Mutmassliche Kindsentführung führt zu Grosseinsatz

Zwei Mädchen setzen Falschmeldung bei der Zuger Polizei ab

Zwei Mädchen meldeten der Polizei, dass ein Mann ein Kind entführt haben soll. Die Meldung stellte sich als falsch heraus. (Bild: Symbolbild Adobe Stock)

Am Freitagnachmittag startete die Zuger Polizei eine Grossfahndung. Grund war eine Meldung zweier siebenjähriger Mädchen über eine mutmassliche Kindesentführung. Im Nachhinein stellte sich diese als Falschmeldung heraus. Die Polizei wird mit den Kindern ein ernstes Wörtchen reden.

Am Freitagnachmittag erhielt die Zuger Polizei einen Anruf zweier siebenjähriger Mädchen. Diese berichteten, dass ein unbekannter Mann in Unterägeri ein Mädchen in einen Lieferwagen gezerrt haben soll. Die Zuger Polizei startete umgehend eine Grossfahndung.

Während der Grossfahndung wurde unter anderem nach dem mutmasslichen Fahrzeug gefahndet. An mehreren Orten im Kanton Zug führte die Polizei Fahrzeugkontrollen durch. Nach mehreren Stunden stellte sich die mutmassliche Entführung als Falschmeldung heraus.

«Die Situation müssen wir mit den Kindern besprechen, um ihnen zu erklären, dass man bei der Wahrheit bleiben soll.»

Frank Kleiner, Mediensprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden

Was war der Anlass für die Mädchen, die Meldung abzusetzen? Handelte es sich um einen Streich oder interpretierten die Mädchen eine Situation fälschlicherweise als Entführung? Gegenüber zentralplus sagt Frank Kleiner, Mediensprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden: «Wieso die Mädchen die Meldung abgesetzt haben, wird im Nachgang noch genau abgeklärt und mit ihnen besprochen.» Die Mädchen haben aber nicht eine Situation missinterpretiert, so Kleiner.

Die Mädchen erwartet ein Gespräch mit der Polizei – aber keine Strafe

Kinder sind in der Schweiz erst ab dem Alter von zehn Jahren strafmündig. Ihnen droht also keine Strafe – aber die Polizei wird mit den Kindern ein ernstes Wörtchen reden. «Dies, um ihnen zu erklären, was eine solche Falschmeldung auslösen kann», so Kleiner. «Für die Polizei ist eine solche Meldung keine Lappalie», man nehme eine solche Meldung sehr ernst, so der Mediensprecher.

Die Polizei habe bereits ein erstes Gespräch mit den Kindern geführt. Dabei waren auch die Eltern eingebunden. Das Gespräch mit den Kindern sei denn auch ein «wichtiges und grosses Puzzleteil» gewesen, um zu erfahren, dass die Meldung falsch war.

Verwendete Quellen
  • Telefonat mit Frank Kleiner, Mediensprecher Zuger Strafverfolgungsbehörden
  • Medienmitteilung der Zuger Polizei
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