Mit 40 Ausstellungen die Stadt erobern

Der Franzose Tardi gehört zu den wichtigsten Vertretern der zeitgenössischen Comic-Kunst und wird am diesjährigen Fumetto persönlich anwesend sein. (Bild: zvg)

Das internationale Comix-Festival Fumetto Luzern taucht in seiner neusten Ausgabe in die Tiefen eines ehemaligen Hallenbades und zeigt die bisher umfangreichste und wichtigste Ausstellung des internationalen Starkünstlers Tardi. Ausserdem wird der spanische Comic-Autor Miguel Gallardo im offenen Atelier auf dem Motorschiff Rigi gezeigt. Darüber hinaus warten weitere Hauptausstellungen, Podien und ein Rahmenprogramm auf die Besucher. Fumetto 2015 findet dieses Jahr vom 7. bis 15. März und somit früher als gewohnt statt.

Das Fumetto 2015 wird wie gewohnt eine grosse Bandbreite an Comic-Schaffen aufzeigen. An allen Ecken werden Ideen gesponnen, Geschichten erfunden, gezeichnet, produziert und ausgestellt. Insgesamt will das Festival mit über 40 Satellitenausstellungen und grösseren und kleineren Highlights die ganze Stadt Luzern erobern.

Tardi im Neubad

Der Franzose Tardi gehört zu den wichtigsten Vertretern der zeitgenössischen Comic-Kunst und die Fumetto-Organisatoren freuen sich sehr, den Künstler persönlich am Festival begrüssen zu können. «Am Fumetto zeigt Tardi seine erste Retrospektive und gleichzeitig seine bisher umfangreichste und wichtigste Ausstellung», meint der Co-Kurator Pierre-Marie Jamet zu seinem Auftritt in Luzern.

Als einer der weltweit bekanntesten Comic-Künstler macht das Thema der beiden Weltkriege einen wichtigen Teil seines Werkes aus. Er verarbeitet authentische Kriegserlebnisse seines traumatisierten Grossvaters sowie seines in Kriegsgefangenschaft geratenen Vaters und lässt den Betrachter mit akribischer Präzision und historischer Korrektheit an den Schrecken des Krieges teilhaben. Zu Tardis Gesamtwerk zählen ausserdem Kriminalgeschichten im historischen Kontext, wie seine berühmte Comic-Serie «Adeles ungewöhnliche Abenteuer». Das Festival zeigt die Ausstellung im ehemaligen Schwimmbecken der Stadt Luzern, dem Neubad.

Am Fumetto tritt Tardi zudem zusammen mit seiner Frau Dominique Grange, Sängerin und Protagonistin der französischen Freiheits- und Protestbewegung, im Südpol Luzern auf. In Zusammenarbeit mit dem Historiker Jean-Pierre Verney führen die beiden die Chanson-Sammlung «Des Lendemains qui saignent» auf, ein multimediales Ereignis über die Gräuel des 1. Weltkrieges und gleichzeitig ein Anti-Kriegs-Epos, der von Tardi illustriert und gelesen wird.

Miguel Gallardo auf dem MS Rigi

Ausserdem ankert der spanische Comic-Autor Miguel Gallardo auf dem MS Rigi vor den Toren des KKL und wird während neun Tagen im offenen Atelier zeichnen.

Pushwagner im Kunstmuseum Luzern

Im Kunstmuseum Luzern zeigt Fumetto den norwegischen Künstler Pushwagner, der in seinem lange verschollenen und dann wiederentdeckten Meisterwerk «Soft City» eine Gesellschaft entwirft, deren Einwohner über einen minutiös strukturierten Alltag in Endlosschlaufe kontrolliert werden. Morgens und Abends schlucken sie die «Soft Pill», die sie apathisch, aber arbeitsam macht und ihre Träume instrumentalisiert. Fumetto freut sich über die persönliche Anwesenheit des Ausnahme-Künstlers.

Weiter zeigt das Festival Herr Seele (BE), welcher seinen unreifen und politisch unkorrekten Cowboy Henk ins offene Atelier des Hotels Schweizerhof mitbringt.

In der Fumetto-Schleuder wird die junge Genferin Barbara Meuli gefördert. Zu einem Tanz auf dem Parkett zieht es das Russisch-Schweizerische Austauschprojekt «Pas de Deux» mit den Künstlerinnen und Künstlern Wazem (CH), Olga Lavrenteva (RU), Lika Nüsslili (CH), Viktoria Lomasko (RU), Milva Stutz (CH), Julia Marti (CH) und Askold Akishin (RU). Ebenfalls im Duo arbeiten Dominique Goblet (BE) und Kai Pfeiffer (DE), welche ihren aussergewöhnlichen Comic «Bei Gefallen auch mehr» am Festival zeigen.

Die Gruppenausstellung «Die Not hat ein Ende» widmet sich der engen Verknüpfung von Schweizer Grafik- und Rockgeschichte. Den Wettbewerb führt Fumetto 2015 zum Thema «Übermorgen» durch.

«Charlie Hebdo» wird diskutiert

Von den Attacken auf das Satire-Magazin «Charlie Hebdo» fühlt sich auch Fumetto tief betroffen und lädt Kunstschaffende deshalb zu einer Podiumsdiskussion ein, um die Lage nach den Anschlägen zu analysieren und die Auswirkungen auf Comic, Karikatur und Satire zu erörtern.

 

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