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Das Lucerne Festival interessiert sich für erotische Macht
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Die Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Sir Simon Rattle am Donnerstagabend am Lucerne Festival. (Bild: Peter Fischli/Lucerne Festival)

Sommer 2019: Mozart-Opern und Starmusiker Das Lucerne Festival interessiert sich für erotische Macht

4 min Lesezeit 29.10.2018, 10:58 Uhr

Wer sich an den Luzerner Festspielwochen die besten Orchester und Dirigenten der Welt anhören will, sollte sein Ticket online buchen. Das ist für Einzelkarten zwar erst ab 29. März 2019 möglich, aber Abo-Pässe gibt’s ab sofort. Und wer nächsten Sommer kommt, ist auch schon klar. Ausserdem das Motto des Festival: «Macht».

Das sommerliche Lucerne Festival zwischen 16. August bis 15. September nähert sich dem gesellschaftspolitischen Thema «Macht» aus unterschiedlichsten musikalischen Perspektiven. Einen zentralen Schwerpunkt bildet der «Mozart-Da-Ponte-Zyklus» mit den drei Opern «Le nozze di Figaro», «Don Giovanni» und «Così fan tutte», die drei Facetten der Macht umkreisen: die politische, die erotische und die psychologische Macht.

Wie die Festivalleitung am Montag bekanntgab, dirigiert Teodor Currentzis  diesen Zyklus mit dem musicAeterna orchestra and chorus of Perm Opera und mit Solisten wie Dimitris Tiliakos als Don Giovanni, Kate Royal als Contessa, Nicole Chevalier als Fiordiligi, Florian Boesch als Don Alfonso oder Paula Murrihy in gleich zwei Rollen.

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Die Berliner Philharmoniker spielen Tschaikowsky

Beim «composer-in-residence», dem Schweizer Komponisten und Pionier elektronischer Musik Thomas Kessler, wird das Thema zu einer Reflexion über musikalische Machtverhältnisse genutzt, so etwa beim Orchesterstück «Utopia III», wo die Musiker die live-elektronische Klangmodulationen ihres Spiels selbst steuern können.

Die drei Schicksalssinfonien von Peter Tschaikowsky erklingen mit dem Lucerne Festival Orchestra unter der Leitung von Riccardo Chailly, den Berliner Philharmonikern unter Kirill Petrenko und dem Mariinsky Orchestra unter Valery Gergiev, der auch Schostakowitschs Zehnte Sinfonie präsentiert: die Abrechnung des Komponisten mit seinem Widersacher Stalin.

Komposition aus Hertenstein erklingt

Chefdirigent Riccardo Chailly widmet sich mit dem Lucerne Festival Orchestra zur Eröffnung
 des Sommer-Festivals 2019 dem russischen Komponisten Sergej Rachmaninow, den die Sowjetmacht ins Exil trieb. Den Solistenpart in Rachmaninows Drittem Klavierkonzert übernimmt Denis Matsuev. In diesem Konzert erklingen ausserdem die Orchesterfassung der Vocalise op. 34 Nr. 14 und die Dritte Sinfonie, die der Komponist 1936 in seiner Villa Senar in Hertenstein bei Luzern vollendete.

Im zweiten Programm des Orchesters treffen Tschaikowskys Vierte Sinfonie und seine Fantasie-Ouvertüre Romeo und Julia auf Strawinskys Violinkonzert, Solist ist Leonidas Kavakos. In einem weiteren Konzert wird Mahlers Sechste Sinfonie aufgeführt.

Jungmusiker arbeiten mit Riccardo Chailly

Leonidas Kavakos übernimmt in Luzern im Sommer die Position des «artiste étoile». Er hat sich für seine Luzerner Residenz Werke von Chausson, Ravel und Sibelius, Strawinsky und Korngold sowie, bei einem Solo-Rezital, von Mozart, Prokofjew, Bartók und Strauss ausgewählt, die ihm besonders am Herzen liegen.

Die Musiker der Lucerne Festival Academy und die Lucerne Festival Alumni arbeiten erstmals mit Riccardo Chailly, dem Chefdirigenten des Lucerne Festival Orchestra. Das gemeinsame Programm umfasst Werke von Mossolow, Schönberg, Maderna und Wolfgang Rihm, dem Künstlerischen Leiter der Akademie.

Was das Gewehr zum Kopf sagte

Im Rahmen der Lucerne Festival Academy werden ausserdem die neuen Werke von Marianna Liik und Josep Planells Schiaffino mit den Dirigenten Ruth Reinhardt und David Fulmer erarbeitet. Weitere Schwerpunkte bilden Werke von «composer-in-residence» Thomas Kessler, darunter «said the shotgun to the head» mit Texten des Slam-Poeten Saul Williams aus Los Angeles, und die Zusammenarbeit mit dem Komponisten und Dirigenten Sir George Benjamin.

Im Sommer startet der Pianist Igor Levit seinen Zyklus aller 32 Klaviersonaten Ludwig van Beet- hovens, der sich über mehrere Festivals erstreckt und den er bis zum Ende des Beethoven-Jahrs 2020 abschliessen wird. In den beiden ersten Rezitalen im Sommer 2019 erklingen zunächst die Sonaten G-Dur op.79, As-Dur op. 26, jene in f-Moll op. 2 Nr. 1 und die «Waldstein»-Sonate. Das zweite Rezital umfasst die Klaviersonaten Fis-Dur op. 78, Es-Dur op. 7, G-Dur op. 14 Nr. 2 und die Klaviersonate Es-Dur op. 81a «Les Adieux».

Simon Rattle dirigiert Haydn, Britten, Rachmaninow

Für das «Räsonanz»-Stifterkonzert treffen das London Symphony Orchestra und Sir Simon Rattle auf Barbara Hannigan und interpretieren gemeinsam «let me tell you», ein Werk für Sopran und Orchester des dänischen Komponisten Hans Abrahamsen, sowie Messiaens «Éclairs sur l’Au-Delà».

Das London Symphony Orchestra unter Sir Simon Rattle kombiniert in einem zweiten Konzert Werke von Haydn, Britten und Rachmaninow. Die Reihe Moderne umfasst unter anderem Konzerte mit dem Jack Quartet, mit Heinz Holliger (zum 80. Geburtstag) und Studierenden der Hochschule Luzern – Musik, mit Yuko Kakuta und Yukiko Sugawara sowie Uraufführungen von Mark Andre und Thomas Kessler. Ausserdem gelangt ein Musiktheater mit dem ensemble ascolta zur Aufführung.

Defilee der grossen internationalen Namen

Das West-Eastern Divan Orchestra kehrt mit Daniel Barenboim und Anne-Sophie Mutter nach Luzern zurück. Das Chamber Orchestra of Europe wird von Bernard Haitink dirigiert, der ausserdem auch eines der beiden Konzerte mit den Wiener Philharmonikern leitet; das zweite Konzert übernimmt Andrés Orozco-Estrada.

Das Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam kommt erneut mit zwei Programmen nach Luzern, so auch die Berliner Philharmoniker mit ihrem neuen Chefdirigenten Kirill Petrenko.

Jakub Hrůša dirigiert das Mahler Chamber Orchestra, und Andris Nelsons reist erstmals mit dem Gewandhausorchester Leipzig zum Festival. Valery Gergiev wird mit dem Mariinsky Orchestra zu Gast sein, Long Yu mit dem Shanghai Symphony Orchestra und Zubin Mehta mit dem Israel Philharmonic Orchestra. Das Orchestre National de France kehrt nach 13 Jahren nach Luzern zurück, diesmal unter der Leitung von Emmanuel Krivine.

Zu den Solisten des Festivals zählen neben den bereits genannten die Sänger Anna Lucia Richter, Christine Goerke und Stuart Skelton, die Geiger Frank Peter Zimmermann, Vilde Frang und Patricia Kopatchinskaja, die Bratschistin Tabea Zimmermann, die Pianisten Murray Perahia, Maurizio Pollini, Sir András Schiff, Yuja Wang und Evgeny Kissin.

                       

    

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