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So lange dauert die Kinowerbung wirklich
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20 bis 30 Minuten Vorprogramm, etwas das es in den Zuger Kinos laut Geschäftsführer Thomas Ulrich nicht gebe. (Bild: Bildmontage/zvg)

Zuger Kinos lassen sich Werbung vermitteln So lange dauert die Kinowerbung wirklich

3 min Lesezeit 1 Kommentar 21.03.2019, 18:26 Uhr

Manchmal wundert man sich, weshalb die Werbung im Kino so lange dauert. Betreiber versichern, die Zehn-Minuten-Grenze nie zu überschreiten. Auch wenn sie die Länge der Werbung nur bedingt beeinflussen können. Dabei ist Werbung für das Überleben der Kinos von grosser Bedeutung.

Wer jüngst im Kino war, dem ist vielleicht auch die Vorwerbung besonders lange vorgekommen. zentralplus ist es jedenfalls so ergangen. Und vermutlich ist das auch so gewesen, denn jedes Jahr in der Weihnachtszeit und um Ostern gibt es längere Werbung in den Kinosälen, erklärt Thomas Ulrich, Geschäftsführer der Zuger Kinos.

Die Zeit vom inserierten Vorstellungs- bis zum Hauptfilmbeginn liege in der Regel aber bei unter zehn Minuten, sagt Ulrich. «Ich höre immer wieder, dass Kunden über zu viel Vorprogramm klagen und von 20 bis 30 Minuten sprechen», meint er weiter. Das gebe es aber nie und müsse entweder an einer subjektiv falschen Auffassung oder an Erfahrungen andernorts liegen.

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Viele Zuschauer bedeuten viel Werbung

«Ich habe es kontrolliert», sagt der Kinobetreiber. Das längste Vorprogramm dieses Wochenende in den Zuger Kinos habe neun Minuten und zwölf Sekunden gedauert. Üblich sei aber eher etwas zwischen sechs und acht Minuten.

Der Grund für die Jahreszeiten mit längerer Vorwerbung ist simpel, denn dann werden Kinos besonders häufig besucht. Wo es viele Zuschauer gibt, ist auch Werbung attraktiver. Die wird in den Zuger Kinos durch eine Drittfirma vermittelt.

Von hier kommt die Werbung

Die Werbung sei durchaus eine wichtige Einnahmequelle, «das kommt natürlich auch immer darauf an, wie erfolgreich die Zuständigen arbeiten», sagt Ulrich.

Das wären die Mitarbeiter von «Werbe Weischer», welche die Werbung an die Zuger Kinos vermitteln. Daniel Pietzke ist der Zuständige für die Zuger Kinos.

Tierfutter für den König der Löwen

Er erklärt: «Es gibt zielbezogene Werbung, zum Beispiel wenn man bei König der Löwen für Tiernahrung wirbt. Und es gibt Werbung mit Saalbezug, wo die Werbung über eine gewisse Zeit in einem oder mehreren Sälen bei jedem Film kommt.»

Grundsätzlich komme es aber nicht so stark darauf an, mit welcher Art man im Kino werbe. Der entscheidende Vorteil an der Kinowerbung ist laut Pietzke das Kino.

«Wenn ich ins Kino gehe, weiss ich zwei Dinge: Ich werde Popcorn essen und Werbung sehen»

Daniel Pietzke, Werbevermittler

Denn im Kino könne man die Werbung nicht wegklicken. Ausserdem sei man im Kino fokussiert auf die Werbung, weil es abgedunkelt ist und keine Ablenkungen gebe, meint der Werbefachmann. «Wenn ich ins Kino gehe, weiss ich zwei Dinge genau: Ich werde Popcorn essen und ich werde Werbung sehen», erzählt Pietzke.

«Unsere Aufgabe ist die Qualitätsprüfung und sicherzustellen, dass die Werbung ins Kino passt», meint der Werbevermittler. Der durchschnittliche Kinogänger ist rund 40 Jahre alt, dass müsse beachtet werden, sagt er weiter.

Werbung in der Pause ist selbst gemacht

Dafür kassiere Werbe Weischer einen Prozentsatz vom Umsatz, der im mittleren zweistelligen Bereich liege. «Wir machen übrigens nur die Werbung am Anfang des Films, die in der Pause machen eigentlich alle Kinos selbst», erklärt er noch.

Die Qualität der Werbung sei in den letzten Jahren stark gestiegen, meint Pietzke. Die Quantität, oder wie lange vor dem Film Werbung laufe, sei aber konstant geblieben. Damit ist auch Ulrich einverstanden.

«Es wäre lässiger ohne Werbung»

Thomas Ulrich, Kinobetreiber

«Wir machen natürlich aus finanziellen Gründen Werbung», sagt Ulrich. «Wäre das nicht nötig, fänden wir es wohl alle lässiger ohne», fügt der Kinobetreiber an.

Deshalb werden nach oben Grenzen gesetzt, wenn es um die Dauer der Vorwerbung geht. «Acht bis zehn Minuten sind das absolute Maximum, im Durchschnitt geht es etwa sechs Minuten», erklärt Pietzke.

Wie eine Hand die andere wäscht

Nach der Vorwerbung kommen aber noch die Trailer für die Filme, die demnächst im Kino laufen. An denen verdienen die Zuger Kinos nichts, so Ulrich. Aber es rege natürlich den Zuschauer an, wiederzukommen.

«Deshalb probieren wir zum Film passende Trailer zu zeigen», erklärt der Kino-Mann. Die Trailer werden den Kinos gratis zur Verfügung gestellt. «Da wäscht eine Hand die andere».

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1 Kommentare
  1. Thomas Ulrich, 22.03.2019, 09:52 Uhr

    Eine Präzisierung: mit dem “längsten Vorprogramm” zu Beginn im Text sind sowohl die Werbung als AUCH die Vorfilme gemeint – also die gesamte Zeit bis zum Start des Hauptfilmes. Dies könnte durch den Satz “Nach der Vorwerbung kommen aber noch die Trailer für die Filme,” zum Ende des Beitrages falsch verstanden werden.
    “Vorprogramm”=”Werbung” + “Vorfilme/Trailer”