Detailhandel
Am unteren Postplatz steht neu ein winziges Bijou

Ein Kiosk in Zug, der ganz ohne Zeitungen auskommt

Der Kioskbetreiber Moohanamoorthy Kasipillai (l.) gemeinsam mit Mitarbeiterin Barbara Müller und Buchhalter Mikisan Visayakumaran. (Bild: wia) (Bild: wia)

Raucher und Lottospielerinnen, die in der Zuger Altstadt leben, können sich freuen. Seit rund einer Woche steht am unteren Postplatz ein neuer Kiosk. Wir haben uns das Unikat genauer angeschaut und uns in einem Chrömerliladen gewähnt.

Rund ein Jahr lang bestand beim Zuger Postplatz eine winzige Brache. Der alte Kiosk, der jahrzehntelang vor Ort betrieben wurde, wurde im vergangenen Sommer abgerissen. Der Pächter Kasipillai Mohanamoorthy liess den alten Kiosk abreissen, da dieser über die Jahre marode geworden war. Ersetzt wurde der Betrieb nun durch ein kleines, feines Bijou, wie ein Augenschein vor Ort zeigt.

Liebevoll eingebettet zwischen Strasse, Häusern und Parkplatz

In zartem Lindgrün präsentiert sich der winzige, abgerundete Bau. Davor ein paar Stühle, ein Tischchen und ein Sonnenschirm. Das Besondere: Nicht nur die Fassade ist aus Holz, sondern auch die Innenausstattung. Alle Regale sowie auch die Theke sind aus Holz gezimmert, was dem Geschäft einen Hauch von einem Chrömerliladen verleiht.

Spannend: Obwohl der Kiosk am Postplatz winzig ist, ist er für Kunden begehbar und verfügt über zwei Türen, mit denen der Laden ausserhalb der Öffnungszeiten abgeschlossen werden kann.

Der Zug Kiosk am unteren Postplatz musste hohen ästhetischen Ansprüchen genügen. (Bild: wia)

Die Architekten hinter dem aussergewöhnlichen Zwergbau: Niggli und Realini Architekten aus Emmenbrücke. Sie hatten keine einfache Aufgabe, denn der Kiosk liegt in einer Ortsbildschutzzone. Daher bestanden seitens der Stadt und der kantonalen Denkmalpflege klare erhöhte gestalterische Anforderungen, wie man auf der Webseite der Architekten liest.

Der Kiosk deckt die altstädtischen Zigarettenbedürfnisse ab

Hinter der Theke steht Barbara Müller. Die erfahrene Kioskfrau erzählt: «Das Geschäft muss erst ins Rollen kommen. Viele wissen noch nicht, dass es uns gibt. Doch kommen immer wieder Leute vorbei, um zu ‹schneuggen›.» Auch das Zuger Seefest habe den Betrieb angekurbelt. «Viele kamen zu uns, da sie am See keine Getränke mehr ergattern konnten», sagt Müller.

Der Geschäftsführer des unabhängigen Betriebs, Kasipillai Mohanamoorthy, erzählt: «Wir sind sehr zufrieden, wie der Kiosk geworden ist. Auch den Kunden gefällt es. Viele freuen sich darüber, dass es uns gibt.» Dies insbesondere, weil es in der Zuger Altstadt ansonsten keinen Kiosk gibt.

Einsiedler Kaffee und Hotdogs, dafür kein Papier

Mohanamoorthy ist stolz auf sein Sortiment. «Wir verkaufen neben den typischen Kioskartikeln auch Kaffee von der Einsiedler Rösterei Dreiherzen, daneben Tee und Gipfeli. Um die Mittagszeit gibt es zudem Hotdogs.» Zeitungen und Zeitschriften sucht man beim «Zug Kiosk» vergebens. «Das lohnt sich fast nicht mehr. Die meisten Leute informieren sich mittlerweile ausschliesslich online», sagt der Geschäftsführer.

Es ist eine Erfahrung, die Mohanamoorthy selber gemacht hat. Während zwei Jahren führte er den Kiosk an der Bahnhofstrasse, gleich neben dem Spar. Dieser wurde im Februar an einen anderen Pächter übergeben.

Der neue Kiosk ist nicht das einzige Projekt, das der gebürtige Sri Lanker am Start hat. «Im Herbst möchte ich an der Poststrasse einen asiatischen Laden sowie einen Take-away eröffnen.» Noch müsse dort jedoch umgebaut werden.

Verwendete Quellen
  • Augenschein und Gespräche vor Ort
  • Webseite des Architekturbüros Niggli und Realini Architekten
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