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Die Ersten sind drin
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In der Himmelrich-Siedlung wird bereits gewerkt. Hier eine Kreation von Lionne Saluz. (Foto: abl/zvg)

Künstler im Luzerner «Himmelrich» Die Ersten sind drin

3 min Lesezeit 31.07.2015, 05:00 Uhr

Die Himmelrich-Siedlung in der Luzerner Neustadt steht vor dem Abbruch. Doch zuerst gehen derzeit die Schlüssel für über 60 Wohnungen an Kunst- und Kulturschaffende. Mit der kreativen Zwischennutzung hat sich die Liegenschaftsbesitzerin aber ganz schön was aufgehalst.

Zwei junge Männer schleichen um das Sperrgut in der Tödistrasse. Es wirkt wie ein Bild aus einer ausgestorbenen Stadt. Ein Blick auf die leeren Fenster ohne Vorhänge lässt erahnen, dass hier kaum noch jemand lebt. Die meisten Bewohner sind bereits ausgezogen und haben Habseligkeiten aussortiert. Doch hier geht eigentlich etwas ganz anderes vor.

Die beiden jungen Künstler suchen nach brauchbaren Stühlen, die sie in denselben Block tragen werden, aus welchem sie vor einigen Tagen entsorgt wurden. Denn derzeit richten sich zahlreiche Künstler und Kulturschaffende in den leer stehenden Wohnungen der Himmelrich-Siedlung der Allgemeinen Baugenossenschaft Luzern (abl) ein.

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Intensive Arbeitsphase

In der Siedlung, die ihrem Abbruch im September entgegensieht, finden über 70 Projekte Platz. 25 Wohnungsschlüssel haben bereits den Besitzer gewechselt. Anfang September werden die Türen geöffnet und die Bevölkerung kann sich durch die Wohungen und die Projekte bewegen, die hier entstehen.

Die abl hat damit ein ganz schön intensives Projekt gestartet. Die Mitarbeiter sind seit Wochen mit den Koordinationen und Übergaben von Wohungen beschäftigt, mit der Kommunikation zwischen den Bewohnern und der Dokumentation. Auch Bewilligungen für Verkauf und Gastronomie müssen eingeholt werden. «Dieses Projekt ist organisatorisch eine extreme Herausforderung», sagt Benno Zgraggen, Verantwortlicher für die Kommunikation.

Ein buntes Sammelsurium

In einigen Wohnungen wird bereits mit Hochdruck gearbeitet, andere werden erst in den letzten Tagen im September bezogen. Denn von der Umgestaltung der Wohnungen über Ateliernutzungen bis zu Ausstellungen ist alles dabei.

«Wir haben den Fächer weit aufgemacht.»
Benno Zgraggen, Kommunikationsverantwortlicher für das Projekt

Während im Parterre bekannte Luzerner Gastronomen, wie unter anderem Simon Tanner mit dem Alpineum, Dominik und Fiona Meyer und die Zuckerbäckerin Kathrin Steiner einziehen, bieten die Wohnungen darüber ein buntes Sammelsurium an künstlerischen und kulturellen Projekten.

«Wir haben den Fächer weit aufgemacht», erklärt Zgraggen. Auch er habe noch nicht den kompletten Überblick über alle beteiligten Künstler. «Wir haben viele Künstler, die nicht eine ganze Wohnung für ihr Projekt benötigen, und deshalb sind noch zahlreiche Einzelpersonen mit ihren Projekten dazugekommen.»

Von Delfinliebe und Spielzimmern

Ein Blick auf die Übersichtsplanung zeigt eine riesige Vielfalt von Künstlern und Projekten. Internationale Kunst vermischt sich mit regionalen Kulturprojekten und Quartierarbeit. Mit Nägeln, Bäumen und kübelweise Farbe wird gearbeitet. Auch Yogakunst und die Liebe zu Delfinen finden Platz. Sogar ein komplettes Theaterstück mit Aufführungen wird in der kurzen Zeit vom Theater Zell:stoff in einer Wohnung erarbeitet. Doch der Grossteil der Nutzer sind bildende Künstler wie Geri Waser und Kurt F. Hunkeler oder auch Maschinenkünstler, Horror-Künstler und 3D-Druck-Künstler.

Zudem wird von verschiedenen Gruppen das Thema Nachbarschaft und Wohnen beleuchtet. Und auch die aktuellen Trends wie Foodwaste oder die Verwertung von Abfall in der Kunst werden in der Himmelrich-Siedlung thematisiert. Andere Bewerber suchten ganz einfach Raum, um sich zu treffen oder zu spielen. Auch dafür war die abl offen.

Und aussen wird ebenfalls verschönert. So darf sich das Künstlerduo QueenKong an einer der Fassaden der Tödistrasse austoben. Hinzu kommen ein Fotodom und ein Pop-up-Warenhaus, die jeweils ein ganzes Haus übernehmen.

zentral+ wird während der Arbeitsphase über ausgewählte Projekte und Künstler berichten.

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