Ein Online-Tool, das nicht nur Bünzli-Herzen höherschlagen lässt
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Naturgefahren, historische Gewässer, denkmalgeschützte Häuser. Das alles sieht man auf der Online-Karte. (Bild: Screenshot Zugmap.ch)

Neues Zugmap: Übersichtlicher und schneller Ein Online-Tool, das nicht nur Bünzli-Herzen höherschlagen lässt

3 min Lesezeit 1 Kommentar 19.05.2020, 13:01 Uhr

Wer wissen will, wem ein Grundstück gehört und wie hoch man dort bauen darf, der gelangt früher oder später auf Zugmap. Bis vor kurzem kostete die Abfrage einiges an Nerven. Nun wurde Abhilfe geschaffen: Die neue Version läuft stabil und ist einfacher zu bedienen.

Ja wer wohnt denn eigentlich in der hübschen Villa am See? Wie gross ist das Grundstück genau? Und gibt es in diesem Gebiet Naturgefahren? Alles Informationen, die man als Zugerin online einsehen darf. Nicht nur Bünzlis, die gern nachschauen, wem die Zuger Seevillen gehören, dürften Zugmap.ch kennen. Insbesondere für Grundstückkäufer gibt es hier essenzielle Informationen.

Diejenigen, welche das ältere Programm des Kantons Zug kannten, mögen nun innerlich aufstöhnen. Die Nutzung war bisher häufig mühsam, da das Programm nicht selten einfror, abstürzte oder – weil man zu schnell gescrollt hatte – scheinbar selbstständig Gebiete auskundschaftete.

Damit ist jetzt Schluss. Wie Markus Hess, der Leiter des Amts für Grundbuch und Geoinformation erklärt, hat man das alte System, das aus dem Jahr 2012 stammt, einer Generalüberholung unterzogen.

Der Nutzer hat Freude, der Bund ebenso

«In mehreren Bereichen hatten wir Nachholbedarf. Wir hatten etwa alte Server. Nun verfügen wir über moderne und aktuelle Technologien, die internationalen Standards entsprechen», sagt Hess. Ganz neu sei auch die Suchfunktion, mit der man nun auch direkt nach Themen suchen könne wie etwa nach «Seeuferschutzzonen» als Teil der kantonalen Schutzzonen. Das System zeigt dann direkt den Link auf die entsprechende Kartendarstellung.

«Wer seine Daten nicht auf Zugmap haben möchte, kann sie sperren lassen. Ähnlich wie bei der Autonummer.»

Markus Hess, Amtsleiter

Eine Sache macht den Verantwortlichen besonders Freude. Doch Obacht, jetzt wirds kurz technisch: «Besonders erfreulich ist, dass das neue Zugmap auch die Plattform ist, auf der der ÖREB-Kataster publiziert wird», schreibt das Amt in einer Mitteilung. Herr Hess, bitte um Ausdeutschung.

«Die ÖREB sind öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkungen. Zu diesen gehören etwa Bauzonen, Bebauungspläne, Lärmempfindlichkeitsstufen oder Grundwasserschutzzonen. So kann man etwa nachschauen, wie hoch auf einem Grundstück maximal gebaut werden darf.» Insbesondere für Bauherren oder Grundstückkäufer sind diese Informationen wichtig. Dass man diese online abfragen kann und nicht extra mehrere Behördengänge dafür absolvieren muss, ist neu.

Auch auf dem Handy nutzbar

Ganz freiwillig hat man den Kataster jedoch nicht aufgebaut. «Hierbei handelt es sich um eine Verbundaufgabe zwischen Bund und Kantonen. Der Bund hat die Kantone verpflichtet, den ÖREB-Kataster in ihrem Gebiet aufzubauen und zu publizieren. Dieser Forderung sind wir nun nachgekommen», sagt Hess.

Ebenfalls stolz ist der Amtsleiter darauf, dass Zugmap neuerdings auch auf dem Handy abrufbar ist. «Das ist ein grosser Fortschritt. Damit lassen sich Karten und Informationen zum aktuellen Standort direkt am Ort auf das Handy holen», so Hess.

Nicht alle Grundeigentümer sind aufzuspüren

Nicht jeder Grundeigentümer möchte seine Informationen aus dem Grundbuch im Internet für alle sichtbar haben. Die Kantone müssen deshalb Möglichkeiten bieten, dass Private ihre Daten schützen können. Wie läuft das in Zug?

«Wer seine Daten nicht auf Zugmap haben möchte, kann sie bei uns online über ein Formular sperren lassen. Ähnlich wie für die Sperrung der Autonummer», sagt Hess und ergänzt gleich: «In Bezug auf die Eigentümerauskunft vertritt der Kanton Zug eine liberale Haltung. Man kann bei uns mehrere Abfragen zu Grundstücken machen.»

Doch sei der Kanton verpflichtet, Serienabfragen zu verhindern. «Dieses Konzept sind wir derzeit am verfeinern.»

Und was zeigt der Selbsttest? Fantastisch. Nicht nur ist die Website massiv schneller als ihre Vorgängerin. Auch ist die Handhabung deutlich intuitiver und die Infos sind mit einem Klick gebündelt verfügbar. Und wem die Villa am See gehört, wissen wir nun auch.

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1 Kommentare
  1. Dominic Müller, 19.05.2020, 15:18 Uhr

    Was hat ZugMap mit Bünzlitum zu tun?
    Absolut bescheuerter Titel!

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