Timo Räbsamen wurde erst am Sonntag ins Wiler Stadtparlament gewählt.
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Timo Räbsamen wurde erst am Sonntag ins Wiler Stadtparlament gewählt.

Ärger über Social-Media-Post Luzerner JSVP wirft St. Galler Juso-Politiker Aufruf zu Gewalt vor

3 min Lesezeit 7 Kommentare 29.09.2020, 21:22 Uhr

Wegen eines Instagram-Posts von 2019 gerät der frisch gewählte Wiler Stadtparlamentarier ins Visier der Jungen SVP des Kantons Luzern. Der Post richtete sich gegen die Weltwoche und Roger Köppel.

Eben erst wurde Timo Räbsamen ins Stadtparlament von Wil SG gewählt. Und schon wird er scharf kritisiert. Hintergrund ist ein Instagram-Post, den der Juso-Politiker im Februar 2019 gepostet und mittlerweile wieder gelöscht hat. Darin ist zu sehen, wie er mit anderen Jungsozialisten eine Ausgabe der «Weltwoche» verbrennt, berichtet das Portal «Hallowil.ch». Räbsamen schreibt dazu: «Heute brennt die Weltwoche, morgen dann Roger Köppel.»

Für Anjo Simon Stehrenberger von der Jungen SVP des Kantons Luzern geht das zu weit. «Ich habe selbstverständlich Verständnis dafür, dass Roger Köppels polarisierende Meinungsäusserungen auf harten Widerstand stossen können. Als Mitglied der Jungen SVP habe ich ebenfalls grosses Verständnis für Provokation als politisches Stilmittel. Meine Jungpartei spart bekanntlich auch nicht damit. Mein Verständnis hört aber definitiv da auf, wo die Grenze zu Gewaltaufrufen überschritten ist», wird Stehrenberger aus einer Mitteilung zitiert.

«Grundsätzlich ist es natürlich so, dass uns die Politik in Wil nicht interessiert, aber wir wollten der Stadt aufzeigen, wen sie hier ins Parlament gewählt haben.»

Anjo Simon Stehrenberger, Junge SVP Kanton Luzern

Warum prangert ausgerechnet die Luzerner JSVP den Wiler Politiker an? «Grundsätzlich ist es natürlich so, dass uns die Politik in Wil nicht interessiert, aber wir wollten der Stadt aufzeigen, wen sie hier ins Parlament gewählt haben», erklärt Stehrenberger auf Anfrage des Portals.

Lucian Schneider, Vize-Präsident der JSVP Kanton Luzern, bläst ins gleiche Horn: «Wir mischen uns eigentlich nicht in die St. Galler Politik ein. Aber so etwas macht man einfach nicht. Einem gewählten Politiker tut das nicht gut», sagt er auf Anfrage von zentralplus.

«Das ist schlechter Geschmack. So etwas geht einfach nicht.»

Lucian Schneider, Vize-Präsident der JSVP Kanton Luzern

Auf Facebook erntet Räbsamen nun viel Kritik. Der ehemalige Wiler Stadtparlamentarier und Präsident des Ortsbürgerrats Wil, Norbert Hodel, fordert in einem Kommentar gar seinen Rücktritt. So weit will die JSVP nicht gehen, auf eine Rücktrittsforderung verzichtet sie derzeit, wie Schneider erklärt.

Räbsamen wehrt sich gegen die Vorwürfe. «Das ist nicht als Aufruf für Gewaltanwendung zu verstehen. Es ist eine bewusst übertriebene Aussage. Wenn man so liest, was für rassistische und frauenfeindliche Texte in der Weltwoche publiziert werden, darf es auch unsererseits eine Übertreibung sein. Ich verstehe das unter dem Aspekt der Satire», sagt er zu «Hallowil.ch». Er habe den Post mittlerweile gelöscht, weil er «viele dumme Rückmeldungen» erhalten habe und «nicht andauernd Kommentare von rechten und rechtsradikalen Personen wollte».

Dass der Post als Satire gemeint war, kann JSVP-Vize Schneider nicht verstehen. «Das ist schlechter Geschmack. So etwas geht einfach nicht.»

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7 Kommentare
  1. Rudolf, 30.09.2020, 08:42 Uhr

    Offenbar geraten in Wil SG «Linke» mit «Rechten» oft hart aneinander. In den elektronischen Medien sollte man jedoch nicht satirisch zu schreiben versuchen, schon gar nicht über Personen. Bei solchen «Posts» kann die Satire in der Regel nicht erkannt werden.

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  2. Hugo Ball, 30.09.2020, 06:57 Uhr

    Klarer Fall. Hinter dem Begriff «Satire» lässt sich sowas jedenfalls nicht verstecken. Blosse Schutzbehauptung. Die Judikative wird das klären! Aber ich verstehe nicht, warum sich die JUSO so ab Köppel und der Weltwoche enerviert. Und Hetze betreibt. Es ist doch gerade die JUSO, die für kunterbunte Vielfalt und regenbogenhafte Toleranz mit Löwenherz einsteht. Oder geht das dann doch wieder eher in die Richtung von Ton, Steine, Scherben? Kaputt machen, was einen kaputt macht? Toleranz gibts nur im eigenen Meinungsspektrum? Der Vorhang fällt einmal mehr und gibt den Blick auf die Bühne der eigentlichen Meinungsunterdrücker frei. Nur kann man dies aus purer ideologischer Verblendung weder erkennen noch zugeben.

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    1. Martin Grunder, 30.09.2020, 07:28 Uhr

      Lassen Sie sich doch wählen und machen Sie es besser. Ihre zynische Sicht auf alles und jeden nervt. Und dann werfen Sie anderen vor, etwas kaputt zu machen?

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    2. CScherrer, 30.09.2020, 08:24 Uhr

      Es wäre mal wieder an der Zeit, dass man sich Ton, Steine, Scherben zu Gemüte führt. Natürlich ist so etwas in keinster Art und Weise Satire. Die Weltwoche verbrennen finde ich jedoch eine ganz vernünftige Sache. Auch den Blick kann man getrost als Unterlage für das Katzenklo gebrauchen. Die SVP-Zeitung tut es zwar auch, nur kriegt die Katze dabei den Dünnpfiff. Die Aussage: «..morgen dann Herr Köppel.» geht jedoch gar nicht. Da bin ich vollkommen gleicher Meinung.

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  3. Otmar Baumann, 29.09.2020, 22:17 Uhr

    Stehrenberger.
    Schweizer Name?

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    1. Andrea Stahl, 29.09.2020, 23:19 Uhr

      Und wenn nicht? Relevant?

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    2. CScherrer, 30.09.2020, 08:26 Uhr

      Etwas seit 1604 in der Schweiz vorkommend. Ist jedoch in keinster Art und Weise relevant, Herr Baumann.

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