«Hier schreibt dein Bonsai. Ich brauche dringend Wasser»
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Die drei Köpfe hinter Treecer: Samuel Luterbacher, Marc Dür und Elio Reinschmidt. (Bild: zvg)

Zuger Startup entwickelt smarten Pflanzensensor «Hier schreibt dein Bonsai. Ich brauche dringend Wasser»

3 min Lesezeit 10.09.2018, 15:22 Uhr

Mit einem multifunktionalen Dinosaurier wollen sich drei Zuger am Dienstag am Startup-Tag Zentralschweiz den Sieg sichern. Das Gerät soll seinen Besitzer jederzeit über den Zustand seiner Lieblingspflanze informieren und bei nahendem Pflanzentod einen Alert zustellen. Für ein anderes Projekt sammelte das Erfindertrio schon letztes Jahr 190’000 Franken. 

Zwei Steinhauser und ein Zuger setzten sich Ende Studium zusammen, sie hatten viele Ideen gesammelt und brauchten dann etwa zwei Monate, um 300 Geistesblitze durchzuackern und zu besprechen. Aber nur eine Idee entwickelten sie immer weiter: den Treecer. 

So etwas hatte es in dieser Art noch nicht gegeben und alle Beteiligten sahen grosses Potenzial. «Es ist cool, wenn Leute von einem Produkt in ihrem Alltag unterstützt werden», sagt Samuel Luterbacher. Er hat zusammen mit Marc Dür und Elio Reinschmidt das Gerät entwickelt.

Daten lassen sich von überall und jederzeit ablesen

Treecer, so heisst das Ding, das man neben seiner Pflanze in den Topf steckt. Dort untersucht es den Boden und die Luft auf Temperatur und Feuchtigkeit und misst zusätzlich die Helligkeit. Der Clou dabei: Über eine App werden alle diese Infos auf einem Computer oder Smartphone angezeigt. Ausserdem verfügt die Erfindung über eine Pflanzendatenbank, mit der die gemessenen Werte verglichen werden.

So erhält der Besitzer eine Meldung, sollte es seiner Pflanze unbehaglich werden, sollte sie zu heiss haben oder der Boden beispielsweise zu trocken sein. Das Gerät soll aber auch optisch ansprechbar sein und wird tierisch, vermutlich in der Form eines Triceratops (Dinosaurier), daherkommen. Aktuell existieren nur weniger ansehnliche Prototypen.

Der Prototyp des Treecers

Der Prototyp des Treecers

(Bild: zvg)

Die Entwickler sind keine Greenhorns. Dür sei oft im Garten und Luterbacher habe selbst Mikrobiologie studiert. Sie hätten also schon einen Bezug zum Thema, es sei aber niemand Landschaftsgärtner, hängt er an.

Seit Anfang 2017 arbeiten die drei Freunde am Kickstarter-Projekt, zuvor hätten sie bereits ein Kartenspiel erfolgreich auf die Crowdfunding-Plattform gestellt. Das Spiel wurde mit 190’000 Franken finanziert. «Es war auch ein Test, um zu sehen, ob wir Kickstarter richtig verstanden haben», meint der 26-Jährige dazu. Der Treecer habe im kommenden März den Schritt Kickstarter noch vor sich.

Karma für gute Pflanzenpflege

Dass die Zusammenarbeit nach einer so langen Zeit noch gut funktioniert, liegt wohl vor allem an der langen Freundschaft und der starken Kommunikation, die sie im Team pflegen würden. Täglich seien die Freunde, die sich schon 15 Jahre kennen, im Austausch. So hätten sie auch schon einen funktionierenden Prototypen, der die letzten Tests durchlaufe. Das Produkt soll aber auch in Zukunft weiterentwickelt werden. Angedacht seien Ideen wie der Austausch von Pflanzeneinträgen in der Community und ein Karmasystem, welches gute Pflanzenpflege belohnt.

Illustration eines möglichen Designs für den Treecer

Illustration eines möglichen Designs für den Treecer

(Bild: Artworks by Maud Bihan)

Die drei präsentieren sich am Dienstag als einziges Zuger Team am Startup-Tag Zentralschweiz in der Messe Luzern und gehören zu den Finalisten der Preisverleihung. Die Produktentwicklung ist schon weit vorangeschritten, so sei beispielsweise analysiert worden, wie teuer andere Garten-Gadgets sind und wie viel Hobbygärtner zu zahlen bereit sind. Dabei seien Produkte aufgefallen, die zum Teil über 100 Franken gekostet hätten, jedoch nur die Bodenfeuchtigkeit messen. Der Treecer kann deutlich mehr, der Ladenpreis hänge aber auch davon ab, wie erfolgreich die Crowdfunding-Kampagne sei.

Wer jetzt Lust auf einen Dino im Garten bekommen hat, der mehr als nur gut aussieht, kann sich freuen. Der angestrebte Preis liegt bei ungefähr 30 Franken. Die Unterstützung der drei lohne sich im Speziellen für vier Arten von Personen: Technikenthusiasten, Urban Professionals, Pflanzenkiller und Hobbygärtner.

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