Zwölf Fälle von Corona-Mutation im Maihof-Schulhaus Luzern
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Weitere Schüler und Lehrer des Maihofschulhauses sind positiv auf Corona getestet worden. (Bild: zvg)

Ergebnisse des Massentests Zwölf Fälle von Corona-Mutation im Maihof-Schulhaus Luzern

3 min Lesezeit 5 Kommentare 01.02.2021, 15:49 Uhr

Die Resultate des Massentests vom letzten Freitag im Maihof-Schulhaus Luzern liegen vor: 18 Personen wurden positiv auf Corona getestet, davon zwei Drittel mit einer hochansteckenden Mutation. Einzelne verwehrten allerdings den Abstrich.

Im Maihof-Schulhaus in der Stadt Luzern hat am letzten Freitag ein breit angelegter Corona-Test stattgefunden. Zuvor war bei vier Schülerinnen und Schülern dieses Schulhauses eine Infektion mit dem mutierten Virus bekannt geworden; die positiv Getesteten wurden sofort isoliert und die betroffene Klasse unter Quarantäne gestellt (zentralplus berichtete).

Inzwischen liegen die Resultate des Massentests vor. Von den total 374 Tests fielen 18 positiv aus – bei 13 Kindern sowie fünf erwachsene Personen. Bei zwölf dieser 18 Fälle konnte zwischenzeitlich die neue Virusvariante N501Y nachgewiesen werden, wie der Kanton Luzern am Montag mitteilt.

Kanton begründet schnelles Eingreifen

In der städtischen Primarschule Mariahilf wurde hingegen bislang niemand positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Dort arbeiten Personen, welche Kontakt zu einem Kind mit einer Virusmutation aus dem Schulhaus Maihof hatten (zentralplus berichtete). Das Contact Tracing-Team hat dennoch angeordnet, dass sich alle Kontaktpersonen dieser Kontaktpersonen bis am 8. Februar in Quarantäne begeben müssen.

Dasselbe gilt für die Schüler des Maihof-Schulhauses. Auch bei ihnen hat das kantonale Contact-Tracing-Team die Kontaktpersonen sowie deren enge Kontakte ausserhalb des schulischen Kontextes eruiert, damit auch diese unter Quarantäne gestellt werden können. «Das schnelle Eingreifen und die breit angelegte Testung am Maihof-Schulhaus waren zwingend erforderlich», begründet Kantonsarzt Roger Harstall.

«Es gab vereinzelt Personen, die sich nicht testen lassen wollten.»

Roger Harstall, Kantonsarzt

«Wenn wir die Ausbreitung des hochansteckenden Virus stoppen wollen, bleibt uns keine andere Wahl; es erfordert ein konsequentes Handeln zum Wohl und Schutz der Bevölkerung.» Dass auch Kontaktpersonen der Kontaktpersonen identifiziert und unter Quarantäne gestellt würden, sei notwendig und entspreche den Vorgaben des Bundes beim Nachweis einer hochansteckenden Mutation.

In Quarantäne müssen auch die Kontaktpersonen von Kontaktpersonen. Auf wie hoch die Zahl der Betroffenen dadurch angestiegen ist, kann der Kanton noch nicht beziffern. «Das können aber schnell einige hundert Personen mehr werden», sagt Roger Harstall. Am Freitag hat der Kanton im Zusammenhang mit den Fällen im Maihof-Schulhaus für 450 Personen eine Quarantäne angeordnet. 

Die strengeren Vorgaben im Falle von mutierten Coronaviren stellen auch das Contact-Tracing-Team vor eine grosse Herausforderung. «Ihre Abklärungen sind momentan noch im Gange», sagt Harstall. «Die Belastung für das Contact Tracing ist entsprechend hoch.» 

Einzelne wollten sich nicht testen lassen

Der Kanton kann gemäss Epidemiengesetz Massentests anordnen. Bei demjenigen am Maihof-Schulhaus bestand zwar eine grundsätzliche Verpflichtung, sich testen zu lassen. Der Kanton liess den Betroffenen aber die Möglichkeit offen, darauf zu verzichten.

«Es gab vereinzelt Personen, die sich nicht testen lassen wollten. Wir sind uns bewusst, dass diese Tests insbesondere für die Kinder unangenehm und belastend sein können», so der Kantonsarzt. Wer keinen Nasenabstrich vornehmen lassen wollte, musste sich unverzüglich in Quarantäne begeben und erhielt die Aufforderung, sich beim Hausarzt testen zu lassen.

Mutiertes Virus verbreitet sich

Anfang letzter Woche hat der Kanton informiert, dass 14 Fälle des mutierten Virus nachgewiesen worden waren (zentralplus berichtete). Wie viele es aktuell sind, kann Kantonsarzt Roger Harstall auf Anfrage nicht beantworten. Der Trend ist hingegen klar. «Wie zu erwarten war, ist die Zahl in der Zwischenzeit exponentiell gestiegen», sagt Harstall zur Entwicklung. Verhindern lasse sich die Verbreitung nicht, aber – und das ist das Ziel – soweit möglich verlangsamen.

Trotz der ansteckenderen Mutationen ist im Kanton Luzern in der letzten Woche kein Anstieg der Neuinfektionen registriert worden. Auch bei der Auslastung der Intensivbetten entschärfte sich die Situation leicht. 

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5 Kommentare
  1. Andrea, 02.02.2021, 05:35 Uhr

    Fernunterricht? Dass ich nicht lache!

    Am Freitag macht die Schule dicht und am Montag soll das laufen? Das funktioniert niemals. Funktioniert ja nicht mal das Impfen! Wie soll da Fernunterricht „verhebe“??

    Beendet endlich diesen Irrsinn und lasst die Kinder in Ruhe.

    Alte und Kranke schützen den ganzen Rest endlich wieder leben lassen.

  2. AG, 01.02.2021, 18:35 Uhr

    Genau, bis zu den (höchstwahrscheinlich rechtswidrigen) Tests und der daraus folgenden Isolation / Quarantäne ging es vermutlich allen bestens und erst dann fingen die Probleme an.
    Zudem frage ich mich, warum man die Kinder mit solchen Tests (Rachen/Stäbchen anstatt Speichel) quält und dann wegen nur 18 positiven von 374 die ganze Schule (450) dicht macht. Da kann man sich die Tests sparen und einfach zu machen. Ist doch klar, dass bei so Vielen ein Teil positiv sein wird. Völlig daneben!

    An die Artikelschreiber: Wieso bauscht ihr das Thema mit Ausdrücken wie „hochansteckend“ und „Mutation“ unnötig auf? Dass Viren mutieren ist normal und wie definiert sich „hochansteckend“? Man liest von ca. 50% ansteckender also ca. 1.5x so ansteckend wie die ursprüngliche Version. Für mich ist das noch lange nicht „hochansteckend“. Und was noch viel wichtiger ist, es ist nicht „hochtödlich“. Tendenziell (wegen der Mutation) eher noch harmloser.

  3. Andrea, 01.02.2021, 17:22 Uhr

    Und wie gehts den betroffenen Schülern? Belasten sie schon mächtig das sich „zu Tode krampfende“ Pflegepersonal?

    Ich tippe mal darauf, dass sie die verfrühten Ferien bei bester Gesundheit geniessen.

    1. Serge, 01.02.2021, 18:50 Uhr

      Wie wärs mit Gehirn einschalten und dann kommentieren?! Die Kinder erhalten Fernunterricht und eine Verharmlosung wie sie hier von sich geben geht gar nicht.

    2. Melanie, 02.02.2021, 21:32 Uhr

      Von Ferien kann man definitiv nicht reden… eingesperrt mit Fernunterricht macht wohl niemandem Spass….mir tun die betroffenen sehr leid vorallem auch wegen diesem fiesen test

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