Jetzt Community-Mitglied werden und profitieren!
Zwist um Mini-Spielplatz in Horwer Überbauung
  • Regionales Leben
Mit diesem Mini-Spielplatz müssen die Kinder in der Überbauung Stirnrüti in Horw leben. (Bild: zvg)

Gemeinde und Wohnungsbesitzer verärgert Zwist um Mini-Spielplatz in Horwer Überbauung

3 min Lesezeit 9 Kommentare 11.08.2019, 05:03 Uhr

Ein zu klein geratener Spielplatz sorgt in Horw für Verstimmung. Wohnungseigentümer und Generalunternehmung liegen sich in den Haaren. Und auch die Gemeinde mischt sich ein.

Ein Sandkasten, ein Drehkarussel und zwei Schaukeln: Mit diesem Spielplatz müssen sich die gut 20 Kinder in der neuen Wohnüberbauung Stirnrütipark in Horw begnügen. Dabei wurden die 40 grossen Eigentumswohnungen im gehobenen Preissegment als familienfreundlich angepriesen.

Erstaunt stellten einige Eigentümer beim Einzug fest, dass statt der ursprünglich drei geplanten Spielplätze nur ein einziger realisiert worden war. Mehrere Wohnungseigentümer fordern von der Generalunternehmung Alfred Müller AG deshalb Nachbesserungen.

Unterstütze Zentralplus

Gemeinde macht Vorschriften

Unterstützung erhalten sie von der Gemeinde. Wie bei grösseren Überbauungen vorgeschrieben, hat die Gemeinde Vorschriften zu Grösse und Gestaltung der Spielflächen gemacht. 1’600 Quadratmeter sollen es im Stirnrütipark insgesamt sein, inklusive dreier Spielplätze für Kleinkinder.

Die Generalunternehmung kennt die Vorgabe, hält sie aber nicht für verbindlich. Sie stellt sich auf den Standpunkt, die Gemeinde habe einen abgeänderten Umgebungsplan mit Abstrichen bei den Spielplätzen genehmigt. Für die Gemeinde wiederum ist dies eine unhaltbare Behauptung.

Der Grund für die unterschiedlichen Interpretationen: Die Alfred Müller AG vertritt die Meinung, die Fachstelle für Natur- und Umweltschutz der Gemeinde Horw habe die Umgebung der Überbauung genehmigt. Damit sei der Fall erledigt.

«Die Aussage, die Gemeinde habe die Umgebung so genehmigt, ist eine reine Schutzbehauptung.»

Thomas Zemp, Horwer Bauvorsteher

Für die Gemeinde ihrerseits ist es klar, dass die Fachstelle nur Naturelemente abnehmen kann, nicht aber Anpassungen bei den Spielplätzen. Das Planungs- und Baugesetz des Kantons Luzern schreibe für Planänderungen ein klar definiertes Verfahren vor. Die Generalunternehmung, die gar über eine eigene Abteilung Rechtsdienst verfüge, sei sich dessen sehr wohl bewusst, heisst es in einem Schreiben der Gemeinde, das zentralplus vorliegt. 

Gemeinde setzt Frist

Anfang Jahr hat der Horwer Gemeinderat deshalb eine Verfügung erlassen. Die Spielplätze müssten wie ursprünglich geplant innert dreier Monate realisiert werden. Geschehe dies nicht, drohe eine Busse und die Spielplätze würden durch Dritte, auf Kosten der Generalunternehmung, gebaut.

Die Frist ist verstrichen, doch die Kinder im Stirnrütipark müssen sich immer noch mit einem einzigen Spielplatz begnügen. Denn die Alfred Müller AG wehrt sich vor Kantonsgericht gegen die Verfügung. Gleichzeitig hat sie die Umgebungsplanung mit dem einen Spielplatz bei der Gemeinde (nochmals) zur Genehmigung eingereicht.

Der Gemeinderat wird das Geschäft nach den Sommerferien behandeln. Bis dahin bleibt das Gerichtsverfahren sistiert. Dass der Gemeinderat von seiner Meinung abrückt, ist unwahrscheinlich. «Die jetzige Situation entspricht nicht den im Gestaltungsplan gemachten Vorgaben», sagt Bauvorsteher Thomas Zemp gegenüber zentralplus. «Die Aussage, die Gemeinde habe die Umgebung so genehmigt, ist eine reine Schutzbehauptung.»

Kinder müssen sich gedulden

Erschwerend kommt hinzu: Auch die Eigentümer der Neubausiedlung sind uneins. Während sich die einen mehr Spielplätze wünschen, gibt es auch einzelne, die sich dagegen wehren, dass diese ausgerechnet vor ihrer Wohnung errichtet werden sollen. Denn in den Verkaufsunterlagen warb die Immobilienfirma nicht nur mit Familienfreundlichkeit, sondern auch mit der Aussicht auf das nahe Naturschutzgebiet und den Bireggwald. Die wollen sich die betroffenen Eigentümer nun nicht mehr nehmen lassen.

Bis die Situation geklärt ist, bleibt im Stirnrütipark alles beim Alten. Die Kinder müssen sich vorerst mit dem Mini-Spielplatz arrangieren.

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

9 Kommentare
  1. Marcel, 14.08.2019, 00:02 Uhr

    Wenn das Greta Thunberg wüsste…

  2. Berta, 13.08.2019, 23:52 Uhr

    Ein Unternehmen lebt vom Vertrauen und ein Wohnungskauf ist Vertrauenssache. Alfred Müller AG als Familienunternehmen stellt so etwas hin und vermietet in Zug tausende Quadratmeter an grosse Pharma Konzerne… Das Bild sagt alles, da gibts nichts schönzureden! Das ist nicht nur Mini sondern auch hässlich!

  3. Thomas W., 13.08.2019, 17:33 Uhr

    Ich bin auch schon da vorbeispaziert und fands sehr dürftig! Die Wohnlage ist erstklassig und die Wohnungen waren bestimmt nicht günstig. Zum Glück leben wir in der Schweiz, wo nicht willkürlich Bauland verpfuscht werden darf und Baubewilligungen verbindlich sind.

    Dass die Aussicht auf den Wald durch eine Erweiterung eingeschränkt wird, glaube ich nicht. Das sind wohl überängstliche Erstkäufer, die nicht verstanden haben wie eine Käufergemeinschaft funktioniert!

  4. Marco Staub, 13.08.2019, 10:41 Uhr

    Ein Zeichen des Immobilienbooms, die Wohnungen verkaufen sich auch so! Bereits in der zweiten Generation Alfred Müller gehts abwärts!

  5. Markus Schaller, 12.08.2019, 20:08 Uhr

    Ich kann nicht verstehen, dass sich Alfred Müller auf diese Diskussion einlässt. Das Unternehmen kann in dieser Diskussion nur verlieren.

  6. Nicci, 11.08.2019, 20:33 Uhr

    Habt Ihr keine anderen Probleme?

  7. Edi,, 11.08.2019, 14:32 Uhr

    habt ihr keine anderen Probleme, wie grösser der Spielplatz ,wie mer Dreck und lärm, wer geht Putzen, ab in den Wald es gibt andere Sache hier in der Feldbreite Emmen mit 900 Wohnungen gibt es auch nicht mer es langt es Heult niemand, Selber was machen ,früher Baute man hütten, mit Leintüchern, Krämerlis, Seil Hüpfen, Elasti Hüpfen ja bei Regen hatten die Grösseren für uns Knirpse Kasperli im Keller Gespielt, aber heute ,

  8. Andre, 11.08.2019, 12:51 Uhr

    wer kindern keinen spielplatz baut oder deren bau verhindern will ist ein egoist sondergleichen. die bauherren die hier auf dem rücken der kindern sparen wollen sollten sich schämen.

    1. Joseph de Mol, 11.08.2019, 13:28 Uhr

      Das sind leider Gottes seit Jahren/Jahrzehnten die vorherrschenden Verhältnisse in der Schweiz. Ich erlebe es so, dass die Schweiz eines der kinderUNfreundlichsten Länder der Welt ist. Das ist der Preis der vermeintlich “fortschrittlichen” Zivilisation. Kinder gelten nicht mehr als die Zukunft und das Normale ganz allgemein, sondern es werden je länger desto mehr nur noch “die Kosten” wahrgenommen (im Gegensatz stünde der Nutzen; ökonomisch, nicht finanziell). Sie stören nur noch! Unser Land wird sich so über kurz oder lang arg ins Abseits stellen. Hier ist v.a. auch die Politik gefordert und müsste sich um eine kinderfreundliche (und zwar eine deutliche) Etablierung eines “new deal” bemühen. Aber hier bemüht man sich halt lieber mit Förderung der Akzeptanz der LGBT-Community, Gender mainstreaming oder der digitalen Transformation der Gesellschaft.