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Welche Delikte Luzernerinnen am liebsten begehen
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Üble Nachrede – beispielsweise übers Handy – ist ein Delikt, das Frauen überdurchschnittlich oft begehen. (Bild: Symbolbild Adobe Stock)

Neuste Zahlen der Staatsanwaltschaft Welche Delikte Luzernerinnen am liebsten begehen

2 min Lesezeit 13.02.2020, 16:50 Uhr

Wenn Frauen kriminell wurden, dann machten sie das 2019 überdurchschnittlich oft, in dem sie die Justiz an der Nase herumführten. An zweiter Stelle standen in Luzern Delikte wie etwa Beschimpfungen und üble Nachrede.

Jede fünfte Straftat im Kanton Luzern wird von einer Frau begangen. Das zeigen die neusten Zahlen der Staatsanwaltschaft Luzern. Verhältnismässig selten fahren die Luzernerinnen betrunken Auto (zentralplus berichtete). Aber wie sieht es in anderen Bereichen aus?

«Einer der höchsten Frauenanteile zeigt sich im Bereich der Straftaten gegen die Rechtspflege», erklärte Guido Emmenegger, Leiter der zentralen Dienste der Staatsanwaltschaft Luzern am Mittwoch an einer Medienkonferenz. «Falsche Anschuldigungen, Irreführung der Rechtspflege und Begünstigung sind da mögliche Tatbestände.»

Frau meldete ihre Pfannen als gestohlen

Staatsanwaltssprecher Simon Kopp liefert auf Anfrage ein Beispiel aus dem letzten Jahr, das illustriert, worum es bei solchen Delikten geht. Da rief eine Frau bei der Polizei an und meldete, dass in ihre Wohnung eingebrochen worden sei. Sie führte die ausgerückten Polizisten seelenruhig in ihre Wohnung und zeigte ihnen einen Wandschrank, in dem angeblich Goldmünzen versteckt waren.

Doch damit nicht genug: Sie behauptete auch noch, ihr seien Schmuck, Geschirr und Besteck der Marke Versace für zwölf Personen sowie sechs Pfannen abhanden gekommen. Und dies, obwohl nie jemand bei ihr eingebrochen hatte, wie sich im Verlaufe der Ermittlungen zeigte.

Stand der Vorwurf einer falschen Anschuldigung im Raum, so waren die Beschuldigten gar in 41 Prozent der Fälle Frauen (24 Fälle). In 34 Prozent der Fälle waren die Beschuldigten weiblich, wenn es um die Irreführung der Rechtspflege ging (12 Fälle).

Jemanden als «Kuh» zu bezeichnen, ist keine gute Idee

Überdurchschnittlich oft begingen Luzernerinnen auch Ehrverletzungsdelikte. Ging es um den Vorwurf der Verleumdung, so waren die Beschuldigten letztes Jahr in 24 Prozent der Fälle weiblich (31 Fälle). Der Frauenanteil bei der üblen Nachrede liegt bei 27 Prozent (46 Fälle)

Worum gehts in solchen Fällen? Teilweise um Bagatellen. Beispielsweise hat eine Frau einer anderen in einer Nachricht geschrieben, eine Dritte sei eine «Kuh». Dies obwohl sie wusste, dass die derart Beleidigte von diesem unschmeichelhaften Vergleich aus dem Tierreich sicherlich erfahren würde.

Eine andere Dame erzählte in ihrem Bekanntenkreis herum, sie wisse genau, wer einige Wochen zuvor in ihre Wohnung eingebrochen habe. Sie beschuldigte einen Mann, der mit dem Einbruch gar nichts zu tun hatte – und verletzte ihn damit in seiner Ehre.

«Über die Jahre hinweg ist der Höchstwert des Frauenanteils bei den Delikten gegen die Ehre und den Geheimbereich auszumachen», fasst Guido Emmenegger zusammen. Zu Letzterem gehört beispielsweise das unerlaubte Aufnehmen von Gesprächen.

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