Jetzt Community-Mitglied werden und profitieren!

Zur Rolle von zentral+ im «Zuger Sexskandal»

2 min Lesezeit 3 Kommentare 08.01.2015, 17:27 Uhr

Seit Wochen beschäftigt der «Fall Spiess-Hegglin / Hürlimann» die Schweizer Öffentlichkeit. Nachdem zentral+ die ungeklärten Vorfälle an der Landammannfeier als erstes Medium publizierte, wird nun auch unsere Rolle hinterfragt. Aus welcher Quelle stammen unsere Informationen und weshalb publizierten wir den Fall? Wie in der Berichterstattung über den Fall selber scheint auch hier die Suche nach der Wahrheit den plumpen Thesen, unbelegten Aussagen und der blühenden Phantasie einzelner Autoren Platz gemacht zu haben.

Dabei beleuchtete die ursprünglich von zentral+ veröffentlichte Meldung keineswegs ein knackiges Abenteuer zweier Kantonsräte, wie es derzeit dargestellt wird. Vielmehr berichteten wir vom Verdacht eines Sexualdeliktes gegen eine Zuger Politikerin am Rande der Landamman-Feier. Selbstverständlich anonym, ohne Nennung von Namen oder Funktion der Betroffenen. Für die privaten Details war tags darauf der «Blick» besorgt. Aufgrund der publizierten Informationen ist davon auszugehen, dass das Boulevardblatt von derselben Quelle bedient wurde. Und aus einem möglichen Kriminalfall den «Zuger Sexskandal» machte.

Als die Informationen an uns herangetragen wurden, musste auch zentral+ sich der Frage stellen, wie damit umzugehen ist. Aus unserer Sicht ist das öffentliche Interesse gegeben, wenn eine Kantonsrätin am Rande eines wichtigen politischen Ereignisses mutmasslich mit K.o.-Tropfen schachmatt gesetzt wird und die Behörden in einem Sexualdelikt ermitteln. Das öffentliche Interesse erklärten wir im Zuge unserer Recherchen auch einer verzweifelten Jolanda Spiess-Hegglin, die uns inständig um Verzicht auf die Berichterstattung bat.

Wenn nun von regionalen oder nationalen Zeitungen direkt oder indirekt postuliert wird, die Geschichte sei uns durch die Zuger Kantonsrätin weitergegeben worden, so bedienen wir uns für einmal eines starken Begriffes: Bullshit. Diese These stimmt genausowenig, wie die Behauptung der «Weltwoche», dass zentral+ sich als «Gesinnungs- und Parteigenossen» von Jolanda Spiess-Hegglin verstehe. Dass man auf der Suche nach der Quelle der Geschichte mit solchen Pauschalisierungen operiert, zeigt nur den verzweifelten Versuch des SVP-Wochenblattes, in dieser unschönen Geschichte auch noch eine Rolle zu finden. Und sei es nur jene des Kolporteurs haltloser Verschwörungstheorien.

Fragt man uns hingegen, ob wir die Geschichte vor diesem Hintergrund noch einmal publizieren würden, bleibt uns nur eine Antwort: Ja. Und zwar in der Art und Weise, wie es sich für zentral+ gehört. Ohne private Details und wilde Spekulationen, sondern mit Einordnung und nach Konsultation der Beteiligten. Und wenn es sein muss auch gegen ihren Widerstand, komme der nun von links oder rechts.

War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

In diesen Artikel haben wir viel Zeit investiert. Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

3 Kommentare
  1. Martin Bucher, 09.01.2015, 22:44 Uhr

    Das ist tatsächlich der Fall – mein Safari ist schon ziemlich alt. Danke für den Hinweis!
    Freundlicher Gruss
    Martin Bucher

  2. Redaktion Christian Hug, 08.01.2015, 21:31 Uhr

    Sehr geehrter Herr Bucher

    Ich kann Sie beruhigen: Es gibt bis dato keine superprovisorische Verfügungen gegen zentral+.
    Wenn eine sehr alte Version des Safari Browsers vewendet wird, kann es jedoch in einigen Fällen zu den oben erwähnten, “weissen” Seiten kommen. Unsere Technik arbeitet daran, in diesen Fällen einen Hinweis aufzuschalten. Wir empfehlen jedoch in jedem Fall ein Update des Browsers, dies nicht zuletzt auch aus Sicherheitsgründen. Danach sollten Sie die Artikel lesen können.

  3. Martin Bucher, 08.01.2015, 21:22 Uhr

    Seit Tagen frage ich mich, wieso die Artikel zum so genannten Zuger Sex-Skandal, der für mich nicht zuletzt auch ein Medienskandal (Neue Zuger Zeitung, Blick usw.) ist, kaum zwei Sekunden auf der Website von Zentral+ lesbar sind? Danach verschwinden sie und es bleibt nur eine leere, weisse Seite…

    Dies betrifft auch folgende, oben unter «Verwandte Artikel» aufgeführten Informationen:
    – Fall Spiess-Hegglin / Hürlimann Parteien wollen keine voreiligen Schlüsse ziehen
    – Fall Spiess-Hegglin Nun kann sich auch Hürlimann nicht mehr erinnern
    – Fall Spiess-Hegglin / Hürlimann Hat das Spital zu spät reagiert?
    – Sex-Affäre in Zug Vom potenziellen Opfer zur Täterin gestempelt

    Da ich die anderen Artikel problemlos abrufen kann, sehe ich zwei mögliche Gründe: 1.) Die Artikel wurden per superprovisorischer Verfügung eines Gerichtes gesperrt, oder 2.) die Artikel auf der Website von Zentral+ werden von aussen, d.h. von Hackern unsichtbar gemacht.

    Ich würde es begrüssen, wenn Zentral+ dazu Stellung nehmen könnte. Besten Dank im Voraus!