«Eine Gruppe führungsloser Dilettanten»

In seinem Leserbrief kritisiert Martin Himmelsbach aus Oberwil die Sanierungspläne des Theater Casino Zug. Es sei Zeit, kritische Fragen zu stellen. Und die Verantwortlichen müssten endlich transparent informieren.

Leserbrief:

Nun soll also unser „kultureller Leuchtturm“ für ein ganzes Jahr geschlossen werden, von Juni 2016 bis Juni 2017. Sämtliche Reservationen für diese Zeit werden mit einem Federstrich über Bord geworfen, ohne Vorinformation oder Rückfrage bei den Veranstaltern, dies im Widerspruch zu den Abstimmungsunterlagen vom November 2012, in der eine Etappierung in Aussicht gestellt wurde.

Für die Planung dieser Sanierung wurden 2010 1,3 Millionen Franken vom Stimmvolk bewilligt und ausgegeben. Die Planung ergab Ausgaben von 13,64 Millionen. Die Zuger hiessen diesen Baukredit gut. Eine sehr grosszügige (Un)-Genauigkeit von +/-  15 Prozent wurden vom Stimmbürger ebenfalls abgesegnet.

Bei mir regen sich ungute Gefühle, Fragen kommen auf, zum Beispiel: Warum reichten 1,3 Millionen für eine verlässliche Planung nicht aus? Warum reichen heute auch 13.64 Millionen plus 15 % nicht für die Umsetzung? Warum ist man nicht schon früher darauf gekommen, das Haus für eine bestimmte Zeit ganz zu schliessen und die Arbeiten in einem Rutsch durchzuziehen? Ist es richtig, das Baubudget auf Biegen und Brechen einzuhalten und auf wesentliche Projektbestandteile wie die Sanierung der Bühnentechnik zu verzichten? Werden die Kosten anno 2020, wenn diese Sanierung zwingend notwendig wird, noch einmal heftig zu Buche schlagen und eine weitere Teilschliessung des Hauses notwendig machen? Handelt es sich nicht ebenso um eine Mogelpackung, wenn zwar die Budgetobergrenze eingehalten wird, das Volk aber für diesen Preis nicht das in Aussicht gestellte Resultat bekommt? Kehrt die nun eingebrachte Motion für einen Zusatzkredit von 3 Millionen diesen Gedanken nicht einfach nur um? Warum kommt diese Motion ausgerechnet von jener Partei, die bei jeder Gelegenheit auf die Umsetzung des Volkswillens pocht? Werden die Prioritäten richtig gesetzt? Wo ist der Budgetposten für die unseligen Balkönli, die aufgrund heftiger Proteste aus der Öffentlichkeit von der Wunschliste gestrichen wurden, nun hingeraten? Wofür würden die rund 2,1 Millionen, die für die Bühnentechnik vorgesehen waren, nun verputzt, vermalt oder verbetoniert? Wohin geht der Budgetposten für die Sanierung der Hauswartswohnung? Warum funktioniert der Gastrobetrieb offenbar nicht wunschgemäss, nachdem für dessen Erneuerung bereits über 6 Millionen ausgegeben wurden? Wurde diese Summe für eine zweifelhafte Konzeptgastronomie verbaut, die am Ziel vorbei schiesst? Oder verlässt der Wirt das „Schiff“ aus anderen Gründen? Wird das gesamte Haus zu einer prunkvollen, unzweckmässigen Verpackung für ein provinzielles Kulturangebot und einige Firmen-Events? Sind eventuell zu viele Köche am Rühren des Breis? Sind zu viele Ansichten und Interessen im Spiel, die nicht zur Deckung gebracht werden können? Oder ist hier einfach eine Gruppe führungsloser Dilettanten am Werk?

Ich meine, es ist an der Zeit, dass die Verantwortlichen transparent informieren oder im Grossen Gemeinderat ebenfalls kritische Fragen gestellt werden. Oder geht es hier um „Diskrektion als Geschäftsidee“, wie dies vom „Tages Anzeiger“ als Zugerische Eigenschaft kolportiert wird?

Martin Himmelsbach, Oberwil

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