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Der neue «sechste Stadtrat» heisst Urs Achermann
  • Politik
Der neue Stadtschreiber Urs Achermann schnuppert Rathaus-Luft. (Bild: jwy)

Nachfolge von Luzerner Stadtschreiber Toni Göpfert Der neue «sechste Stadtrat» heisst Urs Achermann

3 min Lesezeit 16.02.2017, 13:51 Uhr

Der Luzerner Stadtschreiber Toni Göpfert räumt nach 27 Jahren seinen Platz. Nun hat der Stadtrat seine Nachfolge bestimmt: Es ist Urs Achermann. Der 47-Jährige stammt aus Luzern und arbeitet momentan in der Verwaltung des Kantons Nidwalden. Und der Neue dürfte auch einiges günstiger sein als sein Vorgänger.

Am Mittwoch, 15. Februar hat sich der Stadtrat für einen neuen Stadtschreiber entschieden: Es ist der Luzerner Jurist Urs Achermann. Er folgt auf Toni Göpfert (63, FDP), der sich auf Ende Juli 2017 nach rund 27-jähriger Tätigkeit als Stadtschreiber frühzeitig pensionieren lässt.

Die Stelle des Stadtschreibers wurde Mitte Oktober 2016 ausgeschrieben. Mitte November 2016 begann das mehrstufige Auswahlverfahren unter den 33 Bewerbenden. Der Stadtschreiber leitet die Stadtkanzlei mit ihren 35 Mitarbeitenden und amtet als Stabschef und Sekretär des Grossen Stadtrates. «Wir haben uns das sorgfältig überlegt und uns mehrere Monate Zeit genommen, wir hatten eine gute Auswahl», sagt Stadtpräsident Beat Züsli.

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Für Achermann habe gesprochen, dass er einen juristischen Hintergrund hat, Verwaltungserfahrung sowie gute regionale Kenntnisse mitbringe.

Stadtpräsident Beat Züsli, der künftige Stadtschreiber Urs Achermann und der abtretende Toni Göpfert.

Stadtpräsident Beat Züsli, der künftige Stadtschreiber Urs Achermann und der abtretende Toni Göpfert.

(Bild: jwy)

Grosse Fussstapfen

«Es sind grosse Fussstapfen, in die ich hier auffüllen muss», sagt Urs Achermann. «Ich versuche weiterhin optimale Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Politik gut wirken kann.»

Der 47-jährige Urs Achermann ist verheiratet und wohnt mit seiner Familie in Rothenburg. Er ist in keiner Partei, hat aber Verwaltungsefahrung und «weiss, wie der Politikbetrieb läuft». Achermann erwarb 1997 das Lizentiat der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich, 1999 das Anwaltspatent des Kantons Luzern. 2008 promovierte er zum Doktor der Rechtswissenschaft der Universität Zürich.

Von 1999 bis 2004 arbeitete Achermann als Gerichtsschreiber am Amtsgericht Luzern-Land. Anschliessend wechselte er in die Verwaltung des Kantons Nidwalden, in der er als Direktionssekretär tätig ist, bis Mitte 2012 zu je 50 Prozent für die Landwirtschafts- und Umweltdirektion sowie für die Baudirektion, anschliessend zu 100 Prozent für die Baudirektion. Zurzeit absolviert Urs Achermann berufsbegleitend eine Weiterbildung zum Thema «Public Management und Politik» an der Hochschule Luzern – Wirtschaft.

Zwei Monate Übergangszeit

Urs Achermann wird sein neues Amt als Stadtschreiber offiziell am 1. August 2017 antreten. Damit ein optimaler Übergang mit dem jetzigen Amtsinhaber, Stadtschreiber Toni Göpfert, sichergestellt werden kann, wird er bereits am 1. Juni 2017 in den Dienst der Stadt Luzern treten. Im Juni wird er zu 80 Prozent und im Juli zu 100 Prozent tätig sein.

Toni Göpfert ist froh um diese zweimonatige Übergangszeit. Das sei nach 27 Jahren in einer Kaderposition nicht selbstverständlich.

Der neue und der alte: Urs Achermann und Toni Göpfert.

Der neue und der alte: Urs Achermann und Toni Göpfert.

(Bild: jwy)

Personelle und fachliche Führung

Im Stelleninserat der Stadt Luzern stand unter anderem: «In dieser zentralen Schlüsselposition haben Sie die Gesamtverantwortung für die personelle und fachliche Führung der Stadtkanzlei mit rund 38 Mitarbeitenden. Als Stadtschreiber nehmen Sie mit beratender Stimme an den Sitzungen, Seminaren und Workshops des Luzerner Stadtrates teil sowie an den Sitzungen des Grossen Stadtrates und dessen Kommissionen.»

Nebst mehrjähriger Verwaltungs- und Führungserfahrung war für die Stelle «eine Persönlichkeit mit universitärer Ausbildung als Jurist oder gleichwertiger Ausbildung mit fundierten Kenntnissen im öffentlichen Recht und Managementerfahrung» gefragt. Ausserdem hohe Beratungs- und Sozialkompetenz, Empathie, Projektmanagementerfahrung sowie Verständnis und Vernetzungsfähigkeiten für politische, wirtschaftliche und rechtliche Zusammenhänge.

«Sparen» dank Göpfert?

Detail am Rande: Mit Toni Göpferts Abgang «verliert» die Stadt ihren bestverdienenden Mitarbeiter. Denn nach Annahme der SVP-Lohnsenkungsinitiative im April 2015 mussten die Saläre der Stadträte bekanntlich von 247’000 auf 200’000 Franken gesenkt werden – jenes des Stadtpräsidenten von 264’000 auf 220’000 Franken.

Das führte zur seltsamen Situation, dass Göpfert als einziger Stadtmitarbeiter mehr verdiente als die Stadträte. Das wird aber bald Geschichte sein. Denn bis Göpferts Nachfolger wieder in diese Gehaltsklasse kommt, muss er wohl zuerst einige Jahre – oder Jahrzehnte – im Amt sein. Zur Lohnfrage sagte Beat Züsli nur, dass sich dieser innerhalb der «üblichen städtischen Grundsätzen» bewegt.

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