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Hunderte verhätscheln den Hausberg
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Fleissig packen die vielen freiwilligen Helfer an und stellen die Wanderwege wieder instand. (Bild: zvg )

«Pilatus-Putzete» steht bevor Hunderte verhätscheln den Hausberg

3 min Lesezeit 17.06.2015, 18:03 Uhr

Höchstens die Kapellbrücke kann ihm als Wahrzeichen Luzerns das Wasser reichen. Alle kennen ihn, viele verehren ihn und sind stolz, ihn «Hausberg» nennen zu dürfen – den Pilatus. Liebevoll und mit vollem Einsatz wird er kommenden Samstag von ganz vielen Gottis und Göttis gehegt und gepflegt. Warum machen die das alle?

Bei strahlendem Sonnenschein erfreut der Anblick des Pilatus die Herzen aller Luzerner. Und oben, auf Pilatus-Kulm findet eine wahre Völkerwanderung statt, und chinesische Touristen und Einheimische stehen einander auf den Füssen herum. Die einen erreichen den Gipfel ganz bequem mit der längsten Zahnardbahn der Welt oder per Luftseilbahn, während andere ihn zu Fuss bezwingen und das Ziel schweissgebadet erreichen. Am kommenden Samstag muss der Pilatus aber auf die Wanderer verzichten – die Wanderwege sind nämlich gesperrt.

Dies hat einen guten Grund und ist ganz im Sinne des geliebten Hausberges. Um 6.30 Uhr werden sich 330 freiwillige Helfer auf den Weg zur traditionellen «Pilatus-Putzete» machen. Dabei werden die steilen und felsigen Bergwege wieder instand gestellt, die markierten Wege von Geröll gesäubert und der Abfall eingesammelt.

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Organisiert wird die «Pilatus-Putzete» von der Vereinigung Pro Pilatus. «23 Gruppen rund um den Pilatus machen mit, insbesondere Mitglieder der Pro Pilatus, des Alpenclubs oder Wander- und Bergfreunde. Viele sind dem Berg sehr verbunden, hochmotiviert und voller Idealismus dabei», wie Putzchef Alois Häcki die freiwilligen Helfer beschreibt.

Littering bei Wanderern kein Problem

«Die Gruppen kümmern sich immer um den gleichen Wegabschnitt, teilweise schon seit Jahren», sagt Häcki. Dieses Götti-System funktioniere sehr gut. Die Verantwortlichen würden auch unter dem Jahr ab und zu bei «ihrem» Wegstück vorbeischauen und sich ein Bild der Lage machen.

Die Hauptaufgabe der Helfer besteht darin, die Wege von Geröll zu befreien. Wie gross der Aufwand sei, hange von den Schneemengen ab, erklärt Häcki. «Vor 2 Jahren hatte es sehr viel Schnee, was zu vielen Niedergängen führte. Dementsprechend gross war der Einsatz. Dieses Jahr wird sich der Aufwand im normalen Rahmen bewegen.»

Littering sei am Pilatus erfreulicherweise kaum ein Problem. Berggänger liessen selten absichtlich etwas liegen und deshalb würden jeweils nur geringe Mengen an Abfall zusammen kommen.

Auch Schnee kann den Freiwilligen nichts anhaben (Foto: zvg).

Auch Schnee kann den Freiwilligen nichts anhaben (Foto: zvg).

(Bild: zvg)

Der Pilatus ist für alle da

Ganz allgemein sind die Wege in gutem Zustand und Pro Pilatus erhalte viele Komplimente, so Häcki. Zur Beschaffenheit der Wanderwege meint er, dass man die anspruchsvolle Nordseite des Pilatus nicht unterschätzen dürfe. Der Heitertannliweg vom Eigental auf den Pilatus etwa sei rau und mit Tritten versehen. «Der Pilatus bietet aber für alle etwas. Spaziergänger können die Wege bis zur Fräckmüntegg geniessen, geübte Wanderer bis ganz nach oben.»

Und so ragt er über Luzern – der geliebte Pilatus. Bei so viel Zuneigung, die ihm entgegengebracht wird, sind keine Zweifel vorhanden, dass er sich je von dannen machen wird. Und einen Tag im Jahr verhätschelt zu werden, das hat er verdient. Wieso eigentlich kein zusätzlicher «Tag des Hausberges» zu seinen Ehren?

Die Wanderwege am Pilatus führen teilweise über Geröll und sind nur etwas für geübte Berggänger (Foto: zvg).

Die Wanderwege am Pilatus führen teilweise über Geröll und sind nur etwas für geübte Berggänger (Foto: zvg).

(Bild: zvg)

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