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Städtebau Buure Hüsli

2 min Lesezeit 30.01.2014, 16:00 Uhr

Kleine Häuser, die aus einer anderen Zeit stammen, gibt es in allen Städten. Sie tragen viel zur lokalen Identität bei. Im Luzerner Maihofquartier wurde nun das «Buure Hüsli» liebevoll instand gesetzt.

Ein Bauernhaus mitten in der städtischen Umgebung könnte schnell als Fremdkörper abqualifiziert werden. An vielen Orten in der Stadt Luzern sind Bauten einer vergangenen Zeit erhalten geblieben. An der Obergrundstrasse ist es das Kräuterhäuschen, am Pilatusplatz die von der Musikschule genutzte Stadtmühle oder im Tribschenquartier das Werkstattgebäude vom Luzerner Theater. Alles Bauten, die Teil einer neuen Umgebung wurden. Die Liste liesse sich mit vielen weiteren Beispielen fortsetzen. 

Im Luzerner Maihofquartier erinnert das «Buure Hüsli», wie das Bauernhaus auf dem Areal des Zentrums MaiHof liebevoll bezeichnet wird, noch heute an die Anfänge der Besiedlung. Die Weggismatt war bis ins 20. Jahrhundert Landwirtschaftsland. Erst als in den 1930er Jahren neue Wohnbauten an der neuen Libellenstrasse erstellt wurde, erhielt das Bauernhaus seinen Standort am Strasseneck. Ab 1941 fuhren die Arbeiterinnen auf dem Weg zur neuen Fabrikhalle der Tuch AG am Bauernhaus vorbei. Das Quartier wurde kontinuierlich ausgebaut, das Bauernhaus blieb bestehen. 

Seit Jahren wird das Häuschen von der Pfadi genutzt. Mit kleinen Instandstellungsarbeiten, die mit Bedacht und Liebe zum Detail ausgeführt worden sind, wurde das unscheinbare Baudenkmal vor kurzem aufgewertet. Die Erneuerung regen zum Nachdenken an. 

Auf der Liste der geschützten Baudenkmäler fehlt das Objekt. Vermutlich gilt der Bau auch heute noch als Abbruchobjekt. Er wird erst dann abgebrochen, wenn die Kirchgemeinde das Landstück beansprucht. Das ist bisher nicht passiert. Mich würde nicht überraschen, wenn der schlichte Holzbau noch lange stehen bleibt. Denn der Bau ist im Quartier zum Stimmungsträger geworden, der viel zur Identitätsstiftung beiträgt. Der an ländliche Traditionen erinnernde Holzbau ist fest im Quartierbewusstsein verankert. 

2012 haben der Restaurator Heinz Schwarz und der Historiker Jürg Studer für Kriens die Spuren von über 60 aufgegeben Bauernbetriebe zusammengetragen und ihr Wissen in einer kleinen Publikation dargestellt. Mit dem Ausbau von Kriens zur modernen Vorstadt sind wie in Luzern viele der ländlichen Bauten verschwunden. Geblieben sind Namen und einzelne Bauzeugen. Über das Stadtgebiet verteilt lässt sich bis heute die Spur der Landwirtschaft verfolgen. Das «Buure Hüsli» macht den Auftakt.

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