Gestaffelt in die Beiz: Yvette Estermann lanciert neue Idee
  • Regionales Leben
Will vom Bundesrat wissen, ob man der Pandemie nicht auch anders begegnen könnte: Die Luzerner SVP-Nationalrätin Yvette Estermann (Bild: bic)

Luzerner Nationalrätin zum Lockdown Gestaffelt in die Beiz: Yvette Estermann lanciert neue Idee

2 min Lesezeit 2 Kommentare 05.03.2021, 19:01 Uhr

Morgens die älteren Menschen, nachmittags Familien, abends die Jungen: Wie in der Ölkrise könnten Läden oder Restaurants je nach Zeit unterschiedlichen Gruppen zur Verfügung stehen. Diese Idee bringt die Luzerner Nationalrätin als eine Alternative zu Schliessungen ins Gespräch.

Der Bundesrat steht wegen der Massnahmen der Coronapandemie seit Wochen unter Dauerbeschuss. Vor allem die SVP übt Druck aus und verlangt die komplette Öffnung sämtlicher Betriebe am 22. März. Aber auch Politikerinnen aus den anderen bürgerlichen Parteien steigen in den Chor ein, der rasch Lockerungen der Massnahmen fordert.

Kritik an der Regierung äussert auch die Luzerner SVP-Nationalrätin Yvette Estermann. Sie hat eine Interpellation mit mehreren Fragen an den Bundesrat eingereicht. Die Krienserin will unter anderem wissen, warum der Bundesrat Massnahmen beschlossen hat, die in anderen Ländern gescheitert seien, auf welche wissenschaftlichen Daten er sich stützt und ob diese recht- und zweckmässig und wirksam sind. Zudem will die ausgebildete Ärztin in Erfahrung bringen, warum ein Lockdown überhaupt nötig gewesen sei.

Alle mit Nachnamen A-E am Montag ins Restaurant?

Die SVP-Nationalrätin präsentiert in dem Vorstoss gleich selber ein paar Ideen, wie sie der Pandemie entgegentreten würde, ohne die Wirtschaft und das öffentliche Leben zu stark einzuschränken. Sie kann sich zum Beispiel vorstellen, dass auch an den Sonntagen die Läden offen sind, um die Kunden besser zu verteilen.

Ein gezielter Antrag, der verlangte, dass die Geschäfte dieses und nächstes Jahr an zwölf Sonntagen offen haben dürfen, erlitt am Donnerstag im Ständerat allerdings Schiffbruch. Kommende Woche wird der Nationalrat darüber befinden.

«So könnten alle Geschäfte und Restaurants offen bleiben und die Menge der Kunden würde reduziert.» 

Estermann kann sich ausserdem vorstellen, dass man die Leute zum Beispiel nach Namen oder Alter aufteilt und sie dann zu bestimmten Tageszeiten in die Läden und Beizen schickt. Sie erinnert dabei an die Ölkrise, als abwechselnd nur Autos mit einem geraden oder ungeraden Kennzeichen fahren durften.

zentralplus fragt
Aktuelle Meinungsumfrage
Gestaffelter Besuch in Beiz und Laden: Wäre das sinnvoll?
Danke für Deine Stimme. Du hast bereits teilgenommen.

So könnten beispielsweise vormittags die Senioren einkaufen, nachmittags Eltern mit Kindern und abends Erwachsene, die im Berufsleben stehen. «So könnten alle Geschäfte und Restaurants offen bleiben und die Menge der Kunden würde reduziert.» 

Wie das im Detail aussehen soll, bleibt offen. Die Luzernerin wollte auf Anfrage von zentralplus nicht auf nähere Fragen eingehen, da sie die «Ideallösung» auch nicht kenne. Sie sei aber bespannt, wie der Bundesrat ihre Anregungen aufnehme.

War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

In diesen Artikel haben wir viel Zeit investiert. Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

2 Kommentare
  1. Raymond, 09.03.2021, 23:27 Uhr

    Sie sollte sich besser dafür einsetzen, dass die betroffenen Unternehmer ihre Hilfezahlungen erhalten. Aber Luzern ist halt ein Schmürzelkanton und die Bürgerlichen bremsen die Zahlungen wie überall sonst auch.

  2. Roli Greter, 06.03.2021, 08:44 Uhr

    Frau Estermann, really? Ein ganzes Jahr haben sie benötigt um Ideen anderer Leute zu sammeln und sie dem Bundesrat zu «unterbreiten»?

    Das ist mein persönlicher Aufsteller des Tages, mehr Satire geht fast nicht mehr.

Wie viel ist Dir unabhängiger Journalismus wert?

Schön besuchst Du zentralplus. Für Dich gehen wir vor Ort, sind mitten drin und nahe dran. Doch ganz gratis geht Qualitätsjournalismus nicht. Um die unabhängige Stimme zu den Grossverlagen in der Zentralschweiz zu bleiben, benötigen wir Deine Unterstützung. Zeig uns mit Deinem freiwilligen Abo oder einem einmaligen Beitrag, was wir Dir wert sind.

Schön besuchst Du zentralplus. Du verwendest einen Adblocker. Werbung ist für eine wichtige Einnahmequelle, die uns hilft, die unabhängige Stimme zu den Grossverlagen in der Zentralschweiz zu bleiben. Denn gratis geht Qualitätsjournalismus nicht. Zeig uns mit Deinem freiwilligen Abo oder einem einmaligen Beitrag, was wir Dir wert sind.

CHF