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Betrugsfall? In Zug scheitert «Gross-ICO» Krypto-Firma: Gründer und CEO streiten sich um 100 Millionen

2 min Lesezeit 18.05.2018, 11:22 Uhr

In Zug hat die Firma Envion mindestens 100 Millionen Franken für die Lancierung einer neuen Krypto-Mining-Firma gesammelt. Doch der Geldsegen aus dem sogenannten Initial Coin Offering (ICO) endet im Streit. Der amerikanische Investor Matthias Woestmann hat die Gründer verklagt und ihnen die Aktienmehrheit entzogen.

Im Januar beendete die Zuger Firma Envion das Initial Coin Offering (ICO) und nahm so rund 100 Millionen Dollar von Geldgebern ein. Es ist eines der der grössten ICO, das je durchgeführt wurde. Die Firma beabsichtigte, Krypto-Mining in Containern zu betreiben. Hierdurch kann die Stromintensive Produktion der digitalen Währung jeweils verschoben werden, wo der Strom am günstigsten ist.

Viel Geld – doch nun haben sich die Gründer und der CEO offenbar zerstritten, wie die «Neue Zürcher Zeitung» schreibt. Als CEO wurde der TV-Journalist und Investor Matthias Woestmann eingesetzt. Woestmann beschuldigt die Gründer, bis zu 40 Millionen weitere Token ohne Genehmigung erzeugt zu haben. Dieser Gewinn sei dann über Krypto-Börsen «gewaschen» worden. Woestmann erstattete Strafanzeige in Berlin und informierte die Schweizer Finanzaufsicht Finma.

Doch das Gründerteam beschuldigt den CEO, sich die Kontrolle an Envion gesichert zu haben. Die Gründer halten nur noch ein Drittel der Firma, ursprünglich waren es über 80 Prozent. Woestmann bezeichnet sein Vorgehen als «Schutzmassnahme», die er im Februar ergriffen habe. Inzwischen ist die Firma nicht mehr Handlungsfähig, weil ein Verwaltungsrat und der Buchprüfer zurücktraten. Bei Envion läuft derzeit nichts mehr.

Grüne reichen Vorstoss ein

Ein Experte sagt gegenüber der «Neuen Zürcher Zeitung», es werde noch mehrere solche Fälle geben in Zug. Mit einer Emission von Token (ICO) beschafften sich Krypto-Unternehmen auf einfache, wenig regulierte Art Fremdkapital. Der Streit könnte die Investoren teuer zu stehen kommen und der Reputation des Kantons schaden.

Das Krypto-Valley wird von der Kantonsregierung gefördert. Doch im Zuge des neuen Skandals um Envion hat nun Astrid Estermann, Stadtzuger Gemeinderätin Alternative-die Grünen, einen Vorstoss eingereicht. Unter anderem will Estermann wissen ob der Stadtrat die Sorge vieler Bürgerinnen teilt, die Stadt Zug könnte sich nach dem Rohstoffhandels-Risiko ein weiteres Risiko einhandeln.

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