Bereits über zwölf Jahren führt Juliana Hammer das «Hotel Restaurant Hammer» im Emmenthal (Bild: zvg)
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Bereits über zwölf Jahren führt Juliana Hammer das «Hotel Restaurant Hammer» im Emmenthal (Bild: zvg)

Gründer-Enkelin zieht sich aus Hotel Hammer zurück

4min Lesezeit

Ihre halbe Kindheit verbrachte Juliana Hammer im Familienbetrieb «Hotel Restaurant Hammer». Die letzten zwölf Jahre war sie im Eigenthal als Geschäftsleiterin tätig, nun geht sie in Pension. Der langjährige Eigentümer wird nun über die Zukunft des «Hammer» entscheiden.

Sara Hensler

Nach zwölf Jahren als Geschäftsführerin des «Hotel Restaurant Hammer» im Eigenthal verlässt Juliana Hammer den bekannten Betrieb. Es sei nun der richtige Zeitpunkt gekommen, um sich als Geschäftsführerin des Hotels zurückzuziehen, meint die langjährige Geschäftsleiterin. Über die weitere Zukunft entscheiden wird der langjährige Eigentümer Konrad Fischer aus Zürich.

Das Konzept, so Hammers Hoffnung und Annahme, werde sich aber auch nach ihrer Pension nicht gross ändern. Auch der Name werde höchstwahrscheinlich übernommen. «Immerhin ist der Name ‹Hammer› weithin etabliert und zu einer Marke geworden, der man vertraut», so die über 60-Jährige. Fischer, der Eigentümer selbst, war für zentralplus trotz mehrfachen Nachfragen nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Nach ihrer Pension wird Juliana Hammer durch ihre dort verbrachte Kindheit noch immer mit dem Ort und Gebäude verbunden bleiben. Doch der Abschied scheint ihr nicht allzu schwer zu fallen: «Neue Ideen sind immer gut. Vielleicht wird das Hotel nun ja noch besser weitergeführt», meint Hammer optimistisch.

Neue Projekte für Hammer

Kompletter Stillstand wäre jedoch nichts für Juliana Hammer. Obwohl sie sich bereits im Pensionsalter befindet, steht sie noch lange nicht still: «Ich bin noch gefühlt 35-jährig», meint die 1952 geborene Luzernerin. «Jetzt habe ich endlich mehr Zeit, um weiter Chinesisch zu lernen und später einmal nach China zu gehen», so Hammer.

Bereits seit drei Jahren lernt sie Chinesisch. Dies ist jedoch nur eine der Sprachen, die sie spricht. Denn neben der Hotellerie waren auch die Fremdsprachen einer ihrer Lebensinhalte. Schon früh lernte sie Französisch, Englisch, Italienisch und Spanisch. 

Diese ermöglichten es ihr nach der absolvierten Hotelfachschule, an verschiedensten Orten wie Genf, London, Paris und Barcelona zu arbeiten. Spanien wurde für zwei Jahrzehnte zu ihrer neuen Heimat. Gemeinsam mit ihrem damaligen Mann führte sie in Barcelona ein kleines Hotel mit Restaurant. Auch ihre zwei Töchter kamen dort zur Welt.

«Ich mache immer alles 200-prozentig, deshalb habe ich Spanien nie nachgetrauert.»

Juliana Hammer

Als die Ehe jedoch in die Brüche ging, kehrte Hammer in die Schweiz zurück. Mit einigen Umwegen landete sie im Jahr 2007 wieder in ihrem Elternhaus im Eigenthal. «Ich bin in erster Linie nicht wegen meiner familiären Verbindung zum Hotel zurückgekommen, sondern weil es einfach ein schönes Hotel in sehr gutem Zustand ist», so Hammer.

Doch der jetzige Abschied ist ein grosser, denn der riesige Holzbau wurde 1903 von ihrem Grossvater Anton Hammer gebaut und ging von seinen in die Hände seines Sohns über. Auch er war leidenschaftlicher Hotelbetreiber und übernahm den Betrieb in den 1950er-Jahren. Er gab in den 60er-Jahren dem Hotel seinen heutigen Namen. Früher wurde das heutige «Hotel Hammer» noch «Hotel Pilatusblick» genannt.

Doch mit ihrer Vergangenheit scheint Juliana Hammer im Guten verblieben, ob mit ihrer ehemaligen Heimat in Spanien oder mit dem «Hotel Hammer»: «Ich mache immer alles 200-prozentig, deshalb habe ich nie etwas nachgetrauert.» Genauso entschlossen wird Hammer nun ihren eigenen Projekten nachgehen, obwohl sie vermutlich weiterhin im «Hotel Restaurant Hammer» anzutreffen sein wird – künftig «nur» noch als Gast.

Im Jahr 1903 wurde das Gebäude unter anderem von Anton Hammer selbst gebaut.
Im Jahr 1903 wurde das Gebäude unter anderem von Anton Hammer selbst gebaut. (Bild: Facebook/Hotel Hammer)

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