<p>Noch hat das Restaurant Bolero nur eine Reihe Tische vor dem Lokal und seitlich, bei der Sempacherstrasse, aufgestellt – das soll sich 2017 ändern.</p>
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Noch hat das Restaurant Bolero nur eine Reihe Tische vor dem Lokal und seitlich, bei der Sempacherstrasse, aufgestellt – das soll sich 2017 ändern. (Bild: jal)

Luzerner Restaurant Bolero feiert Wiedereröffnung Zwei Millionen für Umbau – und vielleicht bald eine grössere Terrasse

4 min Lesezeit 08.09.2016, 16:10 Uhr

Den ganzen Sommer über lief im spanischen Restaurant Bolero am Bundesplatz: nada! Doch nun steht die Tür wieder offen. Dank der Hirschmatt-Aufwertung könnte sich auch bald was ums Lokal herum tun.

In der Lounge stehen violette Sessel auf einem gelbgrünen Teppich, im hinteren Teil des Restaurants leuchten goldene Pfannen als Lichtreflektoren von der Decke. Dazwischen, an halbhohen Tischen, steht eine Gruppe von Mitarbeitern. Sie diskutieren, wie die Aufnahmen für die SRF-Sendung «Mini Beiz, Dini Beiz», bei der das Bolero mitmacht, diese Woche ablaufen werden. Von Gazpacho und Kameraperspektiven ist die Rede, von Paella und Aufnahmedauer.

Klare Zeichen: Das spanische Bolero Restaurante hat diese Woche wieder den Betrieb aufgenommen. Während zwei Monaten, seit Ende Juni, wurde hinter verschlossener Türe umgebaut. Die Stühle mit dem prägend roten Bezug und die orangen Wände sind verschwunden. Das Interieur ist komplett neu. Nicht so die kulinarische Ausrichtung. Noch immer ist spanische Küche angesagt: «Tapas, paellas y vinos», erklärt Marco Maurer, Leiter Sales und Marketing, das Motto.

 

Im offenen Teil der neuen Küche wird die Paella vor den Augen der Gäste zubereitet. (Bild: jal)

Im offenen Teil der neuen Küche wird die Paella vor den Augen der Gäste zubereitet. (Bild: jal)

Und dennoch gebe es einige Veränderungen, hält Maurer fest. «Viele Schweizer kommen zu uns und sagen: Hmm, Paella ist lecker – aber muss das Muscheln drin haben?» Wie man das von Pizzerien kennt, kann der Gast im Bolero neuerdings eine Paella nach Wahl zusammenstellen.

Ausflug ins Baskenland

Passend zum täglichen Tapas-Buffet hat sich das Bolero mit seinen 114 Plätzen auf spanische Weine spezialisiert. Auf der Karte fällt indes etwas auf, das aus dem mediterranen Konzept zu fallen scheint: eine eigene Gin-Karte.

«Die Strassensanierung im Hirschmattquartier bietet das Potenzial für mehr Aussenplätze.»

Marco Maurer, Leiter Sales & Marketing

«In Spanien ist zurzeit jeder Barbetreiber stolz auf sein Gin-Angebot», sagt Maurer und erklärt, dass eine Gruppe von Kadermitarbeitern im Juni ins Baskenland gereist ist. «Wir haben das spanische Flair eingeatmet, damit wir das in Luzern authentisch wiedergeben.» Und dazu gehört nun eben auch der Gin-Trend, den man von der Atlantikküste an den Bundesplatz mitgenommen hat.

Grössere Terrasse für 2017 ein Thema

Mit energischen Schritten betritt Hotelier und Gastgeber Roland Barmet-Garcia die Lounge. Seit 27 Jahren führt er das Cascada Hotel und das dazugehörige Bolero. Er ist sichtlich zufrieden mit dem Redesign, das Vizedirektor Thomas Ulrich zu verantworten hat. Die Hotelzimmer sind in den letzten rund fünf Jahren Schritt für Schritt saniert worden. Auch deshalb wurde nun das Redesign des Restaurants nötig. 

Hotelier Roland Barmet-Garcia (links) und Vizedirektor Thomas Ulrich im hinteren Teil des Restaurants Bolero. (Bild: jal)

Hotelier Roland Barmet-Garcia (links) und Vizedirektor Thomas Ulrich im hinteren Teil des Restaurants Bolero. (Bild: jal)

«Viele Gäste fanden, das Restaurant sei im Vergleich zu den Zimmern etwas in die Jahre gekommen», sagt Marco Maurer. Rund zwei Millionen Franken haben die Betreiber in den Umbau samt Küche investiert. Dass die Arbeiten im Sommer über die Bühne gingen, hat damit zu tun, dass das Bolero am verkehrsreichen Bundesplatz keine grosse Sommerterrasse unterhält.

Trotz der Strassensanierung im Hirschmattquartier wird das so bleiben – zumindest vorerst. Denn Marco Maurer sagt: «Die Sanierung wertet unseren Aussenbereich auf und hat Potenzial für mehr Aussenplätze.» Für die Sommersaison 2017 wolle man dies in Angriff nehmen und eine Vergrösserung der Terrasse diskutieren. «Momentan ist aber noch nichts spruchreif.»

Die tolerierten farbigen Fenster

Obwohl das Cascada Hotel im Vergleich zu den grossen Namen am Nationalquai weniger bekannt ist, läuft es gemäss Maurer sehr gut. Das zeige sich an den blauen Fenstern: Sobald ein Zimmer besetzt ist, geht das Licht im Fenster aus. «Im Moment leuchtet das Hotel zum Glück fast nie – ein gutes Zeichen für die Auslastung.»

«Wir sind bei dieser Frage natürlich klar auf der Seite des Schweizerhofs.»

Marco Maurer, Leiter Sales & Marketing

Farbige Fenster – da kommt den meisten Luzernern wohl unweigerlich das Hotel Schweizerhof in den Sinn. Mit seinen farbigen Fenstern verstösst es gemäss dem Stadtrat gegen den Plan Lumière. Der Schweizerhof bestreitet das und ist kürzlich vor Kantonsgericht gezogen. Das Urteil steht noch aus.

Beim Cascada Hotel hingegen gab es nie ein Problem, obwohl die blauen Fenster seit fünf Jahren erstrahlen. «Es stand nie zur Debatte, dass wir das nicht dürften», sagt Maurer. Man warte nun ab, wie es beim Schweizerhof weitergehe. Doch er hält fest: «Wir sind bei dieser Frage natürlich klar auf der Seite des Schweizerhofs.»

Farbige Fenster, die keinen Aufruhr machen: Leuchten sie, hat es noch Zimmer frei. (Bild: zvg)

Farbige Fenster, die keinen Aufruhr machen: Leuchten sie, hat es noch Zimmer frei. (Bild: zvg)

Zu den Gästen im Cascada Hotel gehören sowohl Touristen als auch Seminar- und Businessgäste. Und auch Konzert- und Theaterbesucher, denn das Cascada ist Hotelpartner der Schüür, des Kleintheaters und des Lucerne Festival. Zurzeit ist ein Prozess im Gange, um den Betrieb als Designhotel anzumelden.

Entsprechend verströmt das Bolero keine Beiz-Atmosphäre, sondern entspricht dem Standard des Vier-Sterne-Hotels. Doch abgehoben will man keinesfalls sein. Bewusst setze man nicht auf weisse Tischtücher, sagt Maurer, sondern wolle mit der modernen Einrichtung auch junge Gäste ansprechen. So hängen zum Beispiel Schiefertafeln an den Wänden, auf denen die Weinregionen Spaniens oder der Herstellungsprozess von Gin aufgezeichnet sind – was genauso gut in eine hippe Neustadt-Bar passen würde. «Aber natürlich freuen wir uns aber auch über 80-jährige Gäste», sagt Maurer und lacht.

Die Lounge im vorderen Teil des Lokals, das sich auf spanische Küche spezialisiert hat. (Bild: jal)

Die Lounge im vorderen Teil des Lokals, das sich auf spanische Küche spezialisiert hat. (Bild: jal)

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