Ist denn schon Weihnachten, Heidi Happy?
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Heidi Happy und Ephrem Lüchinger in Weihnachtsstimmung. (Bild: zvg)

Luzerner Sängerin wird ganz intim Ist denn schon Weihnachten, Heidi Happy?

5 min Lesezeit 19.11.2016, 17:12 Uhr

Die Luzerner Sängerin Heidi Happy ist Mutter geworden – wortwörtlich und metaphorisch. Ihr neustes Baby, eine Weihnachtsplatte mit amerikanischen Klassikern, kommt jetzt in die Läden. Doch wie kommt die Songwriterin darauf, eine ganze Platte mit Coversongs aufzunehmen?

Es ist kalt geworden, der Advent naht. Und selbst der Piercing-Partykleidchen-Shop um die Ecke hat seine kitschigen Weihnachtsmänner ins Schaufenster gestellt. Zwischen grossbusigen Schaufensterpuppen und schlechten Lederimitaten glitzert und blinkt es.

An den Brücken über der Reuss hängen die Lichterketten und Radiostationen graben die Weihnachtsklassiker aus. Und wie jedes Jahr kommen nun auch die Weihnachtsspecials raus – mit Büchern, Spielen und CDs versucht jeder, auch noch ein Stück des Kuchens abzubekommen. Denn die Portemonnaies sitzen locker Ende Jahr.

Auch die Luzerner Sängerin Priska Zemp alias Heidi Happy bringt eine Weihnachtsplatte auf den Markt. Im Duo mit dem Pianisten Ephrem Lüchinger hat sie 13 Klassiker der Adventszeit wie «White Christmas», «Santa Baby» oder «Have yourself a merry little Christmas» und eine Eigenkomposition aufgenommen. Wir wollten von der 36-Jährigen wissen, ob sie deshalb schon in Adventsstimmung schwelgt und weshalb man eigentlich ein Weihnachtsalbum herausgibt.

«In der Weihnachtszeit kaufen die Leute noch am ehesten CDs.»

zentralplus: Mit Weihnachten macht man gutes Geld. War das ein Grund, dieses Album zu machen? Weihnachts-CDs mit den alten Klassikern gäbe es ja schon mehr als genug.

Priska Zemp: Die Idee, diese alten Klassiker selbst aufzunehmen, hatte ich schon ewig im Kopf. Seit meinem Austauschjahr 1997 in Pennsylvania und der aufwendigen Weihnachtsfeier dort bin ich ein grosser Fan dieser Songs. Und jetzt, nachdem unser Kind auf der Welt ist, hatte ich das Bedürfnis nach etwas Ruhigem, Entspanntem und der Zeitpunkt passte perfekt. Aber natürlich war da auch die Überlegung: In der Weihnachtszeit kaufen die Leute noch am ehesten CDs. Ein anderes Album hätte ich wohl nur noch digital herausgegeben.

So sieht das Album aus. (Bild: zvg)

So sieht das Album aus. (Bild: zvg)

zentralplus: Müssen wir denn nun Angst haben, dass Sie als nächstes mit Luca Hänni und Francine Jordi gemeinsam Weihnachtssongs machen? Die verkaufen sich bestimmt noch besser.

Zemp: (Lacht) Wenn ich das gewollt hätte, dann hätte ich es gemacht. Ich habe auch keine Duette mit bekannten Sängern auf der Platte. Es sollte ganz schlicht werden. Diese Songs, die mir sehr am Herzen liegen, habe ich ganz ohne grosses Rundherum aufgenommen – nur Stimme und Piano. So könnte man beim Hören fast meinen, wir sitzen mit im Wohnzimmer und spielen ein Privatkonzert. Diese Intimität wollten wir erreichen.

zentralplus: War von Beginn an klar, dass die Platte gemeinsam mit dem Pianisten Ephrem Lüchinger entstehen soll?

Zemp: Definitiv, wir arbeiten schon seit über zehn Jahren zusammen und wir verstehen uns dabei blind. Er ist auch mein Schwager, wir waren schon mehrmals als Duo auf Tour. Ich hatte einfach Lust, diese Lieder ohne Tamtam nur mit ihm aufzunehmen. Und er war sofort dabei.

zentralplus: Welches ist Ihr Lieblings-Weihnachtssong?

Zemp: Eigentlich waren es immer «Walking in a Winter Wonderland» von den Klassikern und «Last Christmas» von Wham! von den moderneren Songs. Doch seit diesem Sommer und den Recherchen für das Weihnachtsalbum ist es «The Christmas Song» – nun auch das erste Lied auf der Platte.

«Es tat gut, einfach nur singen und spielen zu können.»

zentralplus: Das Album ist durchs Band sehr ruhig geraten. Schneller wird es kaum, die Stimme nie laut. Es gibt doch auch fetzigere Feiertagsmusik?

Zemp: Diese Ruhe war das Ziel – ich habe mich richtig danach gesehnt und hatte absolut keine Lust auf laute, schnelle, rockige Nummern. Wir haben natürlich auch verschiedene andere Songs ausprobiert, modernere und rockigere Songs. Aber es hat dann doch nicht gepasst – wir haben unsere Version davon nicht gefunden.

Verlosung

zentralplus verlost zwei signierte Alben «Merry Christmas with Heidi Happy». Nehmen Sie hier an der Verlosung teil. Einsendeschluss ist am Mittwoch, 23. November, 13 Uhr. Die Gewinner werden ausgelost und per E-Mail informiert.

Teilnahmeberechtigt sind alle Community-Mitglieder von zentralplus. Mit einer Teilnahme erklären Sie sich mit unseren AGB einverstanden.

Wer Heidi Happy live sehen möchte, findet hier die Konzertdaten. Und das Album gibt es hier zu kaufen und zum Download.

zentralplus: Eigentlich sind alle Klassiker sehr nahe am Original geblieben – auch die Stimme fügt sich perfekt in die Klassiker.

Zemp: (Lacht) Vielen Dank. Wir wollten auch ganz einfach bleiben – einfach nur Gesang und Klavier, und dabei keine Spezialvariationen. Wir wollten uns nicht künstlich weg vom Original bewegen. Deshalb ist auch nur bei Wham! eine wirklich eigene Interpretation entstanden. Die anderen Lieder spielten wir einfach so, wie es sich richtig anfühlte.

zentralplus: Apropos Fühlen: So langsam kommt doch etwas Weihnachtsstimmung auf – wie war das bei den Aufnahmen?

Zemp: Von Weihnachtsstimmung war da so gar nichts zu spüren. Es war Hochsommer und wir sind mehrere Wochen lang ständig aus der der Hitze ins Studio rein, wo dann doch ein klein wenig Weihnachtsdeko hing. Die hatten wir für das Video verwendet. Es war ziemlich speziell, aber ich habe mich auch immer darauf gefreut. Es tat gut, einfach nur singen und spielen zu können, ohne sich um all das Administrative zu kümmern.

zentralplus: Das heisst?

Zemp: Sobald die Band dabei ist, sobald man eigene Songs schreibt, ist der Aufwand sehr gross. Es gibt so vieles zu organisieren, zu planen und einzuberechnen. Bei Covers ist das Musikmachen ein ganz anderer Prozess. Es ist einfacher und auch weniger zeitintensiv. Das ist jetzt, wo ich Mutter geworden bin, ideal gewesen.

zentralplus: Wie feiern Sie dieses Jahr Weihnachten?

Zemp: Nun, nicht ganz so entspannt: Wir haben ein volles Programm. Erst wird bei der Mutter meines Freundes gefeiert, dann bei seinem Vater und dann bei meinen Eltern zu Hause. Dort kommen dann auch vier Geschwister mit Anhang und mittlerweile – mit unserem – neun Grosskinder zusammen. Es wird also bestimmt viel Trubel geben.

zentralplus: Gibt es etwas, das schon immer zu Weihnachten dazugehört?

Zemp: Das Singen. Meiner Mutter ist das, seit ich mich erinnern kann, sehr wichtig und wir machen es auch alle gerne. Wir freuen uns jeweils aufs mehrstimmige Singen und die teilweise sehr eigenartigen zempschen Versionen der Lieder.

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