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Ebikoner Einkaufstempel sucht händeringend Mieter
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Mall of Switzerland: Wurde Druck auf Politiker ausgeübt? Düstere Vorgeschichten kommen wieder ans Licht. (Bild: halter.ch)

30 Prozent der Verkaufsfläche noch nicht vermietet Ebikoner Einkaufstempel sucht händeringend Mieter

3 min Lesezeit 1 Kommentar 29.04.2017, 16:37 Uhr

Das zweitgrösste Einkaufszentrum der Schweiz wird voraussichtlich Anfang November Tür und Tor öffnen. Doch bei der Mietersuche läuft es dem Management laut einem Pressebericht überhaupt nicht wie gewünscht – deshalb werde nun zum Zweihänder gegriffen. Ausserdem wurde eine Liste mit Gastronomiebetrieben publiziert, die in die Mall ziehen werden.

Dass der Mall of Switzerland die schwierigen Marktbedingungen im Detailhandel zu schaffen machen, ist weder Geheimnis noch Überraschung. Der Einkaufstempel im Rontal hat offensichtlich Probleme bei der Suche nach Mietern (zentralplus berichtete).

Mall in der Not?

Noch immer sind 30 Prozent der Fläche – zumindest auf dem Papier – unvermietet. Die Zeit drängt, denn bereits am 8. November soll erstmals Kundschaft durch das Konsumland wandeln. Lange Zeit war die Eröffnung gar auf Ende September geplant, der Termin musste auf Druck der Mieterschaft nach hinten verschoben werden (zentralplus berichtete).

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«Titel sowie der Inhalt des Bilanz-Beitrags sind reisserisch und entsprechen nicht der Realität.»

Werner Schaeppi, Pressesprecher Mall of Switzerland

Glaubt man dem Schweizer Wirtschaftsmagazin «Bilanz», ist die Situation des Mall-Managements verzweifelt. Laut dem Bericht schicke es im Rahmen einer konzentrierten Aktion Leute in die Luzerner Altstadt, welche den lokalen Läden einen Umzug nach Ebikon schmackhaft machen sollen. Sehr zum Unmut der innerstädtischen Konkurrenz.

Detaillisten und Mall am runden Tisch

Mall-Mediensprecher Werner Schaeppi widerspricht vehement: «Eine solche gezielte Aktion gibt es nicht.» Der Bilanz-Journalist sei von einem Geschäftsinhaber aus seinem Bekanntenkreis informiert worden, nachdem dieser das Ziel eines Anwerbeversuchs eines Mall-Mitarbeiters geworden sei, berichtet Schaeppi. Daraus habe er dann seine Geschichte abgeleitet. «Titel sowie Inhalt des Bilanz-Beitrags sind reisserisch und entsprechen nicht der Realität.» Man sei trotz schwieriger Marktsituation relativ gut aufgestellt und habe ein derartiges Vorgehen gar nicht nötig.

Heinz Bossert vom Detaillistenverband Kanton Luzern (DVL) sagt, er höre zum ersten Mal von der ungewöhnlichen Massnahme. Er wäre irritiert, sollte die Mall eine gezielte Kampagne in der Altstadt durchführen. Insbesondere da man erst Ende Januar auf Einladung der kantonalen Wirtschaftsförderung zusammen am runden Tisch gesessen sei: «Bernd Hofer, Geschäftsführer der Mall-Projektentwicklungsgesellschaft Freo AG, und Mediensprecher Werner Schaeppi haben damals Spezialkonditionen für 10 bis 12 unserer Verbandsmitglieder in Aussicht gestellt.»

Saftladen aus Dänemark

Bossert hat nach Absprache mit dem DVL-Vorstand mit Schaeppi das Gespräch gesucht: Daraufhin habe man jedoch keine Reaktion erhalten vonseiten des Mall-Managements. «Ich wäre sehr überrascht, würden nun unsere Mitglieder derart direkt angegangen», so Bossert.

Der Non-Food-Bereich in der Mall

Neben dem gastronomischen Angebot sind nach aktuellem Stand folgende Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe in der Mall vertreten:

  • Die Ankermieterin Migros ist mit allen ihren Sparten vertreten: Supermarkt, Do it + Garden Migros, SportXX, melectronics, micasa home, ONE Training Center.
  • Die Sparte Sport- und Modebekleidung ist wie folgt vertreten: Schild, Adidas, H&M, Mango, Foot Locker, Ochsner Sport und Metro Boutique.
  • Produkte aus dem Kosmetik- und Gesundheitsbereich findet man in folgenden Geschäften: Drogeriefachmarkt Müller, Apotheke und Drogerie Dr. Bähler Dropa, Inglot Cosmetics, Botanifique, Obey your Body
  • Dazu kommt die stehende Surfwelle von Jochen Schweizer und das Reisebüro TUI Suisse.
  • Damit die Kinder während der Einkaufstour der Eltern beschäftigt bleiben, hat die Mall eine 1'500 Quadratmeter grosse Kinder-Erlebniswelt vom spanischen Unternehmen «The Leisure Way» entwickeln lassen.
Während der klotzige Bau also durchaus noch überschüssige Mietflächen hat, wurden diese Woche Namen von Gastronomiebetrieben veröffentlicht, die den Besuchern den Aufenthalt versalzen respektive versüssen sollen. Dazu gehört etwa «Joe & The Juice – der Kult-Saftladen» aus Dänemark, der in der Schweiz neben der Mall auch in der Stadt Luzern sowie in Zürich mit einem Standort vertreten ist. Die Surf Arena Jochen Schweizer bietet neben einer künstlichen Surfwelle ein Restaurant. Dieses soll laut der Mitteilung einen Fokus auf Regionalität und Nachhaltigkeit setzen.

Smoothies- und Spirituosenladen zugleich

Auch die mexikanische Küche wird vertreten sein mit «Desperado». Die Zürcher Restaurantkette verkauft bereits in vier weiteren Schweizer Städten Nachos, Enchiladas, Burritos und Fajitas. Nicht nur die latein-, sondern auch die nordamerikanische Küche ist in der Mall präsent: «Ein McDonald’s darf nicht fehlen», steht in der Mitteilung geschrieben.

Gegen das schlechte Gewissen gibt es Frucht- und Gemüsesäfte und Smoothies bei SUC+. Der Schweizer Hersteller ist unter anderem auch noch im nahegelegenen Emmen Center vertreten. Aus Deutschland kommt die Kette «Coffee Fellows» in die Mall, die neben Espresso, Cappuccino, Latte und Co. auf Backwaren setzt. Ebenfalls Kaffee bietet «Sweet Life», das nebenbei Säfte, Smoothies, aber auch Spirituosen ausschenkt.

Waffeln und andere Süssigkeiten

Wenig überraschend, findet ausserdem die asiatische Küche Platz in der Mall mit «Food Court Number 1», das Restaurant hat sowohl Nudelgerichte als auch indisches Essen im Angebot. Die Ankermieterin Migros stellt ein eigenes Restaurant. Aus der deutschen Hauptstadt kommt «Wonder Waffel» nach Ebikon. Wie es der Name bereits sagt, erhält man hier mit Früchten gefüllte Waffeln inklusive Toppin nach Wahl. Ebenfalls Desserts gibt es im neusten Ableger des rosa Bäckerei-Riesen, Confiserie Bachmann.

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1 Kommentare
  1. G. Hauf, 30.04.2017, 13:00 Uhr

    Es wundert mich nicht, dass die sich Mieter nicht um einen Platz in der Mall of Switzerland reissen. Es scheint, dass die guten Zeiten für diese GIGA-GAGA Einkaufstempel langsam zu Ende geht !