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Baujahr 1341 – und wieder bewohnbar
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Das Haus Tannen liegt am Weg der Schweiz. (Bild: Gerold Kunz)

Die Stiftung Ferien im Baudenkmal baut in Morschach ein Holzhaus um Baujahr 1341 – und wieder bewohnbar

2 min Lesezeit 27.09.2017, 13:32 Uhr

In Morschach hat die Stiftung Ferien im Baudenkmal ein bald 700-jähriges Holzhaus umbauen lassen. Lukas Baumann Architektur haucht dem währschaften Holzhaus mit wenigen, aber präzisen Eingriffen neues Leben ein.

An traumhafter Lage über dem Urner Seebecken hat die Stiftung Ferien im Baudenkmal am 16. September ihr jüngstes Projekt eröffnet: das von Lukas Baumann Architektur umgebaute Haus Tannen mit Baujahr 1341. Ein Rundgang durch das Haus zeigt, dass die Stiftung mittlerweile zur Impulsgeberin für eine zeitgenössische Denkmalpflege geworden ist. Das Umbaukonzept respektiert nicht nur originale Bauteile und Oberflächen, es sieht auch die Ergänzung mit neuen Zutaten vor, die von hoher gestalterischer Qualität sind.

Neben Küche und Bad wurden auch Trennwände und Geländer für das Wohnhaus neu entworfen. Mit einer differenzierten Farbgebung (Geländer in hellem, Trennwände in dunklem Holz) wird eine eigenständige Lichtwirkung erzeugt und Kontraste werden betont. Das Haus verfügt seit dem Umbau sogar über eine Sauna. Den Zutaten kommt die Funktion einer Veredlung zu. Sie machen aus dem von den Spuren des Gebrauchs gezeichneten Haus jenen Ort, an dem sich die Gäste wohl fühlen werden.

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Moderne Elemente

Küchenabdeckung und Waschbecken in Beton sind als Gestaltungselemente des 21. Jahrhunderts zu erkennen, hingegen gehen die neuen, schwarz lackierten Holzeinbauten im dunklen Haus unter. Nach aussen öffnende Fenster, in Holz aber ohne Sprossung, lassen sich den neuen Bauteilen zuordnen. Sie betonen die Bruchstellen, denn der Ursprungsbau wurde im 19. Jahrhundert um eine Raumschicht erweitert. Die Laube wurde mit einem Maschendrahtzaun gesichert, damit die vom Wetter geschwächte Bretterschalung belassen und die Fehlstellen offengelassen werden konnten.

Den Charakter dieser Restaurierung machen die vielen originalen Oberflächen aus: abgeschabte Bretterböden und vom Russ geschwärzte Blockwände werden unbehandelt übernommen. Die originalen Fenster wurden belassen. Auch die Dacheindeckung blieb unverändert. Die hangseitige Natursteinmauer wurde wieder originalgetreu aufgemauert und die Raumhöhen blieben unverändert. Die Wände wurden geflickt, die Türen wurden ergänzt, an der geneigten Konstruktion wurden keine Korrekturen vorgenommen: Das Interieur wurde im Zustand übernommen, den das seit 1963 unbewohnte Haus überliefert hat.

Perfekt für Feriengäste

Dieses Objekt erfüllt alle Wünsche einer zeitgenössischen Denkmalpflege. Innen und Aussen stimmen hier überein. Für eine Feriennutzung ideal, müssten bei einer permanenten Wohnnutzung weitere Anpassungen vorgenommen werden. Doch das Konzept von Lukas Baumann Architektur liesse sich weiterentwickeln. Zu wünschen wäre demnach, wenn die Stiftung Ferien im Baudenkmal bei einem kommenden Objekt diesen Tatbeweis erbringen würde.

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