In Luzern wird jetzt im Auto auf Corona getestet

Das müsst ihr über das Drive-In-Testcenter auf der Allmend wissen

Das Testcenter auf der Luzerner Allmend. (Bild: ios)

Das Drive-In-Testcenter hat am Mittwoch seinen Betrieb aufgenommen. Wer sich dort überhaupt testen lassen darf, sorgte zunächst für Verwirrung. Einen Tag später läuft das Ganze in geordneten Bahnen.

Lange bevor die ersten Autos anrollen, versammelt sich eine Schar von Medienschaffenden vor den Toren der Swissporarena. Nicht um über den FCL zu berichten. Schön wär’s. Nein, man hat sich versammelt, um das hier eingerichtete Corona-Drive-In-Testcenter zu begutachten.

Das Testcenter wurde bekanntlich kurzfristig vom Alpenquai auf die Allmend verlegt (zentralplus berichtete). Nun also sind die Absperrungen angebracht, die Warnschilder platziert und die Zivilschützer und Spitex-Mitarbeitenden in Position. Es kann losgehen. Eigentlich.

Zuerst Gedränge, dann Routine

Bevor um 13 Uhr die ersten Autos anrollen, dürfen die Medienschaffenden das Gelände genauer inspizieren. Manche Kolleginnen und Kollegen tragen dabei Masken, die sich in höheren Preisklassen bewegen als jene der Spitex-Mitarbeiterin, die an diesem Nachmittag direkt in Kontakt mit den potenziell infizierten Personen sein wird. Beim Kampf der Kameraleute, Fotografinnen und Fotografen um das perfekte Bild geht dann auch mal die 2-Meter-Abstand-Regel flöten.

Dann fahren die ersten Autos in die Anlage. Die Journalisten müssen die gelbe Gefahrenzone verlassen. Schnell stehen vier Autos in der Warteschlaufe. Die Tests verlaufen ruhig und schnell. Es wirkt bereits routiniert.   

Daneben steht Christos Pouskoulas, Leiter Gesundheitsversorgung und stellvertretender Luzerner Kantonsarzt, und beantwortet Fragen. Von denen gibt es am zweiten Tag dieses Unterfangens noch einige. Tags zuvor mussten mehrere Autos weggewiesen werden, weil sie unangemeldet ins Testcenter gefahren waren.

1. Wer darf sich im Drive-In-Verfahren testen lassen?

Das Wichtigste: Nur mit einer Anmeldung vom Hausarzt wird auf der Allmend getestet. «Im Gegensatz zu Ländern wie Südkorea führen wir in der Schweiz keine Massentests durch», erklärt Pouskoulas. «Entsprechend führen wir auch hier nur Tests nach Anmeldung durch den Hausarzt durch. Der Fokus der Tests liegt weiterhin bei den vulnerablen Personengruppen.» Die Kosten für den Test werden von der Krankenkasse übernommen.

2. Wie kommt man in das Drive-In-Testcenter?

Mit Absperrbändern ist ein Rundweg abgesteckt, vom Eingang des Parkplatzes auf der Allmend bis vor den Eingang der Messe und zurück. Zivilschützer halten die Autos bei einem ersten Stopp an und prüfen die Identität. «Bei verschlossenem Fenster zeigen die Autofahrer ihre ID und Krankenkassenkarte», sagt Pouskoulas. Anhand dieser wird festgestellt, ob jemand tatsächlich zum Test aufgeboten wurde.

3. Wie wird getestet?

In der sogenannten «roten Zone», einem Zelt, hält man an. Durch das minimal geöffnete Autofenster entnimmt eine Spitexmitarbeiterin mit einem speziellen Wattestäbchen eine Probe. In einem zweiten Zelt werden die Proben transportfertig gemacht und ins Labor gebracht. Die Autofahrer verlassen das Gelände. Sie sind angewiesen, das Fenster bis zuhause geschlossen zu halten.

4. Wie viele Tests werden pro Tag durchgeführt?

Das Testcenter ist halbtags offen. «Im Moment gehen wir von zwischen 10 und 20 Tests pro Tag aus», erklärt der stellvertretende Kantonsarzt. «Die Anlage ist für rund 50 Tests pro halben Tag ausgelegt – ausnahmsweise sind wir hier einen Schritt voraus.» Die Anlage könne bei Bedarf sofort auf einen ganztägigen Betrieb wechseln.

5. Ich habe kein Auto, kann ich also nicht zum Test vorbeikommen?

Nein. Wer kein Auto hat oder aus gesundheitlichen Gründen nicht fahren kann, muss auf anderem Weg getestet werden. «Es besteht das Angebot der Spitex, einen Heimtest vorbeizubringen», erklärt Pouskoulas.

6. Könnten weitere Drive-In-Testcenter folgen?

Das wäre durchaus möglich, bestätigt Pouskoulas. Zunächst werde man aber abwarten müssen, wie sich die Pandemie im Kanton Luzern weiterentwickle. In einer ersten Phase könnte man die Anlage auf der Allmend weiter ausbauen. Grundsätzlich sei es möglich, solche Anlagen auch in anderen Gemeinden aufzubauen.

7. Wird der Betrieb des Testcenters noch angepasst?

Man werde mit der Anlage auf der Allmend nun Erfahrungen sammeln. Im Moment versuche man, den administrativen Aufwand zu reduzieren. Bisher erfolgte sowohl die Anmeldung zum Test, wie auch das Aufgebot auf die Allmend zu fahren, durch den Hausarzt. Letzteres erhalten die Patienten neu aber per SMS direkt vom Testcenter.

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