Zugs Verkehrsnetz soll ein 132-Millionen-Franken-Facelift erhalten
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Der Kanton Zug will, mit Hilfe des Bundes, das Verkehrsnetz verbessern. (Bild: zvg)

Verkehr: Zuger können ihre Zukunft mitgestalten Zugs Verkehrsnetz soll ein 132-Millionen-Franken-Facelift erhalten

3 min Lesezeit 20.08.2020, 05:00 Uhr

Die Zuger Gemeinden sind in den vergangenen 40 Jahren massiv gewachsen. Alle Zuger sind eingeladen, Ideen zu liefern, wie das damit verbundene Verkehrsaufkommen bewältigt werden soll. Wie das funktioniert und alles, was du sonst noch darüber wissen musst, erfährst du hier.

Der Kanton Zug erarbeitet derzeit zusammen mit den Einwohnergemeinden das neue Agglomerationsprogramm Zug. Es ist die «4. Generation» des Programms.

1. Was, bitteschön, ist ein Agglomerationsprogramm?

Die Agglomerationsprogramme sind ein wesentlicher Bestandteil der schweizerischen Raumentwicklungspolitik. Initiiert wurden sie Anfang der Nullerjahre vom Bund.

Anstoss für das Programm war die Erkenntnis, dass das steigende Verkehrsaufkommen in den Agglomerationen nur bewältigt werden kann, wenn der Bund die Verkehrsvorhaben der Kantone und Gemeinden mitfinanziert.

Wie stark Zugs Agglomerationen gewachsen sind, lässt sich anhand der Luftaufnahmen des Bundesamtes für Landestopografie Swisstopo besonders eindrücklich illustrieren. Hier etwa ein Vergleich von Rotkreuz zwischen den Jahren 1983 und 2018. Die Gegend ist, in vielerlei Hinsicht, kaum wiederzuerkennen:

2. Was soll im Kanton Zug umgesetzt werden

Der Kanton hat eine Reihe von «Massnahmenpaketen» zusammengestellt. Ein Grossprojekt ist nicht dabei, dafür sind diverse kleinere Massnahmen in verschiedenen Bereichen vorgesehen. Hier eine Auswahl:

  • Öffentlicher Verkehr: Verbesserung von Haltestellen; Prüfung von Busspuren und Lichtsignalsteuerung; Buserschliessung Steinhausen Nord und Ost; Haltestelle Baar Sennweid; (Total 10 Massnahmen).
  • Kapazität Strassen: Verbindung Zugerstrasse–Kirchmattstrasse, Steinhausen; Studie zur Kapazitätssteigerung Chamer- und Nordstrasse; Halbanschluss Rotkreuz Süd (A4) mit ergänzenden Massnahmen; Strassenverbindung Altgasse-Weststrasse, Baar; (Total 7 Massnahmen).
  • Fuss- und Veloverkehr: Quartierverbindung Guthirt Bahnhof Zug; Verbindung Seeweg Unterägeri–Oberägeri; Lückenschluss Fuss- und Velonetz, Steinhausen; (Total 6 Massnahmen).
  • Aufwertung Strassenraum: Aufwertung Strassenräume Dorfzentrum, Oberägeri; Aufwertung Dorf-/Rathausstrasse, Baar; (Total 5 Massnahmen).
  • Verkehrsmanagement: Leitfaden für Parkierungsreglemente der Gemeinden im Kanton Zug; Verkehrsspitzen glätten (Fokus auf Schulverkehr im ÖV); (Total 4 Massnahmen).
  • Verkehrssicherheit: Ein Konzept zur Behebung der Unfallschwerpunkte soll erarbeitet werden. Das Konzept sieht vor, laufende Sicherheitsanalysen vorzunehmen und ist die Basis für die Sanierung einzelner Netzelemente.

Der Bericht zum Programmentwurf mit allen bisher vorgesehenen Massnahmen kann auf der Webseite des Kantons eingesehen und heruntergeladen werden.

Und so hat sich Steinhausen zwischen 1983 und 2018 entwickelt:

3. Was soll das alles kosten (und wer bezahlt)?

Der Kanton rechnet mit Kosten von insgesamt 132 Millionen Franken. Im Rahmen der Agglomerationsprogramme beteiligt sich der Bund mit 30 bis 50 Prozent an den Kosten. Die bisherigen Zuger Agglomerationsprogramme erhielten vom Bund finanzielle Beteiligungen von 35 bis 40 Prozent zugesprochen.

4. Bis wann soll das umgesetzt werden?

Diese Projekte sollen im Bauzeithorizont 2024 bis 2027 umgesetzt werden. Dazu muss Zug sein Programm bis am 15. Juni 2021 beim Bund zur Prüfung einreichen. Gemäss Baudirektion will man das Zuger Programm bereits Anfang 2021 einreichen.

5. Wie kann ich mich einbringen?

Die Bevölkerung ist explizit eingeladen, ihre Vorschläge und Anregungen zum Entwurf des «Agglomerationsprogramms Zug 4. Generation» einzubringen. Die öffentliche Mitwirkung dauert noch bis Montag, 28. September 2020.

Der Bericht ist auf der Homepage des Amts für Raum und Verkehr ersichtlich. Er kann zudem während den Bürozeiten beim Amt für Raum und Verkehr, Aabachstrasse 5, 3. Stock, 6300 Zug eingesehen werden.

6. Was für Anregungen erhofft man sich von der Bevölkerung?

«Die Mitwirkung der Öffentlichkeit ist sehr wichtig. Dies, weil bei diesem Prozess zuweilen spannende Gedanken und Ideen der Bevölkerung einfliessen können», sagt Baudirektor Florian Weber auf Anfrage. Es geht also auch um Ideen, die vielleicht zwischen Stuhl und Bank fielen oder praktische Massnahmen, an die noch gar nicht gedacht wurde.

«Die Mitwirkung der Öffentlichkeit ist sehr wichtig. Dies, weil bei diesem Prozess zuweilen spannende Gedanken und Ideen der Bevölkerung einfliessen können.»

Florian Weber, Baudirektor

7. Was sind Beispiele für Projekte, die durch dieses Programm realisiert wurden?

Projekte, die von der Unterstützung des Bundes profitiert haben, sind beispielsweise die Nordzufahrt Zug, das Bustrassee Steinhausen-Sumpf, die S-Bahn-Haltestelle Steinhausen-Rigiblick und einige Ausbauten von Fuss- und Velowegen.

8. Können wir bitte, bitte noch eine dieser Zeitreisen-Scheibenwischer sehen?

Voilà, ein Blick auf die Stadt Zug, wo sich – vor allem westlich der Gleise – seit 1983 einiges getan hat:

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