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Sportpower für uns – Energieloch für Wildtiere
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Kopfdurchlüften im Schneeschuhparadies der Voralpen – Für Wildtiere leider nicht so paradiesisch wie für uns.

Mit einfachen Regeln auf Tiere Rücksicht nehmen Sportpower für uns – Energieloch für Wildtiere

3 min Lesezeit 27.11.2015, 13:33 Uhr

Mitten drin in der freien Natur. Was für Outdoor-Sportler pure Erholung und Spass ist, bedeutet für Wildtiere grossen Stress. Stress, der bis zum Erschöpfungstod führen kann. Heisst das, ich muss auf meinen Freizeitspass verzichten?

Luzern ist das Tor zur eindrücklichen Innerschweizer Bergwelt. Was die Touristen in Scharen an die Luzerner Seepromenade lockt, begeistert auch naturverliebte Anwohner und Neuzuzügler wie mich. Nicht nur weil ich die Bergwelt gerne von hier aus bestaune, sondern vor allem weil ich in meiner Freizeit viel schneller und öfter mitten drin sein kann. Ob am Feierabend noch rasch auf die «Fräki» mit dem Bike, oder jetzt mit dem Wintereinbruch bei frischem Pulverschnee auf eine kurze Abfahrt «Melchtal», von Luzern aus kein Problem. Mitten drin in der Natur zu sein ist für meine Sportlerkollegen und mich pure Erholung und richtiges «Kopfdurchlüften». Für Wildtiere bedeutet unser Freizeitspass aber grossen Stress.

Überlebenswichtige Winterruhe

Gerade erst letzte Woche bin ich auf meiner Joggingstrecke auf dem Sonnenberg wieder einmal einem Reh über den Weg gelaufen. Durch mein Kommen aufgeschreckt, machte es sich in eleganten Sprüngen aus dem Staub. Freudig blickte ich ihm hinterher und fühlte mich ganz naturverbunden. Auf dem Nachhauseweg kam ich aber ins Grübeln.

Auch wenn sich die Rehe auf dem Sonnenberg schon einiges an Freizeitbetrieb gewohnt sind, ist die Freude wohl sehr einseitig. Gerade im Winter sind Wildtiere besonders auf Ruhe angewiesen. Sie müssen sparsam mit ihren Energiereserven umgehen, denn schneefreie Flächen sind rar und somit das Futter knapp. Deshalb ziehen sie sich in ungestörte Gebiete zurück, in den Wald oder an Waldränder. Also genau dahin, wo ich als Freizeitsportlerin auch unterwegs bin. Einmal aufgescheucht verbrauchen die Tiere kostbare Energie für ihre Flucht. Energie, die ihnen später möglicherweise zum Überleben fehlt. Denn was für sie bereits im Sommer eine grosse Störung ist, kann im Winter zum Erschöpfungstod führen.

Simple Regeln für mehr Natur

Heisst das, ich muss auf meinen Freizeitspass, mein «Kopfdurchlüften» verzichten? Zum Glück nicht unbedingt, eine kleine Recherche hat mich beruhigt. Ich kann die Ruhe und den Lebensraum der Wildtiere auch respektieren, wenn ich mich an ein paar simple Regeln halte:

1. Wildruhezonen und Wildschutzgebiete beachten
2. Im Wald auf Wegen und bezeichneten Routen bleiben
3. Waldränder und schneefreie Flächen meiden
4. Hunde an der Leine führen – insbesondere im Wald

Clevere Planung bringt Respekt

Ein paar Klicks weiter haben mir gezeigt, dass einer meiner Lieblingswege auf die Fräkmüntegg durch eine Wildruhezone führt. Wildruhezonen sind rechtlich geschützt und die Missachtung der Regeln kann mit einer Busse bestraft werden. Als Wintersportler muss ich sie entsprechend umfahren oder umgehen. Auf ganz bestimmten Routen kann ich die Zone aber weiterhin durchqueren. Mit etwas mehr Planung bei der Routenwahl kann ich die Wildtiere und ihre Rückzugsräume also ohne grossen Verzicht respektieren und die Berg- und Winterlandschaft bietet so genug Platz für Mensch und Tier.

 

Infostand am Theaterplatz

Mehr dazu, wie echtes Naturerlebnis mit Rücksicht auf Natur, Schneehase und Co. möglich ist, erfahren Interessierte am Samstag 28.November zwischen 9 und 12 Uhr am Infostand des öko-forums und der Alpenschutzorganisation «mountain wilderness».

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