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«Ich will meinen eigenen Kinofilm»
  • Kultur
Will alles im Griff haben: Der Emmer Regisseur Haris Dubica. (Bild: Safet Hadzimusic)

50 Fragen an Regisseur Haris Dubica «Ich will meinen eigenen Kinofilm»

6 min Lesezeit 10.01.2016, 12:00 Uhr

Der Emmer Regisseur Haris Dubica surft auf der Erfolgswelle und gewinnt Preise am Laufmeter. In unseren 50 Fragen verrät der 33-Jährige, woran er glaubt, warum er Emmen geil findet und mit welcher Idee er bald grosses Kino machen will.  

150 Millionen Youtube-Klicks auf dem Konto? Da staunt der Laie. Der Emmer Regisseur Haris Dubica hat sich mit rund 100 produzierten Musik-Videos längst einen Namen gemacht. Für ihn wird es höchste Zeit, sich unseren 50 Fragen zu stellen. 

Angefangen hat der schweizerisch-bosnische Doppelbürger und gelernte Verkäufer mit Clips für balkanische Künstler. Mittlerweile produziert er für Schweizer Popgrössen wie Sänger Baschi, den Rapper Effe oder für eine Comedy-Serie auf 20min.ch (siehe Box). Und er will bald noch grösser rauskommen: im Kinoformat.

zentral+:

1. Erkennt man Sie auf der Strasse?

Haris Dubica: Manchmal.

2. Warum? 

Weil jeder zentral+ liest und deshalb weiss, wer ich bin.

3. Was ist witzig? 

Meine letzte Antwort.

4. Wann ist ein Film Kunst?

Wenn er nach Jahren noch im Kopf bleibt und wenn man ihn immer wieder gerne schaut.

5. Wann wird’s kitschig?

Bei Nullachtfünfzehn-Sachen. Wenn alles vorhersehbar wird und wenn man das Gefühl hat, alles schon mal gesehen zu haben. James Bond schafft es immer, dem Bösewicht zu entkommen. Das weiss man. Entscheidend ist der Kampf bis dahin. Und apropos James Bond: «Spectre» fand ich eher dürftig. Sie haben zu wenig aus dem Bösewicht Christoph Waltz und aus seinen Fähigkeiten rausgeholt. 

6. Welchen Film haben Sie sich zuletzt im Kino angesehen?

Star Wars – Episode 7. Der war gut. Ein Film für Fans. Und ich bin bekennender Fan, das gebe ich zu.

7. Was halten Sie von Emmen?

Emmen ist geil. Eine Grossstadt mit Dorfcharakter. Echt jetzt. Ich bin hier aufgewachsen. Emmen hat alles.

8. Was bedeutet Ihnen Heimat? 

Geborgenheit, Wohlfühlen und Familie. Heimat ist da, wo die Familie ist.

9. Wer ist Ihr Vorbild?

Da gibt es einige. Spontan sage ich: Quentin Tarantino. Den finde ich super. Er ist ein Regisseur, der genau das produziert, was er sich vorstellt. Er verbiegt sich nicht.

10. Machen Sie bitte diesen Satz fertig. Politik ist …

Notwendig. Es braucht Leute, die versuchen, ein Land vorwärtszubringen. Ich selber bin nicht so an Politik interessiert. Was ich wirklich bedenklich finde: Dass es global im Jahr 2016 noch immer so viele Probleme, Kriege, so viel Hunger und Armut gibt.

Für den Clip mit dem Rapper «Effe» erhielt Dubica 2015 den Publikumspreis «M4Music».

11. Sport ist …

Etwas, das ich nötig hätte.

12. Braucht’s Popcorn im Kino?

Es braucht sogar Nachos mit Käse im Kino.

13. Was motiviert Sie?

Vier Preise im 2015

Haris Dubica hat 2015 ziemlich abgeräumt: Er gewann den Upcoming Award am Solothurner Filmfestival, den Preis von M4Music für das beste Schweizer Video (verliehen von Migros Kulturprozent), einen Preis für das beste serbische Video und schliesslich noch den Emmer Kulturpreis. 

Mitte Februar startet auf «20min.ch» eine Comedy-Serie, bei der Dubica Regie führt. Die Social-Media-Stars Bendrit, Zeki und Samedin machen gemeinsam Klamauk. Auf Facebook, Instagram und Youtube haben sie insgesamt 1,5 Millionen Fans.

Mein eigentliches Ziel. Dass ich später mal auf mein Leben zurückblicken kann und feststelle, dass ich das Beste daraus gemacht habe.

14. Was machen Sie mit Auszeichnungen? 

Ich hänge Sie auf oder stelle sie irgendwo hin, auf einen schönen Kaminsims zum Beispiel. Aber dazu brauche ich zuerst noch einen Kamin. 

15. Mit 10 Jahren dachten Sie, der beste Film aller Zeiten sei …

Zurück in die Zukunft 2.

16. Mit 30 Jahren denken Sie, der beste Film aller Zeiten sei …

Zurück in die Zukunft 2.

17. Mit 80 Jahren denken Sie, der beste Film aller Zeiten sei …

Hoffentlich ein Film, den ich dann produziert haben werde.

18. Ihr Lieblingsrestaurant? 

«La vie en rose» an der Pilatustrasse. Da kann man mich oft antreffen.

19. Bosnien oder Schweiz? 

Eins zu eins.

20. Was bedeutet Geld? 

Mittel zum Zweck.

21. Zeigen Sie mal Ihre besten Video-Clips … 

Schwierig, sie sind unterschiedlich. Vielleicht den hier. Er kramt sein Handy hervor. Den finde ich sehr gelungen.

und den hier …

 

22. Wann waren Sie das letzte Mal betrunken? 

Das war 2002 – Junggesellenabschied eines Freundes. Das erste und letzte Mal in meinem Leben.

23. Wie sozial sind Sie? 

Sehr. Ich spende jährlich einen vierstelligen Betrag an wohltätige Organisationen, darunter Gesundheitsorganisationen im Balkan. Dort funktioniert das System nicht so gut wie bei uns in der Schweiz. 

24. Wann werden Sie in Hollywood arbeiten?

Steht auf der To-do-Liste.

25. Wie viele Seiten hatten Ihre Schulaufsätze? 

Viele. Ich halte den Rekord des Schulhauses Gersag – mit 27,5 Seiten. Es ging um einen Kamin, der Marlboro hiess und der um die Welt reiste.

26. Und wie viele Fehler?

Viele. Das weiss ich nicht mehr so genau. Mein Lehrer hat einen ganzen Tag damit verbracht. Am Schluss hat er aber gesagt, ich hätte für meine Kreativität eine 6 verdient. Ich bekam dann aber eine 5,5.

27. Wer zum Geier ist DJ Dajo?

Das bin ich. Meine E-Mail-Adresse lautet so. Ich war sechs Jahre lang DJ.

28. Wären Sie König der Welt, was würden Sie als Erstes tun? 

Ich würde Hunger und Armut bekämpfen.

29. Parlez-vous français? 

Nein. «Wulewu cusche avec mua». Den Satz kenne ich, weiss aber bis heute nicht, was er bedeutet (grinst). Ich würde wahrscheinlich schneller Chinesisch lernen als Französisch.

30. Haben Sie was gegen Ausländer? 

Nein, ich bin selber ein «halber». 

31. Was bringt Multikulti? 

Zukunft.

32. Was ist ein gutes Zitat? 

Vielleicht hat das schon jemand gesagt. Sowas wie, «heute bin ich gescheiter als gestern und dümmer als morgen.» Und wenn das noch niemand gesagt hat, dann ist das Zitat jetzt von mir. Bitte hier ein Copyright druntersetzen. 

33. Was sagt Ihre Ex über Sie?

Nimm mich zurück.

34. Ihr Lieblingskuschelsong?

Wicked Game von Chris Isaac.

35. Brad Pitt oder George Clooney?

Brad Pitt.

36. Warum sind Sie anders als andere?

Da ich «alle anderen» nicht kenne, kann ich nicht sagen, dass ich anders bin.

37. Mit welcher Hollywood-Grösse würden Sie am liebsten drehen? 

Leonardo di Caprio. Dann bekäme er endlich einen Oscar.

38. Was für ein Gesicht würden Sie machen, wenn er zusagen würde?

What the f*. (Kramt sein Handy hervor.)

(Bild: Koenig Photography)

39. Wann haben Sie das letzte Mal geweint? 

An einer Beerdigung. 

40. Welchen von Ihren Clips können sie heute nicht mehr sehen? 

Eigentlich jeden, den ich fertig gemacht habe. Ich habe zu viel Zeit damit verbracht.

41. Was machen Sie am liebsten?

Reisen.

42. Krasse Felgen am Auto sind … 

Unwichtig. Wichtig ist, wer im Auto sitzt.

43. Ihr kürzester Witz …

Was ist grün und nachher rot: Frosch im Mixer.

44. Was ist schlechter Stil? 

Überlegt. Nullachtfünfzehn, bei allem.

Dubica bei der Preisverleihung M4Music.

Dubica bei der Preisverleihung M4Music.

45. Die liebste Sportmannschaft?

Real Madrid. Ich habe seit 1995 jedes Trikot. 

46. Was hilft gegen Arschlöcher?

Zäpfchen und Unterhosen.

47. Wann ist die beste Zeit zum Arbeiten?

Ab 21 Uhr.

48. An was glauben Sie?  

An Gott. Und dass das Leben ein Test ist. 

49. Was haben Sie sich fürs 2016 vorgenommen? 

Ich will in diesem Jahr die entscheidenden Schritte machen, um meinen ersten Spielfilm realisieren zu können. 

50. Können Sie schon etwas verraten? 

Es wird eine Multi-Kulti-Sache, eine Art Romeo-und-Julia-Story. Ein Gastarbeiter verliebt sich in die Tochter eines Zentralschweizer Gemeindepräsidenten. Mehr möchte ich nicht verraten. Am liebsten würde ich den Film selber produzieren, zu viele Leute verderben den Brei. Und falls jemand schon meinen Film verkackt, dann will ich das gefälligst selber sein (lacht).    

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