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Graf gegen Graber: Arbeitsgesetz entzweit Luzerner CVPler
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Sind sich uneinig: Alt-Ständerat Konrad Graber (links) und Regierungsrat Guido Graf.

Regierungsrat ist gegen 67-Stunden-Woche Graf gegen Graber: Arbeitsgesetz entzweit Luzerner CVPler

2 min Lesezeit 1 Kommentar 13.02.2020, 10:09 Uhr

Der Ständerat will das Arbeitsgesetz lockern. Unter gewissen Umständen sollen Mitarbeiter bis zu 67 Stunden pro Woche arbeiten dürfen. Der Vorstoss geht auf den ehemaligen Luzerner Ständerat Konrad Graber zurück. Doch ausgerechnet ein Parteikollege aus dem eigenen Kanton stellt sich vehement gegen die Gesetzesänderung.

Am Donnerstag beugt sich der Ständerat über den Vorschlag zur Liberalisierung des Arbeitsgesetzes. Vater dieser Idee ist der Luzerner Alt-Ständerat Konrad Graber (CVP). Die angestrebte Liberalisierung hat zum Ziel, dass in bestimmten Fällen eine Wochearbeitszeit von bis zu 67 Stunden möglich ist, wenn Mitarbeiter im Jahresarbeitszeitmodell angestellt sind. Dazu müssen sie ausserdem über einen höhere Ausbildung verfügen oder mindestens 120’000 Franken verdienen.

Die bürgerliche Mehrheit im Rat könnte die Gesetzesanpassung durchwinken. Doch wie der «Tagesanzeiger» berichtet, schaltete sich auch Guido Graf, Luzerner Gesundheitsdirektor und Parteikollege Grabers, in die Diskussion ein. Und zwar auf der Seite der Gegner der Liberlisierung, die sich hauptsächlich aus Gewerkschaften, Berufsverbänden und Arbeitsmedizinern zusammensetzt.

Wegen Arbeitsstress: Gesundheitskosten des Kantons steigen

Als Präsident der Gesundheitsförderung Schweiz trat Graf vor der zuständigen Kommission des Ständerates auf, wo er vor den Gefahren der Gesetzesänderung warnte, insbesondere vor einer Zunahme des Arbeitsstresses. Erhebungen der Gesundheitsförderung zu den Auswirkungen von arbeitsbedingtem Stress machten dies deutlich.

Ein zentraler Befund sei laut des Job-Stress-Index 2018, dass der Anteil von Arbeitnehmern, die unter Stress leiden, mittlerweile bei 27 Prozent liege. Dies hätte auch Auswirkungen auf die Unternehmen, die mit Produktionseinbussen von gut 6,5 Milliarden Franken rechnen müssten. Dies weil gestresste Mitarbeiter weniger leistungsfähig seien. Eine «weitergehende Flexibilisierung» der Arbeit berge zu grosse Gefahren für die Gesundheit der Arbeitnehmer, warnte Graf.

Guido Graf zeigte auch auf, dass die Gesundheitskosten für den Kanton Luzern für psychiatrische Behandlungen in markant gestiegen sind. «Die steigenden Gesundheitskosten stehen ohne Zweifel in einem direkten Zusammenhang mit Krankheitsbildern, die unter anderem auf eine zunehmende Belastung am Arbeitsplatz zurückzuführen sind», sagte Graf in der WAK.

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1 Kommentare
  1. CScherrer, 14.02.2020, 07:50 Uhr

    Unglaubliche Forderung von Seiten der Bürgerlichen. Als ehemaliger Verwaltungsrat der CSS Versicherung sollte Herr Graber grundsätzlich etwas von Gesundheitskosten verstehen. Scheinbar hat Herr Graber jedoch tatsächlich nichts gelernt. Auch hier wollen sich die Wirtschaftsparteien FDP, GLP und SVP beim Staat bedienen, denn die Mitarbeitenden, welche sich dann mit Burn Outs etc. rumschlagen müssen, können dann bei der Taggeldversicherung, IV-Versicherung etc. entsorgt werden.

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