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Zwischen Touristen fischen
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Sie gehören noch immer zu den Spitzenreitern: Doch im ersten Halbjahr 2016 haben deutlich weniger Asiaten Luzern besucht als im Vorjahr.   (Bild: Sandro Portmann)

Geheimtipps für die Anglersaison Zwischen Touristen fischen

5 min Lesezeit 1 Kommentar 24.05.2015, 17:41 Uhr

Zapfen rein, Bier auf und in Geduld üben. In Luzern gibt es viele Orte, an denen auch Hobbyangler ohne Bewilligung sorgenfrei fischen dürfen. zentral+ hat sich umgehört und empfiehlt die schönsten Plätze. Ein Tipp vorweg: Besonders gute Chancen auf einen Fang haben die Fischer inmitten von Touristen.

Eine Angel, ein schönes Plätzchen und Geduld: Es braucht nicht viel, um zu Fischen. Und doch müssen dabei einige Regeln beachtet werden. Freiangeln – also Fischen ohne Bewilligung und Gebühren – ist im Kanton Luzern nur vom Ufer des Vierwaldstättersees und des Sempachersees erlaubt. Und auch hier mit Einschränkung (siehe Box). zentral+ stellt ein paar der schönsten Plätze für Anfänger vor und was es dort braucht, um überhaupt fischen zu dürfen.

Geheimtipp: Richard Wagner Museum

Entlang der Luzerner Seebucht ist das Fischen grundsätzlich ohne Bewilligung und Gebühr erlaubt. Hobbyfischer können hier vom Ufer aus sorglos den Angelhaken ins Wasser werfen. Aber Achtung: Tote und lebende Köderfische sowie Kunstköder sind verboten. Auch an Strandbädern und bei Brutinseln von Vögeln ist das Fischen nicht erlaubt. «Grundsätzlich ist es wichtig, wenn man sich vorher über die Regeln und Gegebenheiten informiert», sagt Peter Schürmann vom Luzerner Fischerverband.

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Geheimtipp eines Kenners: Fischen beim Richard Wagner Museum.

Geheimtipp eines Kenners: Fischen beim Richard Wagner Museum.

(Bild: Sandro Portmann)

Wo geht der Profi hin, wenn er heute spontan Angeln ginge. «Ich würde Richtung Richard Wagner Museum gehen», verrät Schürmann. Es ist eines seiner Lieblingsplätzchen. Und mit welchem Nachtessen kann der geübte Fischer hier rechnen? «Mit einem Wurm am Haken kann man hier Eglis, Rotaugen oder Forellen fangen», erklärt Schürmann. Mit einem toten Köder wären Hecht oder Zander möglich. Doch um mit solchen Ködern zu fischen, braucht es ein Patent.

«Schöne Karpfen» an der Horwer Bucht

Die Horwer Bucht ist nicht nur der Landschaft wegen einen Ausflug wert. Hier ist auch ein beliebter Platz zum Fischen.

Die Horwer Bucht ist nicht nur der Landschaft wegen einen Ausflug wert. Hier ist auch ein beliebter Platz zum Fischen.

(Bild: Sandro Portmann)

Etwas südlicher, an der Horwer Bucht, liegt ebenfalls ein beliebtes Ziel für Fischer. Der Ort gilt in Internetforen als Geheimtipp. Vom Ufer aus kann man hier Seeforellen fischen «und im Frühling/Sommer hat es immer wieder schöne Schleien, Karpfen und Brassen in diesem Gebiet», schreibt ein User im «Fischerforum.ch» Dieses Vergnügen ist ebenfalls ohne Patent möglich. Wer das Brevet hat und entsprechende Kunstköder oder tote Köderfische verwenden darf, kann hier auch Eglis oder Hechte fangen.

Touristen locken Fische am Quai an

Wer sich nicht vor Touristen scheut, kann entlang des Quais einen guten Fang machen.

Wer sich nicht vor Touristen scheut, kann entlang des Quais einen guten Fang machen.

(Bild: Sandro Portmann)

Auf der anderen Seeseite – entlang des Quais – haben Fischer gute Chancen, einen Fang zu machen. Gerade dort, wo viele Touristen die Enten mit Brot füttern, kann es sich lohnen, die Angel auszuwerfen. Denn Schürmann weiss: «Das Brot zieht nicht nur Enten an, auch die Fische kommen, um das Brot zu fressen.» Wer keine Scheu vor den vielen Spaziergängern hat, kann hier mit etwas Glück mit einem Egli, Rotauge oder einer Forelle nach Hause.

Geheimtipp See-Allee in Sursee

Am Ufer beim Sempacher See, hier beim Surseer Trichter, ist das Freiangeln erlaubt.

Am Ufer beim Sempacher See, hier beim Surseer Trichter, ist das Freiangeln erlaubt.

(Bild: Severin Bigler)

Ebenfalls keine Bewilligung brauchen Fischer, die ihre Angel am Ufer des Sempachersees auswerfen. Freiangeln ist ohne Widerhaken von öffentlich zugänglichen Ufern, Brücken und Stegen erlaubt. Auch am Sempachersee gilt: Köderfische und Kunstköder sind für Freiangler verboten. Da beim Sempachersee vielerorts das Ufer nur schwer zugänglich ist, sind die schönen Plätze rar. Die See-Allee in Sempach oder der Surseer Trichter sind zwei Empfehlungen von Peter Schürmann.

Ein beliebter Ort zum Angeln: Die See-Allee in Sempach.

Ein beliebter Ort zum Angeln: Die See-Allee in Sempach.

(Bild: Severin Bigler)

Nur für Profis: Fischen in der Reuss

Alle, die vom Angeln nicht genug bekommen können: Mit einem Patent haben Fischer weit mehr Möglichkeiten. So steht ihnen nicht nur mehr Gewässer zur Verfügung auch dürfen sie andere Ausrüstungen wie beispielsweise einen Kunstköder verwenden. Dazu braucht es jedoch erst einen Sachkundenachweis, der bescheinigt, dass der Fischer ausreichend Kenntnisse über den tierschutzgerechten Umgang mit Fischen hat.

Entlang der Reuss gibt es viele Plätze zum Fischen. Für Anfänger ist das aber nichts.

Entlang der Reuss gibt es viele Plätze zum Fischen. Für Anfänger ist das aber nichts.

(Bild: Sandro Portmann)

Ein beliebter Ort für Profis in Luzern: Die Reuss. Hier schwimmen unter anderem Forellen, Barben oder Äschen. Fischen im Fluss ist anders als im See: «Im See ist es einfacher: Zäpfli reinwerfen, Bier auftun und warten», sagt Schürmann. Fischen im Fluss brauche mehr Aufmerksamkeit, nicht zuletzt, weil sich der Köder im Fluss bewegt. Das nötige Patent für das Fischen in der Reuss stellt die Korporation Luzern aus. Na dann: Petri Heil!

Freiangeln: Diese Regeln gelten

Freiangeln ist im Kanton Luzern nur am Vierwaldstättersee und am Sempachersee vom Ufer aus erlaubt. Dies gilt jedoch nicht ohne Einschränkung. Ausnahmen sind zum Beispiel private Bootsstege oder Vogelbrutinseln. Zudem dürfen nur natürliche Köder verwendet werden. Köderfische und Kunstköder sind verboten. Für die Luzerner Seebucht gelten folgende zeitliche Einschränkungen: Vom 1. Mai bis zum 30. September von 5 bis 22 Uhr und vom 1. bis 31. Oktober von 6 bis 19 Uhr. Von der Seebrücke aus darf jeweils nur bis 9 Uhr geangelt werden. 

Egal ob für Profis oder Laien: Der kantonale Fischereiaufseher, Thomas Küng, rät allen: «Grundsätzlich sollte sich jeder Fischer gut vorbereiten und sich informieren.» Zum Beispiel sollte der Fischer wissen, wie der Fisch tierschutzgerecht getötet wird. Wenn jemand zum ersten Mal in Luzern fischen möchte, soll er sich bei der kantonalen Fischereifachstelle oder einem Fischereifachgeschäft erkunden: «Meine erste Frage wäre dann, welchen Fisch man mag», sagt Küng. Je nach dem kommt ein anderer See oder Platz in Frage. «Im Sempachersee gib es beispielsweise einen hohen Bestand an Felchen.»

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1 Kommentare
  1. Hans Brandt, 19.08.2019, 09:34 Uhr

    Ich bin ein leidenschaftlicher Fischer. Ich hätte nie gedacht, dass es uns gelingen könnte, an Orten zu fischen, die bei Touristen sehr beliebt sind. Sie sind oft sehr laut. Aber es ist wahr, dass Touristen Fische anziehen, indem sie ihnen Brot geben. Vielen Dank Sandro für diesen Artikel.