Geld & Steuern
Wissenswertes über unseren Sprit

Benzinpreise explodieren: So kannst du sparen

Dieser Mann kann froh sein, dass sein Chef die Tankfüllung des LKW bezahlen muss. (Bild: PLu)

Wer in den letzten Tagen sein Auto tanken musste, musste tief in die Tasche greifen. Die Preise sind seit dem Kriegsausbruch in der Ukraine am Explodieren. Wir sagen dir, wie du sparen kannst – und woher unser Sprit kommt.

Kannst du dich noch erinnern? Als du vor der Tankstelle gestanden bist und dich aufgeregt hast, weil der Liter Bleifrei 1.70 Franken kostete? Diese Preise erscheinen bei der jetzigen Lage in weiter Ferne.

Denn der Ukraine-Krieg hat die Ölpreise nochmals massiv ansteigen lassen. Dies hat einen direkten Einfluss auf die Benzinpreise.

Der Krieg ist nicht alleine Schuld an diesem massiven Anstieg. Der Ölpreis erlebte in der Pandemie einen Taucher, da weltweit weniger Öl gebraucht wurde. Mit dem Ende der Pandemie ist die Nachfrage wieder angestiegen und somit auch der Preis. Da der Benzinpreis direkt mit dem Ölpreis zusammenhängt, steigt dadurch auch der Preis an der Tankstelle. Der Krieg hat diese Situation nochmals zusätzlich verschärft.

Woher stammt unser Benzin?

Wir fragen bei Avenergy Suisse nach. Diese Vereinigung vertritt die Interessen der Importeure flüssiger Brenn- und Treibstoffe. Der Geschäftsführer Roland Bilang erklärt, dass wir beim Benzin nicht direkt von Russland abhängig sind. «Die Schweiz importiert kein Rohöl aus Russland oder der Ukraine. 27 Prozent unserer Produkte stammen aus der Inlandraffinerie in Cressier, die vorwiegend Rohöl aus Nigeria, Libyen und den USA verarbeitet.» Diese Zahlen stammen aus dem Jahr 2020.

«Wir schätzen, dass etwa 10 Prozent Rohöl russischer Provenienz in den hier vermarkteten Produkten vorkommt.»

Roland Bilang, Geschäftsführer Avenergy Suisse

Trotzdem steckt ein Stück Russland im europäischen Benzin. Dir Russen liefern Rohöl für das Benzin in Europa. Roland Bilang geht auf die Zahlen von 2021 ein. «Die Erdölprodukte stammten zu 45 Prozent aus deutschen Raffinerien, die teilweise russisches Rohöl verarbeiten. In welchem Umfang, ist uns nicht bekannt. Wir schätzen, dass etwa 10 Prozent Rohöl russischer Provenienz in den hier vermarkteten Produkten vorkommt.»

Zusammengefasst macht das russische Rohöl nicht den Löwenanteil beim Benzin aus. «Mit anderen Worten: Die Schweiz hängt nicht von russischem Erdöl ab», sagt Bilang.

Droht ein Versorgungsengpass?

Wir fragen bei der Luzerner Schätzle AG nach. Sie betreibt das Avia-Tankstellennetz. Patrick Staubli, der Sprecher der Avia Vereinigung sagt: «Aktuell haben wir keine Kenntnis von Engpässen bei der Beschaffung von Treib- und Brennstoffen.»

Auch Roland Bilang gibt bei der Versorgungssicherheit Entwarnung. «Es gibt aufgrund des Krieges in der Ukraine keine unmittelbare Veränderung bei der Versorgung mit Mineralölprodukten. Die Situation des Mineralölmarktes ist wesentlich robuster als diejenige beim Erdgas, wo die Abhängigkeit von Russland und von den Import-Pipelines gross ist.»

Dies würde sich auch nicht ändern, wenn der Krieg noch andauerte oder es noch weitere Sanktionen gäbe. «So erwarten wir auch bei Fortdauer der Krise bei der Versorgung mit Mineralölprodukten keine ausserordentlichen Schwierigkeiten, aber selbstverständlich wird die Lage beobachtet.»

Wie kann ich Geld sparen?

Wer weniger Benzin braucht, muss weniger bezahlen. Daher lohnt es sich, die Tipps vom TCS anzuschauen. Es lassen sich mit der richtigen Fahrweise einige Liter einsparen. Wir haben die wichtigsten Tipps für dich zusammengefasst.

Reifendruck und Öl prüfen

«Die richtigen Reifen, das passende Öl und genügend Luft – das spart Sprit, erhöht die Sicherheit und schont die Reifen.»

Ballast raus und Luftwiderstand reduzieren

Weniger Gewicht bedeutet weniger Energieverbrauch. «Was man nicht unbedingt braucht, darf zu Hause bleiben.» Und auch weniger Widerstand zu haben, lohnt sich. «Also immer runter mit Skiträgern und Gepäckboxen, wenn Sie diese nicht brauchen», rät der TCS.

Die Technik ausnutzen

Schalte die Klimaanlage erst ab 18 Grad Aussentemperatur ein. «Bei Aussentemperaturen unter 18 °C bringt die Klimaanlage nichts, sie braucht nur Sprit und Geld.» Dafür kannst du die Start-Stopp-Automatik einschalten. Diese Technik schont dein Konto.

Die richtige Fahrtechnik wählen

Du sparst Benzin, wenn du früh schaltest und in einem hohen Gang fährst. «Zügig beschleunigen, früh hochschalten. Benziner bei 2’000–2’500 Touren, Diesler bei 1’500 Touren. Und immer im höchstmöglichen Gang fahren, spart mächtig Treibstoff», so der TCS.

Fahre vorausschauend. Wenn du die Bremse oder das Gas weniger unnötig brauchst, spart dies auch Geld. «Früh vor Kreuzungen, Stopps oder Hindernissen ohne Gas im eingelegten Gang rollen lassen», so der TCS.

Wo kann ich günstig tanken?

Wir haben unsere Leserinnen gefragt, wo sie am günstigsten tanken.

(Bild: PLU)

Lisa schreibt uns, dass die bei der Avia-Tankstelle in Luzern 2.26 Franken für den Liter Bleifrei 95 bezahlt hat.

Silvana hat noch einen günstigeren Ort gefunden. Sie schreibt, dass sie in Neuenkirch bei der Garage Podesser 1.96 Franken für Bleifrei 95 bezahlt hat.

Unser Tipp ist die Tankstelle Ruedi Rüssel an der Spitalstrasse in Luzern. Im Bild siehst du, was für Preise am 10. März gelten.

Hast du noch einen besseren Tipp? Schreib ihn doch in unsere Kommentare.

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