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Ist er wirklich ganz allein?
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«Spooky Town» heisst sein Album. Und er schaut auch spooky drein: Raffael Casaulta. (Bild: Lionel Hausheer)

Zuger Musiker in der Geisterstadt Ist er wirklich ganz allein?

3 min Lesezeit 23.05.2016, 12:03 Uhr

Am Mittwoch tauft die Zuger Band «R we alone?» in der Galvanik in Zug ihr erstes Album. Für uns gabs schon mal ein Video, einen Vorgeschmack auf die Tracks und viele offene Fragen.

«Ich will eine Band und hab keine», sagte der Zuger Künstler Rafael Casaulta vor einem halben Jahr. «Fang doch einfach an», riet ihm ein Freund. Das tat er. Die Band nannte er «R we alone?», und das war er auch: alleine.

Jetzt, ein halbes Jahr später, tauft die Band ihre erste Platte «Spooky Town». Und vor allem: Das Fragezeichen im Bandnamen hat seine Berechtigung bekommen. Denn alleine ist Casaulta nun nicht mehr. Oder doch?

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Casaultas treuster Gefährte durch die verruchte Kulisse von «Spooky Town» ist wahrscheinlich Lapsteel-Gitarrist Jan Steiner. Lapsteel? Das ist die Gitarre, die man auf den Knien mit einem Bottleneck spielt. Wer das nicht kennt, sollte sich unbedingt noch vor der Plattentaufe schlau machen, das wird sonst nur peinlich. Sie ist übrigens zu einem grossen Teil schuld, weshalb alle Songs auf dem Album diesen leichten Geschmack nach Mississippi haben.

Wonach die Songs sonst noch schmecken: Lagerfeuerrauch, Hängematte, Pub-Luft und gute Laune und irgendwie nasser Hund in seiner positivsten Form. Casaultas Stimme vernebelt die Lieder gekonnt, wahrscheinlich deswegen auch der nasse Hund. Ein glücklicher nasser Hund: Auf den sechs Tracks der neuen Scheibe scheint trotz allem immer auch die Sonne durch. Spooky Town erzählt von den verträumten Alltagssorgen der Geisterstadtbewohner, bei denen man sich nie ganz sicher sein kann: Ist man nicht doch selbst gemeint?

Besetzung: unklar

Für die Aufnahmen zogen sich vier Musiker nach Flims in ein Ferienhaus zurück. Als sie nach einer Woche die Tür zur Bündner Bergkulisse wieder öffneten, entliessen sie zugleich die Bewohner von Spooky Town in die Welt. Vier Musiker waren es bei den Albumaufnahmen, Songs geschrieben hat erst Rafael Casaulta alleine, dann zusammen mit Jan Steiner.

«Nur bis um zehn! Dann muss Ruhe sein!»

«R we alone?» an der Probe

An der Plattentaufe werden aber fünf auf der Bühne stehen. Verwirrend? Gut! «‹R we alone?› soll keine wirklich feste Besetzung haben», erklärt Casaulta. «Für den, dem es passt, ist das Projekt offen.» Und genau das macht die Band umso spannender. Nur: Nennt man das überhaupt noch Band?

Bilder tanzen zur Musik

Es ist zumindest eine gut organisierte Probe, die wir da besuchen. «Nur bis um zehn! Dann muss Ruhe sein», ermahnen sich die Musiker gegenseitig in den kurzen Pausen zwischen den Songs. Es ist schwer, die gesamte Besetzung an einer Probe zu versammeln, und deswegen muss die Zeit, die zur Verfügung steht, gut genutzt werden. Die Plattentaufe rückt immer näher.

«Warte, warte, ich schreib mir da noch die Akkorde auf.»

Für den Bass musste Casaulta einen Bassisten auftreiben: Gilles Schmid wird diesen Part an der Taufe übernehmen. Die anderen Instrumente spielen dieselben Musiker, die bereits für die Plattenaufnahmen mitwirkten. Neben Rafael Casaulta und Jan Steiner sind das Linus Gmünder am Drum und Lukas Züblin an der Geige.

Regen klopft, das Drum stampft

Konzentriert sitzen sie in Hufeisenform um das Drum im Übungskeller in der Zuger Altstadt. Die roten Lichter blinken auf den Mixern, tief versunken im Kopfhörer beschwören sie Song um Song neu herauf, wieder und wieder. Ab und zu zückt Lukas Züblin sein Notizbuch: «Warte, warte, ich schreib mir da noch die Akkorde auf.» Patzer, die dem Beobachter nicht mal gross auffallen, kommentieren sie oft mit: «Ich schau das dann alleine nochmals an», und schon geht’s weiter. Regen klopft an die Fenster draussen und drinnen stampft das Drum.

Am 25.5. wird’s auch spannend für alle Fans von ausgefeilten Visuals. Martin Riesen von Rec.Design hat sich etwas Spezielles für die Plattentaufe von «R we alone?» zurechtgelegt. Verraten wollen die Musiker solche Überraschungen nicht, nur so viel sei gesagt: Die bewegten Bilder reagieren auf die Musik. «So entstehen in dem Moment, in dem wir die Songs spielen, mit den Bildern zusammen neue Geschichten», sagt Rafael Casaulta.

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