230 Wohnungen statt VW und Audi
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Das Verkehrsaufkommen auf der Luzernerstrasse in Ebikon, wie es auf dieser Visualisierung dargestellt ist, ist unrealistisch. Der Nebau auf der linken Seite, wo heute die Amag ist, hingehen könnte so realisiert werden. (Bild: zVg)

Autoverkäufer Amag zügelt aus Ebikon weg 230 Wohnungen statt VW und Audi

3 min Lesezeit 18.02.2016, 05:00 Uhr

Eine bis zu 30 Meter hohe Wohn- und Geschäftsüberbauung anstatt einer einstöckigen Autogarage: Die Luzernerstrasse in Ebikon wird sich auf einem Abschnitt ziemlich verändern. Weil die Nachfrage nach Büros darbt, wollen die Verantwortlichen nun noch mehr Wohnungen schaffen. Doch wegen des Autolärms braucht’s spezielle Lösungen.

Das war bekannt: Anfang 2018 verlässt die Amag ihr Hauptquartier an der Luzernerstrasse in Ebikon und zügelt nach Buchrain/Perlen. Auf dem alten, 16’500 Quadratmeter grossen Sagenmattquartier soll eine Überbauung hin.

Neu sind die beachtlichen Dimensionen des Neubauprojekts: Für 80 Millionen Franken sollen 231 Mietwohnungen plus Geschäftsräume im Erdgeschoss realisiert werden. Das sagt auf Anfrage Bruno Fritschi von Wüest & Partner. Wenn alles rundläuft, könnten die ersten Mieter womöglich ab 2020 einziehen, wobei dieses Datum noch nicht fix ist.

Kleinere Wohnungen für Jung und Alt

Geplant ist ein breiter Mix aus 2,5- bis 5,5-Zimmer-Wohnungen plus Loftappartements. «Der Fokus liegt auf 3- bis 4-Zimmer-Wohnungen. Ziel ist es, innerhalb der Überbauung verschiedene Zielgruppen wie Singles, Paare oder Familien zu vereinen», sagt Fritschi. Wer allerdings extragrosse Räume will, muss woanders suchen. Denn eine 4,5-Zimmer-Wohnung soll rund 95 Quadratmeter umfassen  – im Schnitt sind diese sonst gut 105 Quadratmeter gross. «Wir wollen attraktive Preise anbieten, deshalb sind die Wohnungen bewusst etwas klein», begründet Fritschi.

So könnte der Neubau dereinst aussehen.

So könnte der Neubau dereinst aussehen.

(Bild: zVg)

Im Erdgeschoss plus eventuell im ersten Obergeschoss sollen Geschäftsflächen entstehen. Allerdings hat sich gezeigt, dass der Bedarf nach solchen Flächen nicht sehr hoch ist. «Deshalb planen wir nun, den Wohnanteil zu erhöhen», sagt Fritschi. Ansonsten laufe man Gefahr, dass die Büros lange leer stehen würden. «Zudem sind Wohnungen bezüglich Ertrag auch deutlich robuster. Höhere Quadratmeterpreise erreicht man damit aber nicht zwingend, jedoch ist das Leerstandsrisiko deutlich tiefer.»

30 statt vier Meter hoch

Die neue Überbauung wird der Luzernerstrasse ein neues Gesicht geben. Ein schmuckes, wie die Initianten hoffen. Die Überbauung habe das Potenzial zum «Wahrzeichen», sagt Fritschi. Was er damit meint: Das Projekt sieht fünfgeschossige Gebäudeteile von bis zu 30 Metern Höhe vor, eingebettet in eine prägnante architektonische Bauweise – die Amag ist bloss eingeschossig gebaut.

Wer dort also in Zukunft durchfährt, wird zweimal hingucken müssen, um zu realisieren, wie sich dieser Teil der Luzernerstrasse verändert hat. Zumal auch der Vorplatz des Neubauprojekts mit Bäumen und Plätzen aufgewertet werden soll. Auf der Visualisierung ist gar ein Café zu sehen. Das wäre wohl eine Option, wenn auf der Luzernerstrasse tatsächlich nur so viele Autos unterwegs wären wie auf dem Bild der Architekten. Was aber nie der Fall ist. «Das Café ist bloss eine Option», räumt Fritschi ein und stellt klar: «Die Luzernerstrasse wird auch künftig keine Flaniermeile.»

So sieht’s bei der Amag in Ebikon noch aus. Dereinst steht hier eine grosse Wohnüberbauung.

So sieht’s bei der Amag in Ebikon noch aus. Dereinst steht hier eine grosse Wohnüberbauung.

(Bild: Amag)

Der Motorenlärm der teilweise vierspurigen Strasse stellt die Planer des Neubauprojekts vor die Herausforderung, das Gebäude so zu planen, dass die Mieter möglichst nicht zugedröhnt werden. «Wir planen einen grosszügigen Innenhof. Alle Räume werden auf diese Seite hin ausgerichtet. Im Innenhof wird zudem der wieder geöffnete Bach für eine hohe Aufenthaltsqualität sorgen.»

Investorin ist die Careal Immobilien AG, eine Tochtergesellschaft der Careal Holding, zu der auch die Amag gehört.

Wettbewerb mit acht Teams

Die Gemeinde Ebikon hat als Grundlage für eine anstehende Bau- und Zonenplanrevision einen mehrstufigen Masterplan für das Gebiet entlang der Luzernerstrasse erarbeitet. «Dem Sagenmatt-Areal kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Wegen seiner Grösse und seiner Lage an der quartierprägenden Luzernerstrasse ist es ein wichtiger Baustein in der städtebaulichen Neuausrichtung», sagt Fritschi.

Um auch sicher ein qualitativ hochstehendes Projekt zu erhalten, wurde mit acht Architekturbüros ein Wettbewerb durchgeführt. In der Jury war auch der Ebikoner Gemeinderat vertreten. Gewonnen hat schlussendlich das Projekt der Luzerner Arbeitsgemeinschaft Schärli Architekten AG / Meyer Gadient Architekten. Es wird nun als Grundlage für einen Bebauungsplan dienen.

Hinweis: Alle eingereichten Wettbewerbs-Arbeiten werden ab dem 23. Februar im Foyer des Gemeindehauses in Ebikon ausgestellt. Die Ausstellung wird am 22. Februar um 17 Uhr offiziell eröffnet.

Die Projekte der vier favorisierten Architektenteams.

Die Projekte der vier favorisierten Architektenteams.

(Bild: zVg)

Möglicher Grundriss des Neubaus.

Möglicher Grundriss des Neubaus.

(Bild: zVg)

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