Komitee will Windräder auf dem Stierenberg ein für alle Mal beerdigen
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Für die einen sind Windräder nachhaltige Zukunft, für die anderen schlicht ein Dorn im Auge. (Bild: Unsplash/Chris Barballs)

Initiative in Rickenbach gestartet Komitee will Windräder auf dem Stierenberg ein für alle Mal beerdigen

2 min Lesezeit 9 Kommentare 01.09.2020, 10:00 Uhr

Eigentlich wollten CVP-Nationalrätin Priska Wismer und ihr Mann mit drei Windrädern einen Beitrag zur Energiewende leisten. Gegner wollen das verhindern – langfristig.

Rund 180 Meter hoch und 20 Millionen Franken teuer sollen die drei Windräder werden, die CVP-Nationalrätin Priska Wismer und ihr Mann bauen möchten. Sie betreiben beim Stierenberg einen Hof und möchten mit dem Projekt zur Energiewende beitragen, schreibt die «Luzerner Zeitung».

Doch nun erfährt das Projekt schon heftigen Gegenwind. Ein Komitee will mittels einer Initiative verhindern, dass auf dem Stierenberg Bauten wie beispielsweise Windräder zonenplanerisch möglich sind – und zwar auf Dauer. Der Gemeinderat soll eine entsprechende Regelung in der Ortsplanung festlegen.

Stimmvolk redet ohnehin mit

«Ich bin überzeugt, dass ein grosser Teil der Bevölkerung die Windräder nicht will», sagt Initiant Pirmin Kammermann zur Zeitung. Er und die beiden Mitinitianten Samuel Hodel und Peter Furrer haben nun 60 Tage Zeit, um 220 Unterschriften zu sammeln. Schaffen sie das, hat das Stimmvolk das letzte Wort.

Das werde ohnehin geschehen, kontert Wismer. Damit die Anlage gebaut werden kann, sei so oder so eine Umzonung nötig. Die öffentliche Auflage und ein Informationsanlass für die Bevölkerung seien für November geplant.

Nachhaltig oder beeinträchtigend?

Nun müssen also beide Seiten um die Gunst der Bevölkerung buhlen. Die Gegner zeigen sich optimistisch. Immerhin wurde im Dezember bereits eine Petition mit über 1600 Unterschriften gegen das Projekt eingereicht. Seither seien sich die Menschen des Wertes des Stierenbergs noch bewusster geworden, glaubt Kammermann. Während des Lockdowns seien viel mehr Leute im Naherholungsgebiet unterwegs gewesen. Kammermann befürchtet zudem, dass die Windräder die Trinkwasserreserven unter dem Stierenberg beeinträchtigen könnten.

Wismer hingegen hofft auf das Bewusstsein für Nachhaltigkeit: «Der Handlungsbedarf bei den erneuerbaren Energien ist gross. Die Mehrheit der Bevölkerung nimmt dieses Problem wahr.» Auf der sicheren Seite wähnt sie sich aber noch nicht. Gerade wegen der Initiative befürchtet sie, dass die Bevölkerung eine «nicht faktenbasierte» Entscheidung treffe.

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9 Kommentare
  1. Raffaela, 07.09.2020, 13:09 Uhr

    Unter dem Strich ist Windkraft an diesem Standort (wie fast überall in der Schweiz) schlicht finanziell nicht tragbar.
    Würde nur ein Bruchteil dieser Subventionen in andere Stromproduktionen (zB. um die Synergien von Solar- und Wasserkraft auszubauen), wären sie viel effizienter eingesetzt.

    Wäre die Windkraft ernsthaft eine Alternative, wäre ich auch als Anwohnerin als Erste bereit, eine persönliche Einbusse an Wohnqualität zu akzeptieren.

    Nur um Steuergelder zu vernichten setzen brauchen wir keine Windkraft.
    Andere Stromproduktionen und deren Synergien machen weit mehr Sinn, sind berechenbarer und diese wären froh um einen Bruchteil der Subventionen, welche der Windenergie versprochen wird.

  2. Florian, 07.09.2020, 10:06 Uhr

    Die Aussage von Priska Wismer ist falsch. Die Absicht von Priska Wismer war es die Windräder (Umzonung) an der Gemeindeversammlung mit nur einem Bruchteil der Stimmberechtigten „durchzuwinken“. Natürlich klar, dass vor allem Investoren und Partefreunde dafür mobilisiert werdenn sollten. Deswegen ist diese Initiative mehr als nur nötig.
    Es ist auch interessant, dass diese „Volksvertreterin“ dem Stimmvolk keine faktenbasierte Meinungsbildung. An dieses „Kompliment“ werden wir uns gerne bei den nächsten NR-Wahlen erinnern. Vielleicht sucht sie aber auch nur eine Ausrede für das Scheitern, weil sie vergessen(!!)
    hat sich das Bauland für 2 der geplanten Turbinen zu sichern?

    1. Florian, 07.09.2020, 11:29 Uhr

      Ergänzung- im obenstehenden Text fehlt ein Wort: […] keine faktenbssierte Meinungsbildung zutraut.[….]

  3. Walter R., 02.09.2020, 19:54 Uhr

    Da gehe stark davon aus, dass die Gegner auf ihren Dächern Solaranlagen installieren. Oder wie stellen sie sich vor woher in Zukunft der Strom kommt.

    1. Kammermann, 07.09.2020, 09:04 Uhr

      Guten Tag Herr Walter R.
      Tatsächlich hat dies einer meiner Mit- Initianten bereits umgesetzt!
      Dieses Dach ist gut ersichtlich am Fusse des Stierenberg.

    2. samuelh, 07.09.2020, 09:29 Uhr

      Sehr geehrter Herr Walter R.
      Dies ist schon geschehen! 52,9 kWp, 50-60 MWh Jahresertrag, regionaler sauberer Strom für 10-14 Haushalte.
      Das Initiativkomittee hat eine positive Produktionsbilanz… 😉
      Freundliche Grüsse
      Samuel Hodel

  4. Toni W., 01.09.2020, 14:26 Uhr

    Den ewiggestrigen vom Komitee und Pirmin Kammermann empfehle ich in die Initiative gleich noch etwas anderes zu Inkludieren: Das Abschalten des Internets in dieser Gegend; auch auf Dauer!
    Die Initianten sind sicher auch nicht bereit ihren Stierenberg für die Endlagerung von Atommüll zur Verfügung zu stellen. (Irgendwoher muss die Energie ja kommen).

    Jetz haben wir in unserem Land Top Forscher und Ingenieure welche die modernste Technik entwickeln, nur die Bevölkerung lebt rückständig. Strom bitte gratis (und dreckig) ohne Nebenkosten und ich mach die Augen und Ohren von allem was mich in meiner persönlichen Idylle stört.

    Oder aber die alte Leier: Moderne Technik und Nachaltiger Strom etc.: Ja aber bitte nicht bei mir produzieren. Ich finde es ist an der Zeit den Leuten ihren Wunsch im Mittelalter zu leben zu erfüllen.

    Nun, konsequenterweise wird Strom in Zukunft je mehr kosten, desto weiter entfernt er produziert wird. Da ich den Erwachsenenkindergarten in der Schweiz leid bin werde ich mit Freuden an dieser Umsetzung mitarbeiten.

    1. Kammermann, 07.09.2020, 09:01 Uhr

      Guten Tag Toni W., unbekannt!
      Besten Dank für Ihre Wortmeldung, es freut mich dass Sie sich aktiv mit diesem Thema auseinadersetzen.

    2. Florian H, 07.09.2020, 09:53 Uhr

      .Na dann würde ich sagen: wandern Sie doch aus wenn es so schlimm ist in der CH!
      Ich vermisse im Text IHRE konkreten Taten?!
      Bzgl. Energieerzeugung: investieren Sie doch in eine PV-Anlage! Ich habe schon länger eine und kann es sehr empfehlen. Kein Nachbar hat sich über den Lärm beklagt, keinem Vogel wurde der Kopf abgeschlagen ud das bei geringsten Subventionen (1.7 Rp/KWh) Vergleichen Sie das doch mal mit Windenergie und Sie werden merken wieso es dies 180 Meter Ungetüme im Wald nicht braucht.

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