Das Dorfzentrum von Baar ist zwar verkehrsberuhigt. Doch lebendiger wurde es deswegen nicht.  (Bild: zVg)
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Das Dorfzentrum von Baar ist zwar verkehrsberuhigt. Doch lebendiger wurde es deswegen nicht. (Bild: zVg)

Baar: Autofrei nein, Begegnungszone vielleicht

3min Lesezeit

In Baar tut sich was – in Sachen Zentrumsentwicklung. Der Gemeinderat hat das unabhängige Expertengremium «Netzwerk Altstadt» ins Boot geholt, um Möglichkeiten für eine Belebung des Ortszentrums zu eruieren. Jetzt sind die Ergebnisse auf dem Tisch. Bauchef Paul Langenegger spricht von «Visionen».

Wolfgang Holz

Wer in Baar lebt, kennt das Problem von zu vielen Autos, die täglich durchs Ortszentrum fahren. Vom schweren Stand, den so mancher Ladenbesitzer täglich hat und von den leeren Flächen an der Dorfstrasse. Und man spürt, dass viele Baarer sich mehr Lebensqualität im teilweise ziemlich öden Zentrum wünschen.

Aufgrund der Motion «Zentrumsentwicklung Baar» der CVP im Dezember letzten Jahres hat der Gemeinderat eine Stadtananlyse in Auftrag gegeben. Und zwar an das «Netzwerk Altstadt».

Stadtanalyse ist im Internet einsehbar

Das Netzwerk bildet eine Gruppe von Personen – Raumplaner, Ingenieure und andere –, die nicht in Baar leben und deshalb unabhängig  die Gesamtsituation beurteilt haben. Es ist ein Kompetenzzentrum für Altstadtfragen und will eine Plattform für den Austausch von Erfahrungen und Expertenwissen bereitstellen.

Der Bericht der Stadtanalyse kann ab sofort auf der gemeindlichen Website eingesehen werden. Er umfasst 20 Seiten und ist bebildert.

«Es handelt sich bei den Ergebnissen der Stadtanalyse um Visionen», sagt Paul Langenegger, Bauchef der Gemeinde in Baar und CVP-Politiker. Will heissen: Die Ergebnisse der Stadtanalyse sind noch nicht in Stein gemeisselt. Gleichzeitig gebe es für die Bevölkerung die Möglichkeit, am 19. Juni an einer Informationsveranstaltung teilzunehmen und dort ihre Rückmeldungen zu geben.

«Die Dorfstrasse als lebendigen Ortskern halten zu können, ist eine Herausforderung.»

«Netzwerk Altstadt»

Kernpunkte der Ergebnisse sind: Eine Fussgängerzone empfiehlt das «Netzwerk Altstadt» den Baarern in der Dorfstrasse nicht. Grund: «Dafür wäre eine deutlich stärkere Ladenszene nötig, die kaum erreicht werden kann. Die Dorfstrasse als lebendigen Ortskern halten zu können, ist eine Herausforderung.» Die Kommission kann sich aber neben dem bereits geltendem Tempo 30 auch eine Begegnungszone vorstellen, um die Lebensqualität für die Baarer mit weniger Autos dort zu steigern.

Neuer Dorfplatz und neuer Kirchplatz?

Zudem sehen die Experten von «Netzwerk Altstadt» die Chance, neben dem Bahnhofsareal zwei weitere Plätze zu kreieren: Nämlich eine Art Dorfplatz vor dem Rathaus sowie einen Kirchplatz vor der Katholischen Kirche St. Martin. «Bei der Verbindung Dorfplatz zum Bahnhof könnte dabei ein Stadtpark entstehen», heisst es in dem Bericht. Dafür müssten aber einige Parkplätze verschwinden, um die jetzigen parkähnlichen Strukturen zu erschliessen.

«Es wird sich etwas verändern.»

Paul Langenegger, Bauchef Baar, CVP

Ein generelles Problem sieht das «Netzwerk Altstadt» darin, dass die Ladenszene in Baar in direkter Konkurrenz zu Zug steht – «und das macht die Situation nicht einfach.» Dabei wird den Baarern empfohlen, durchaus wieder auf das Image Dorf zu setzen, um sich von der Stadt Zug abzugrenzen. Nicht zuletzt sei es aufgrund des «gewaltigen Strukturwandels» in Baar «kaum möglich, die vier Zentrumslagen – Dorfstrasse, Bahnhof, Marktgasse und Oberdorf – zu einem Zentrum zu verschmelzen.»

Diese Stadtanalyse liest sich ernüchternd, und wirft die Frage auf, ob sich in Baar überhaupt etwas verändern lässt. Bauchef Paul Langenegger versichert indes gegenüber zentralplus mit Inbrunst: «Es wird sich etwas verändern.»

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