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Bürgerliche bringen Unterwasser-Velostation zurück ins Spiel
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Die Initianten präsentieren ein eigenes Projekt und können sich auch ein Bistro bei den Treppenaufgängen vorstellen. (Bild: zvg)

Luzern soll private Alternative prüfen Bürgerliche bringen Unterwasser-Velostation zurück ins Spiel

2 min Lesezeit 1 Kommentar 15.07.2019, 10:36 Uhr

Die Velos entlang der Bahnhofstrasse sollen zukünftig in einem unterirdischen Parking abgestellt werden. CVP und FDP verlangen nun, dass die private Idee einer Station unter der Reuss nochmals geprüft wird.

Die Bahnhofstrasse in der Stadt Luzern wird bis 2023 komplett neu gestaltet. Gleichzeitig sollen die Veloparkplätze aufgehoben und unter den Boden verschoben werden. Die Stimmbevölkerung hat diesen Mai einem Projektierungskredit für die unterirdische Velostation zugestimmt (zentralplus berichtete).

Kurz vor der Abstimmung tauchte indes ein alternativer Vorschlag auf: Die City-Vereinigung und der Wirtschaftsverband präsentierten die Idee des Architekten Frieder Hiss für ein Veloparking unter der Reuss. Allerdings konnte die Politik nicht mehr darauf reagieren und Kritik am Zeitpunkt der Lancierung wurde laut (zentralplus berichtete).

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Nun fordern die beiden Grossstadträte Andreas Felder (CVP) und Rieska Dommann (FDP) in einem dringlichen Postulat, dass die Stadt diesen Vorschlag prüft. Der Entscheid für die geplante Velostation unter der Bahnhofstrasse sei «nochmals kritisch zu hinterfragen».

Kosten senken?

Die beiden argumentieren unter anderen mit dem Abstimmungsresultat von Mitte Mai. Damals stimmten 54 ,4 Prozent dem städtischen Vorschlag des Veloparkings zu. «Die Zustimmung fiel eher knapp aus», schreiben die Bürgerlichen in ihrem Vorstoss. Es sei davon auszugehen, dass die hohen Kosten der Velostation – sie werden auf rund 13 Millionen Franken geschätzt – ein wesentlicher Grund für die knappe Zustimmung gewesen seien.

So soll die geplante Velostation unter der Bahnhofstrasse aussehen, für die das Stimmvolk im Mai grünes Licht gegeben hat.

Gemäss den privaten Initianten der Velostation unter der Reuss käme ihr Projekt günstiger zu stehen, weil es die Werkleitungen im Boden der Bahnhofstrasse nur minim tangieren würde. Gemäss dem Postulat von Felder und Dommann würde die Alternative zirka elf Millionen Franken kosten – und damit zwei Millionen weniger als das aktuell vorgesehene Projekt.

Die Station unter der Reuss böte zudem Platz für 1’500 Velos und damit 400 mehr als beim städtischen Vorschlag. «Die Kosten pro Abstellplatz würden somit rund 7’250 Franken betragen im Unterschied zu den veranschlagten Kosten von 12’400 Franken für das Projekt unter der Bahnhofstrasse», heisst es im Postulat. Ebenso wäre es allenfalls möglich, die Umsetzung zeitlich vorzuziehen.

Felder und Dommann erwähnen zudem die Möglichkeit, oberirdisch ein kleines Bistro sowie Ufertreppen als Zugang zur Reuss zu realisieren.

Stadtrat dagegen

Der Stadtrat hat bereits im Frühling klargemacht, dass die private Alternative zu spät kommt. Dies, weil das Stimmvolk im Mai über ein konkretes Projekt abgestimmt hat. «Da kann man nicht plötzlich einen neuen Standort ins Spiel bringen», sagte Stadtrat Adrian Borgula damals gegenüber der «Luzerner Zeitung».

Sollte das Stadtparlament dies anders sehen und im Herbst das Postulat von CVP und FDP überweisen, müsste er wohl über die Bücher.

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1 Kommentare
  1. Frido Stutz, 15.07.2019, 21:13 Uhr

    Fahrradfahrer wollen nahe an ihrer Ziele ihre Velo abstellen und nicht über Rampen in den Untergrund und über Treppen wieder an auf die Strassenebene hochsteigen müssen. Deshalb müssen Velostationen dezentral positioniert und laufend den sich immer wieder ändernden Bedürfnissen angepasst werden. Zudem müssen nebst dem Velo auch persönliche Gegenstände und Gepäck sicher deponiert werden können, damit der Kofferraum des Autofahrers ersetzt wird. Velostationen müssen 24 Stunden geöffnet und für die Benutzer sicher sein vor Kriminalität, Vandalismus und Diebstahl; auch für teure und kostbare E-Bikes. Diese Anforderungen erfüllen konventionelle Velostationen nicht, deshalb würde Luzern besser innovative, automatische Velotürme installieren, welche nur einen Bruchteil der Raumes benötigen und wesentlich kostengünstiger sind. Solche können auch in Schächten unter der Reuss installiert werden. Im Zeitalter der Digitalisierung müssen diese mit modernster Weise, so mit Smartphone oder dergleichen bedient werden können.