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Zum Schlagabtausch in die Arena
  • Politik
Falco Meyer und Andrea Müller leiteten das Gespräch.

zentral+ im Gespräch mit den Stadtratskandidaten Zum Schlagabtausch in die Arena

3 min Lesezeit 13.09.2014, 14:27 Uhr

Wozu ist die Arena auf dem Landsgemeindeplatz besser geeignet als für einen Kampf? Der Schlagabtausch erfolgte heute Samstag jedoch nicht mit Fäusten, sondern mit Worten.  zentral+  lud alle neuen Zuger Stadtratskandidaten zur Podiumsdiskussion ein.

An diesem Samstag ist der Markt nicht nur fürs Gemüse da, sondern auch für die politische Debatte: Vier neue Stadtratskandidaten stellen sich den Fragen zu den kommenden Wahlen, auf den Rängen  lauschen zahlreiche Politikinteressierte den Argumentationen. Manche in Krawatte und Anzug, andere mit Arafat-Schal und Sandalen. Auch Stadtpräsident Dolfi Müller lauscht der Diskussion gespannt.

Die Frage, die heute gross geschrieben wird, lautet: «Soll der Zuger Stadtrat bürgerlich werden?» Michèle Kottelat von den Grünliberalen, Jolanda Spiess-Hegglin von den Alternativen – die Grünen, Jürg Messmer von der SVP und SP-Kandidat Urs Bertschi lassen dabei nichts anbrennen, um ihre Ansichten zu vertreten. CVP-Kandidat Urs Raschle und Stefan Moos von der FDP sind als einzige nur zweidimensional per Videostatements zu sehen. zentral+ nutzte den Markttag, um die neuen Kandidaten dem Publikum vorzustellen.

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Und die brauchen keine Ermutigung: Die Diskussion zwischen den Parteivertretern wird bereits nach wenigen Minuten hitzig. Kottelat und Messmer sind beide der Ansicht, dass Zug einen bürgerlichen Stadtrat braucht, um die Interessen der Bevölkerung zu vertreten. Kottelat betont jedoch: «Trotzdem lassen wir uns nicht von der Bürgerinitiative BS14! finanzieren. Das wäre nicht GLP-Manier.» Auch Messmers Botschaft ist klar: «Die Linke ist klar übervertreten im Stadtrat. Ich bin überzeugt, dass wir die Finanzen mit einem bürgerlichen Stadtrat besser im Griff hätten.» Klar gegen einen bürgerlichen Stadtrat äussert sich Spiess-Hegglin, die sich vehement für eine ausgeglichene Vertretung von links und rechts einsetzt. Für SP-Vertreter Urs Bertschi ist die Frage nach der politischen Ausrichtung des Stadtrats weniger zentral. «Es ist doch egal, ob der Stadtrat links oder rechts ist. Wichtig ist, dass wir gute Stadträte haben. Etwas anderes kann sich Zug gar nicht leisten.»

Stadttunnel, Rohstoffe und Finanzen

Die Kandidaten reden über ihre Ansichten zu den Finanzen, zur Wohnungssituation und zum Stadttunnel. Fast alle Kandidaten äussern sich positiv zu Letzterem, nur Spiess-Hegglin ist vehement gegen den kostspieligen Bau.

Spannende Diskussionen entflammen. Die Kandidaten geben einander Saures und auch zwischen Kandidaten und Zuschauern wird diskutiert. Einige Jungparteien sind bei der Diskussion dabei. Auch sie werfen Fragen in die Runde. Besonders das Thema Rohstoffkonzerne scheint sowohl die Vertreter der jungen SVP als auch der jungen Grünen zu beschäftigen. 

Politik im Nieselregen 

Selbst das Thema der Geschlechterverteilung wird gestreift. Spiess-Hegglin sagt dazu: «Für mich ist sonnenklar, dass der Anteil der Frauen im Stadtrat 50 Prozent betragen muss. Frauen können andere Perspektiven einbringen.» Dass die Umsetzung dieses Wunsches bei fünf Stadträten schwierig sei, fügt Spiess-Hegglin gleich selber an.

Den Beteiligten scheint die Debatte Spass zu machen und auch die Zuschauer lassen sich durch den leichten Nieselregen nicht vergraulen. SVP-Gemeinderat und Kantonsrat Philipp C. Brunner äussert sich zum Ende der Debatte aus den Zuschauerrängen heraus: «Genau solche Debatten brauchen wir, damit Demokratie lebendig bleibt.» Dafür erntet er grossen Beifall.

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