Comedian gegenüber zentralplus.

Elsener hat sein Geld bis anhin vor allem mit Bühnenshows verdient und teilte nebenbei Videos auf Facebook und YouTube. Dass er jetzt aber zum SRF geht, liege nicht daran, dass die Facebook-Clips zu wenig Zaster abgeworfen haben. «Es ist pure Passion. Wegen dem Geld macht man diesen Job nicht.»

Elsener kennt seinen Vorgänger, Viktor Giacobbo, gut. Giacobbo hatte mit Mike Müller bis vor zwei Jahren den Sendeplatz am Sonntagabend. Da bietet es sich doch an, einige Tipps einzuholen. «Wir werden uns sicher das eine oder andere Mal austauschen. Aber wie bis jetzt wird es wohl in erster Linie um Lese- und Desserttipps gehen», so der Comedian. Es überrascht deshalb auch nicht, dass Elsener ein anderes Konzept fährt.

Weder Bett noch Band

Wer sich einen musikalischen Act als Teil der Sendung vorgestellt hat – wie den Bassisten bei Giacobbo/Müller oder etwa «The Roots« bei Jimmy Fallon –, wird enttäuscht. «Ich setze bei Late Update auf das Kommentieren des aktuellen Geschehens, auf hintergründige Comedy-Essays und Talkgäste.» Es sei eben keine klassische Late Night, sondern eine News Satire Show. «Darum war von Anfang an klar: Wir haben keine Band.»

Die «Gute Nacht Show» ist ein bekanntes Programm von Elsener, bei dem er mit verschiedensten Persönlichkeiten ins Bett hüpft. Doch welche Enttäuschung: Im Fernseher will er an einem Pult moderieren. Immerhin beruhigt der Comedian: «Die Gute Nacht Show wird es weiterhin auf der Bühne geben. Diese Show hat ihre ganz eigene Energie. Dafür werde ich im Fernseher immer auch Comedy-Freunde wie Renato Kaiser, Matto Kämpf oder Patti Basler als Korrespondenten mit dabei haben.»

«Ich denke über Frühpensionierung nach.»

Michael Elsener (32)

Doch nach elf Folgen ist für Late Update vorerst schon wieder Schluss. Das ist nicht sehr lang. «Ich gehe im Mai für vier Monate nach Berlin», verrät Elsener. Und dann? «Ich denke über Frühpensionierung nach», doppelt der 32-Jährige nach.

Danach wird der Luzerner Comedian Dominic Deville den Sendeplatz mit seiner Late Night Show übernehmen. Die beiden kennen sich und sind auch schon gemeinsam aufgetreten. Holt sich SRF gleich zwei Zentralschweizer, weil die lustiger sind als der Rest der Schweiz? «Vielleicht ist es so, dass in der Innerschweiz unsere katholische Prägung mit den grossen kirchlichen Messen den Humor fördert», meint Elsener dazu.

Noch mehr Videos auf Facebook

Die Facebook-Fans des Zuger Comedians würden auch weiterhin etwas zu sehen bekommen. «Mit Late Update steigt mein Output auf den sozialen Medien», verspricht er sogar. Elsener habe jetzt ein Team, das fest mit ihm zusammenarbeite. Vorher habe er seine Videos nebenbei gemacht.

 

Im obigen YouTube-Video zur No-Billag-Initiative erwähnt der Comedian die Aussage einer ehemaligen SRF-Mitarbeiterin: «Ja, es ist anscheinend so, dass man bei der SRG wenig arbeiten muss und trotzdem gut verdient.» Ob er sich schon auf das Zuckerschlecken freue, verneint er aber: «Eine wöchentliche Late Night Show, das ist ein 7-Tage-Job. Das wird sicher streng. Aber ich habe bei der Pilotsendung schon gemerkt, wie viel Spass mir dies macht.»

Die Auswahl der Gäste wird laut Elsener in erster Linie aufgrund von Aktualitäten getroffen werden. In der Pilotfolge, die letzten April ausgestrahlt wurde, war Gerhard Pfister dabei. «Das hat mir Spass gemacht. Und natürlich möchte ich dann auch mal mit anderen Zuger Politikern Spass haben», so der Comedian. Wer die lustigste Zuger Politikerin sei, beantwortet er mit «Kantonsrätin Monika Barmet». Das sei aber nicht inhaltlich gemeint, «sondern einfach weil wir vermutlich denselben Coiffeur haben», hängt er an.

Michael Elsener und Monika Barmet, haben laut Elsener vermutlich den selben Coiffeur.

Michael Elsener und Monika Barmet, haben laut Elsener vermutlich denselben Coiffeur.

(Bild: zvg)

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