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Paul Wolfisberg zieht zurück ins Elternhaus
Allmend: FCL-Legende zieht aus

  • Lesezeit: 4 min
  • Kommentar: 1
Paul Wolfisberg (81) hat gute Nachrichten per Post erhalten. Er plant gerade seinen Umzug zurück in sein Elternhaus.
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Paul Wolfisberg (81) hat gute Nachrichten per Post erhalten. Er plant gerade seinen Umzug zurück in sein Elternhaus. (Bild: Sandro Portmann)

Auf Ende Monat will Paul Wolfisberg seine Wohnung im Hochhaus auf der Allmend kündigen. «Ich fühle mich hier einfach nicht zu Hause», sagt er. Gründe dafür nennt er viele. Der Architekt kritisiert «bauliche und architektonische» Mängel am Gebäude.

Er ist wohl der bekannteste Mieter der beiden Hochhäuser «Hochzwei» in der Allmend. Doch so richtig angekommen ist die FCL-Legende Paul Wolfisberg dort nie so richtig. Auf Ende Januar will er seine Kündigung für die Dreizimmerwohnung einreichen. Der gelernte Hochbauzeichner und Architekt zieht zurück in sein Elternhaus in Horw.

Ein emotionaler Entscheid

Es hätte seine «letzte Station» sein sollen, wie er im Oktober 2012 gegenüber «Blick» sagte. Gleich bei der Eröffnung der beiden Hochhäuser am Zihlmattweg bezog «Der Wolf» eine Wohnung im elften Stock. Eigentlich die perfekte Wohnung für den heute 81-Jährigen. Denn das Hochhaus wurde exakt an jenem Ort gebaut, wo früher ein Spielfeld stand. Hier startete Wolfisberg als Junior seine ersten Kickversuche und feierte später seine Erfolge (siehe Box).

Von seinem Fenster sieht er auf den Pilatus, das Schloss Schauensee in Kriens oder das Restaurant Schützenhaus. «Als Kind habe ich dort jeweils am schulfreien Tag getschuttet», sagt er und zeigt auf die Wiese auf der anderen Strassenseite. «Im Schützenhaus haben wir uns dann umgezogen», erinnert er sich. Es waren emotionale Gründe, die ihn dazu bewogen, hier eine Wohnung zu nehmen.

Zurück ins Elternhaus

So wurde «Der Wolf» zur Legende

Der gelernte Hochbauzeichner und später hauptberufliche Architekt ist in Horw aufgewachsen. Schon früh entdeckte er seine Leidenschaft für den Fussball. In seiner Jugend spielte Paul Wolfisberg beim FC Horw. Mit 16 Jahren wechselte er zum FC Luzern, wo er 1960 den Cupsieg holte. Später feierte er Erfolge als Trainer der Schweizer Nationalmannschaft. Er triumphierte beispielsweise über England oder Italien. 1985 endete seine Karriere als Trainer.

So richtig angekommen ist Wolfisberg aber nie. «Ich fühle mich hier einfach nicht zu Hause», sagt er heute. Auf Ende Monat will er deshalb die Wohnung kündigen. Der gelernte Architekt zieht in sein Elternhaus an der Schulhausstrasse in Horw zurück, wo er aufgewachsen ist. «Dorthin, wo ich Leute kenne», wie er sagt. Das Haus ist bereits in seinem Besitz. Seine eigene Kündigungsfrist will er nun nutzen, um die Zweizimmerwohnung seinen Bedürfnissen entsprechend umzubauen. Eine neue Küche beispielsweise ist bereits bestellt.

«Wie ein Luftschutzkeller»

Auch sein Auszug ist eine emotionale Entscheidung. Dass er nie angekommen ist, hat seinen Grund. Mit dem Hochhaus konnte sich der Architekt nie anfreunden. «Das Einzige, das super ist, ist die Aussicht.» Doch dann hat das Lob auch schon sein Ende. Er spricht von «baulichen und architektonischen Mängeln». Das beginne schon auf der untersten Etage. «Der Eingangsbereich wirkt auf mich wie ein Luftschutzkeller, um nicht zu sagen Gefängnis», sagt der 81-Jährige, während er den Briefkasten leert.

Mit dem Schlüssel bestellt er den Lift, um in seine Wohnung im elften Stock zu kommen. Ohne elektronischen Schlüssel geht nichts. «Es gibt keine Sofas, keine Sitzgelegenheit im Eingangsbereich», ärgert er sich, während er auf den Lift wartet. Neben ihm streicht ein Arbeiter die Wand in Pastellfarbe. «Kommt nun doch Verputz auf den Sichtbeton?», erkundigt sich Wolfisberg von Fachmann zu Fachmann. Der Arbeiter verneint.

Gute Nachricht kommt per Post

Mit der Post im Arm betritt Wolfisberg seine Wohnung. Er legt sie auf dem Esstisch ab. Auch hier hätte «Der Wolf» mehr erwartet. «Die Qualität ist schwach. Man hat einfach das günstigste gekauft.» Als Beispiel nennt er den Boden, «einen Unterlagsboden, der sehr anfällig ist für Dreck und den man immer putzen muss.» Auch an den Bad- und Küchenmöbeln lässt er kein gutes Haar. «Ich habe noch nie einen Küchenschrank gesehen, der so anfällig ist für Fingerabdrücke.» Zumindest das dürfte in Zukunft kein Problem mehr sein. In der Post befand sich die gute Nachricht: Die Bestätigung für die neu bestellte Küche ist eben eingetroffen.

Beim Liegenschaftsverwalter bedauert man den Auszug von Wolfisberg, «wie bei jedem anderen Mieter auch». Wincasa reagiert auf seine Kritik mit einer schriftlichen Antwort: «Die Wohnungen weisen unterschiedliche Ausbaustandards auf. Das heisst, pro Turm wurden drei Materialisierungsvarianten gewählt.» Es gebe Wohnungen mit Parkett oder Anhydrit. «Das spiegelt sich auch im Mietzins wieder. Es war das Ziel der Eigentümerschaft, Wohnungen für unterschiedliche Mietersegmente und Budgets anzubieten», heisst es im Schreiben.

Ob es Verbesserungen am Gebäude braucht, prüfe Wincasa regelmässig. «Als Liegenschaftsverwalter überprüfen wir alle unsere Liegenschaften laufend im Regelbetrieb und sind zusammen mit dem Hauswartpersonal und der Eigentümerin stetig bestrebt, Optimierungen vorzunehmen.» Gerade bei Neubauprojekten würden sich Mängel oder Optimierungspotenziale erst nach einiger Zeit zeigen.

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1 Kommentare
  1. David Stalder, 15.01.2015, 18:07 Uhr

    Ich war aus beruflichen Gründen (als Dienstleister) einmal in diesem Gebäude. Der Eingangsbereich wirkt schäbig und abweisend, das Treppenhaus (oder wohl eher: der Bereich zwischen Lift und Wohnungstüren) hat den Charakter & Ausbaustand eines Kellergangs und auch in der Wohnung (so genanntes ‹Business Appartement›) wirkte vieles billig. Insbesondere den Boden hätte man so eher in einem Parkhaus als in einem Wohnraum erwartet. Ich habe sowas noch nie in einer Wohnung gesehen.
    Ich habe mich ernsthaft gefragt, wie das die Mieter der Penthouse-Appartements im oberen Gebäueteil sehen. Man müsste doch eigentlich denken, dass jemand der 6000.- pro Monat für seine Mietwohnung zahlt, sich daran stört, wenn der Eingangsbereich des Gebäudes wie in einer Sozialbausiedlung wirkt. Aber vielleicht fahren die Luxusmieter ja direkt mit dem Lift aus der Tiefgarage in die Wohnung?

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