Ein Muni am Fasnachtsumzug: Darf man das?
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Siegermuni Kolin wurde am Fasnachtsumzug in Unterägeri mitgeführt. (Bild: Jan Pegoraro)

Unterägeri: Siegermuni des Schwingfests vorgeführt Ein Muni am Fasnachtsumzug: Darf man das?

3 min Lesezeit 2 Kommentare 08.03.2019, 15:03 Uhr

Am Fasnachtsumzug in Unterägeri ist der Siegermuni des Eidgenössischen Schwingfestes Kolin mitgelaufen. Dass ein Tier zwischen den Guuggemusigen vorgeführt wurde, goutieren längst nicht alle. Doch was ist dran an den Befürchtungen zum Stress für das Tier und einer möglichen Gefährdung der Zuschauer?

Siegermuni Kolin des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes (Esaf) in Zug wurde am Fasnachtsumzug in Unterägeri mitgeführt. Zwischen der Zuschauermenge und Guuggenmusiken stapfte der stolze Stier durch die Strassen. Schon am Umzug selbst wurde das Thema teils heiss beredet. Nun kursieren Bilder von Kolin im Netz, die etwa auf Facebook zur Diskussion führten.

Tierquälerei und Fahrlässigkeit?

Kritische Stimmen werfen den Verantwortlichen vor, dass das Tier gequält oder extremem Stress ausgesetzt wurde. Andere hielten die Aktion für stark fahrlässig, schliesslich hätte den Anwesenden etwas passieren können, wenn Kolin die Nerven verloren hätte.

Wiederum andere versuchen aber zu beschwichtigen und erklären, dass das Tier für das Esaf an Menschenmassen gewöhnt werden müsse. Doch wer hat denn nun Recht?

Der Krach ist stressig

Robert Gottschalk, der Präsident von Tierschutz Zug, sagt: «Solche Situationen sind im Allgemeinen sicherlich stressig für das Tier.» Dass neben der Masse an Menschen rund um das Tier auch noch Guuggenmusiken und der entsprechende «Krach» hinzukämen, sei bestimmt nicht sonderlich gut, ergänzt er.

«Auf der anderen Seite ist es ja bei Alpabzügen nicht anders, mit den Leuten, die links und rechts stehen», sagt der Tierschützer dann. Er frage sich mehr, ob es nicht einfach ein Werbemittel sei, und wenn dem so wäre, ob es da nicht bessere Lösungen gäbe.

Kann man den Muni daran gewöhnen?

Wie gestresst das Tier sich tatsächlich fühle, und wie viel da eine Angewöhnung nütze, findet Gottschalk schwierig einzuschätzen. Wir befragten deshalb einen Tierarzt.

Der Lärm und die Menschenmasse sei für einen Stier zwar weniger schlimm als für beispielsweise ein Pferd. Das liegt daran, dass Pferde die schreckhafteren Tiere sind, so Tierarzt Damian Hotz. Die Angewöhnung an solche Situationen sei aber sehr wichtig und müsse schon früh beginnen.

Von Kalbesbeinen an

Wenn ein Stier wie Kolin von klein auf Kontakt mit Menschen habe und des Öfteren zum Spazieren mitgenommen werde, dann könne er sich vermutlich sehr gut an solche Situationen gewöhnen. Ein erwachsener Stier hingegen würde schlechter auf eine solche Therapie anspringen, meint der Veterinär.

So ganz unzufrieden scheint weder Kolin noch die Passantin zu sein.

So ganz unzufrieden scheint weder Kolin noch die Passantin zu sein.

(Bild: Jan Pegoraro)

Mit Kolin habe man früh begonnen, sagt der Veranstalter des Eidgenössischen Schwingfestes in Zug, Esaf. «Man hat Kolin, seit er als Siegermuni ausgewählt wurde, an die Leute gewöhnt», sagt der Kommunikationsbeauftragte, Freddy Trütsch. Der Grund dafür sei, dass er am Esaf nicht ausflippen darf, wenn er in der Arena das erste Mal zwischen vielen Leuten ist.

Kolin hat seinen persönlichen Betreuer

In Absprache mit Züchtern und Fachleuten und aufgrund der Erfahrung früherer Eidgenössischer Schwingfeste sei klar gewesen, dass man das so handhaben müsse, sagt Trütsch.

Bisher sei es mit Kolin nie zu einem Problem gekommen. «Ich habe ihn immer sehr entspannt erlebt», sagt Trütsch. Das liege wohl nicht zuletzt auch daran, dass Kolin immer seinen persönlichen Betreuer dabei hat.

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2 Kommentare
  1. Michel Ebinger, 08.03.2019, 17:17 Uhr

    Heute machen die Medien wirklich aus jede Mücke einen Elefanten und wundern sich dann, das sie niemand mehr ernst nimmt

    0 👍 Gefällt mir 0 👏 Applaus 0 🤔 Nachdenklich 0 👎 Daumen runter
    1. Daniel Huber, 08.03.2019, 20:32 Uhr

      Einen Elefanten? Eher einen Muni 🙂

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