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Zwei Luzerner ÖV-Linien sind gefährdet
  • Wirtschaft
Keine ÖV-Verbindung in Zug und Luzern ist kostendeckend.

Relativ gute Auslastung in Luzern und Zug Zwei Luzerner ÖV-Linien sind gefährdet

3 min Lesezeit 17.02.2020, 17:45 Uhr

Ausser dem Tellbus ist keine ÖV-Verbindung in den Kantonen Zug und Luzern kostendeckend. Zwei Buslinien droht sogar das Aus. Dennoch sind die Buslinien in den beiden Kantonen im landesweiten Durchschnitt relativ wirtschaftlich unterwegs.

Wie kostendeckend sind die Verbindungen des öffentlichen Verkehrs in unserem Land? Dieser Frage gingen die Tamedia-Zeitungen nach. Dafür haben sie die Daten zu 1422 Linien im ganzen Land erhalten und ausgewertet. Fazit: Landesweit sind gerade einmal 18 Verbindungen selbsttragend. Bei allen anderen springt die Steuerzahlerin in die Bresche.

In den Kantonen Luzern und Zug ist dies bei sämtlichen Linien der Fall – mit Ausnahme des Tellbus von Luzern nach Altdorf, der mit 115 Prozent sogar in der Gewinnzone liegt. Bei den Linien, die Gewinn abwerfen oder nahe bei 100 Prozent liegen, handelt es sich hauptsächlich um Nachtverbindungen, die dank des Zuschlages auf einen besonders hohen Kostendeckungsgrad kommen, oder um stark nachgefragte Strecken in Ballungsräumen und Agglomerationen. Schweizweit beträgt der Kostendeckungsgrad rund 40 Prozent.

Zwei Wackelkandidaten im Kanton Luzern

Wie weit eine ÖV-Verbindung kostendeckend ist, ist von erheblicher Bedeutung. Denn fällt der Selbstdeckungsgrad unter einen festgelegten Wert, zahlt der Bund nichts mehr an deren Betrieb und die Kantone müssen einspringen. Dazu schreibt das Bundesamt für Verkehr (BAV): «Für die Grunderschliessung sehr ländlicher Regionen liegt die minimale Wirtschaftlichkeit bei einem Kostendeckungsgrad von 10 Prozent, für die Angebote in Agglomerationen und Ballungsräumen bei 20 Prozent.» Das BAV ist für die Berechung der Wirtschaftlichkeit zuständig und entscheidet somit, welche Linien vom Bund bezahlt werden.

Kritisch ist die Situation aktuell für die Buslinie 60 der Rottal Auto AG (Arag) von Buttisholz nach Rothenburg (14,3 Prozent) oder die Linie 5 der Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB) von Hochdorf über Römerswil nach Beromünster (19,6 Prozent). Diese Verbindungen werden vom Bund momentan genauer betrachtet, da sie eine «minimale Wirtschaftlichkeit» aufweisen. Landesweit sind derzeit 33 Verbindungen gefährdet. Gut die Hälfte davon verbinden Destinationen in der Westschweiz.

Dazu schreibt das BAV: «Bei den Linien, die einen Kostendeckungsgrad unter 10 Prozent ausweisen, wird bis Ende 2021 geprüft, wie die Rentabilität erhöht beziehungsweise, ob das Angebot angepasst werden könnte.» Eine höhere Wirtschaftlichkeit könne durch die Streichung von Kursen oder eine zeitliche Anpassung der einzelnen Fahrten erreicht werden. «Werden die Zielwerte auch so nicht erreicht, so müssen die Angebote von den Kantonen alleine finanziert werden», so das BAV.

Zug und Luzern über dem Schweizer Durchschnitt

Wirft man einen Blick auf alle Verbindungen in den Kantonen Luzern und Zug, zeigt sich folgendes Bild: Der durchschnittliche Kostendeckungsgrad liegt bei rund 45 Prozent und damit komfortabel über der kritischen Grenze von 20 Prozent. Damit sind die Luzerner und Zuger ÖV-Linien über den Daumen gepeilt etwas wirtschaftlicher zu betreiben als Verbindungen in anderen Landesteilen. Dass in unserer Region weitere Verbindungen infrage gestellt werden, zeichnet sich Stand heute also nicht ab.

Am kosteneffizientesten war 2018 im Kanton Luzern die VBL-Linie 1 von Kriens nach Ebikon mit 77 Prozent Eigenfinanzierung. Im Kanton Zug schwingt die Verbindung von Zug nach Oberägeri mit 58,1 Prozent obenaus.

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