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Russisches Geld im Kanton Zug
Sanktionierte Firmen: Zuger Finanzdirektor wartet zu

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Der Zuger Finanzdirektor nahm in einer «SRF»-Sendung Stellung zu den Sanktionen. (Bild: wia)

Von den sind auch Firmen mit russischer Beteiligung im betroffen. Polizei spiele man aber nicht, sagt Finanzdirektor . Das provoziert Kritik.

Das «SRF» hat in einer Reportage nachgeprüft, wie strikte die gegen russische Oligarchen in der Schweiz umgesetzt werden. Dabei haben die Macher auch einen Blick auf den Rohstoffhandelsplatz Zug geworfen.

Im Fokus der Reportage steht der russische Oligarch Andrey Melnichenko, der seinen Wohnsitz in St. Moritz hat – und bis vor Kurzem an mehreren Firmen in Zug beteiligt war, darunter Eurochem und Suek. Andrey Melnichenko steht seit dem 9. März auf der Sanktionsliste der EU. Noch am selben Tag zog er sich gemäss Reportage von den beiden Firmen zurück und verkaufte Aktienanteile. Die Frage, was mit dem daraus entstandenen Geld passiert ist, bleibt vorerst ungeklärt.

Kein «Überaktionismus» aus Zug

Das «SRF» hat daraufhin beim Zuger Finanzdirektor nachgefragt. «Es liegt doch nicht an uns, Polizei zu spielen und jede Firma abzuklappern», sagt der Zuger Finanzdirektor in der Reportage. Tännler stellt sich auf den Standpunkt, vom Staatssekretariat für Seco keine Aufforderung erhalten zu haben, die Vermögenswerte der sanktionierten Betriebe zu prüfen.

«Ich sehe im Moment keinen konkreten Handlungsbedarf und würde mit einem Überaktionismus zuwarten.»

Heinz Tännler, Finanzdirektor

Laut dem Seco gelte die Meldepflicht allerdings auch ohne vorgängige Information durch die Schweizer Behörden. Allerdings sieht man sich offenbar auch in Bundesbern nicht zuständig. Man habe sich für eine Meldepflicht und gegen eine Jagd auf Vermögenswerte geschrieben, wird das Staatssekretariat für Wirtschaft in der Sendung zitiert. Das Seco sehe sich nicht als Finanzpolizei.

Finanzdirektor Tännler in der Kritik

Im Kanton Zug will man noch zuwarten. «Ich sehe im Moment keinen konkreten Handlungsbedarf und würde mit einem Überaktionismus zuwarten», sagt Heinz Tännler. Man solle jetzt erst einmal beobachten, wie sich die Krise international entwickelt und dann, wo nötig, Justierungen machen. In den sozialen Medien muss sich der SVP-Politiker für diese Haltung einige Kritik anhören.

Unter anderem die Kleinstpartei Parat kritisiert Tännler harsch:

«Wir verschliessen nicht einfach die Augen und machen einfach ‹business as usual›», wehrt sich der SVP-Politiker. «Wir erfüllen die eigenen Aufgaben korrekt in den Bereichen, für die wir zuständig sind und wo wir einen Einflussbereich haben.»

Verwendete Quellen
  • Reportage «Russisches Geld in der Schweiz» des SRF
Weitere Quellen
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5 Kommentare
  1. schaltjahr, 26.03.2022, 12:10 Uhr

    Dieser Regierungsrat ist einfach nur überflüssig und nicht mehr Tragbar. So ein plumpes Verhalten in einer Krise grossen Ausmasses ist nicht nur oberpeinlich, sondern schadet dem Kanton und der Schweiz als Ganzes. Reine Günstlingswirtschaft wird hier betrieben und der Mann schämt sich noch nicht einmal damit vor das Fernsehpublikum zu treten und seine wirren Ausflüchte zu beschönigen .. Gehen sie in sich und treffen sie die Entscheidung für wen sie Arbeiten wollen .. In dieser Art ist es sicher nicht der Kanton Zug ..

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  2. Daniel, 25.03.2022, 23:04 Uhr

    Heinz Tännler darf gerne Zurücktreten. Ich würde mich freuen solche Leute brauchen wir nicht in der Regierung.

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  3. Richard Scholl, 25.03.2022, 17:19 Uhr

    Oh je, soll im Kanton Zug auch die Sippenhaft eingeführt werden?
    Darf der Kanton Zug nicht neutral sein und handeln? Gilt die Neutraliltätsklausel in unserer Bundesverfassung nicht mehr?

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  4. Alois Iten, 24.03.2022, 13:16 Uhr

    Nett. Bern fühlt sich nicht zuständig und Zug will nicht Finanzpolizei spielen. Also geht dieser Krieg niemanden was an, Business as usual. Man schämt sich einmal mehr, Zuger zu sein.

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    1. Chrigi Bucher, 24.03.2022, 20:08 Uhr

      Solange der «Rubel» rollt, schaut man hier in Zug halt seit jeher gerne weg. Am Ende auch egal, um welche Nationalität es geht. Und wenn die Einheimischen dann auch noch etwas zusammen mauscheln können, umso besser. Je mehr man «dahinter» sieht, umso übler wird’s einem mittlerweile.

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