Der Künstler Sipho Mabona neben seinem Werk. (Bild: zvg/Philipp Schmidli)
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Der Künstler Sipho Mabona neben seinem Werk. (Bild: zvg/Philipp Schmidli)

Riesenorigami: Weisser Elefant aus Papier

3min Lesezeit

Vier Wochen hat der Luzerner Künstler Sipho Mabona an seinem bislang grössten Projekt gearbeitet: Nun ist der «White Elephant» fertig. Der Elefant aus Papier wiegt rund 250 Kilogramm und misst 3,20 Meter. Das imposante Kunstwerk ist im Kunsthaus KKLB in Beromünster (LU) zu bestaunen.

Am Anfang war da ein riesiges Stück Papier. 15 x 15 Meter gross, rund 100 Kilogramm schwer, einen ganzen Saal ausfüllend. «Es gibt kein Limit in Origami», sagte der Luzerner Künstler Sipho Mabona anfangs Februar, wenige Tage vor Projektbeginn.
Um das zu beweisen entschied sich der 34-Jährige, aus dem vor ihm liegenden Papier einen lebensgrossen Elefanten zu falten. «Das wahrscheinlich eindrücklichste an Land lebende Tier überhaupt.» Vier Wochen sind seither vergangen.
Nun ist der Beweis erbracht. Der «White Elephant» steht. Ruhig und kraftvoll zugleich ragt das imposante Tier auf einem Holzsockel. Ausser zwei Bildern von Mabona finden sich im Raum keine weiteren Kunstwerke. KKLB-Inhaber Wetz, selber ein international renommierter Künstler, gewährt dem «White Elephant» bewusst viel Raum. «Ich bin glücklich», sagt sein Erschaffer.

Intensive Wochen liegen hinter Mabona. Sechs Tage pro Woche arbeitete der Künstler in Beromünster an seinem Werk – und dies stets unter der Beobachtung zahlreicher Kunstinteressierter, welche das Projekt dank einer Webcam übers Internet mitverfolgen konnten. Aufgrund der aussergewöhnlichen Dimensionen wurde Mabona beim Faltprozess von mehreren Assistenten unterstützt. «Zeitweise arbeiteten zehn Leute gleichzeitig mit», so Mabona.
Eine besondere Herausforderung war es, das riesige Papier zu Beginn in der Kunsthalle auszubreiten und die ersten grundlegenden Schritte zu falten. Auch die Transformation des Papiers von 2D hin zu einem richtigen Körper erwies sich als schwieriger als erwartet. Und anders als bei «normalen» Origami-Werken, griff Mabona beim «White Elephant» auf diverse Hilfsmittel zurück.

Internationale Medien berichteten aus Luzern

Zahlreiche nationale und internationale Medien berichteten in den vergangenen Wochen über den Entstehungsprozess von Mabonas «White Elephant» – darunter TV- Stationen aus Kanada und Deutschland. Rund 25'000 Franken wendete Sipho Mabona für sein bisher grösstes und aufwändigstes Projekt auf. Finanziert wurde das Kunstwerk von über 600 Interessierten aus aller Welt. Über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo spendeten diese kleinere und grössere Beträge.

Ungewisse Zukunft

In den kommenden Monaten wird der «White Elephant» im Landessenders Beromünster zu bestaunen sein. Jeden Sonntag findet um 14 Uhr eine öffentliche Führung durch das Kunsthaus statt. Was danach mit dem Kunstwerk geschieht, ist ungewiss. So auch die Frage, wie der Elefant dereinst an einen anderen Ort transportiert werden soll. Die Türen und Fenster des KKLB reichen dafür jedenfalls bei weitem nicht. «Wir werden uns etwas einfallen lassen», so Künstler Wetz.

Der Künstler

Sipho Mabona (34) hat bereits mit fünf Jahren sein erstes Papierflugzeug gefaltet. Mit 20 fing er an, seine eigenen Entwürfe zu kreieren. Auf diesem Weg entdeckte er die Origami-Kunst. Seither hat der Schweizer Origami für den mehrfach ausgezeichneten Asics Corporate Film «Origami in the Pursuit of Perfection» entwickelt und seine Arbeiten in Museen und Galerien rund um den Globus ausgestellt.
Sowohl sehr subtile und filigrane Designs, wie auch abstrakte geometrische Figuren gehören zu Repertoire des Künstlers. Sipho Mabona lebt und arbeitet in Luzern. Siehe auch www.mabonaorigami.com
Das KKLB ist für angemeldete Gruppen 365 Tage und Nächte offen. Ohne Anmeldung findet jeden Sonntag um 14 Uhr eine öffentliche Führung mit jeweils paralleler Kinderführung durch das Kunsthaus statt. www.kklb.ch

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