Zugs Lino Martschini über Rückkehr ins Topskorerdress: «Das tut gut»
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Seine produktive Flaute ist vorbei: Zauberzwerg Lino Martschini zieht sich am Donnerstag im dritten Halbfinal gegen Rapperswil-Jona erstmals wieder das Ehrengewand des Zuger Topskorers über. (Bild: Urs Lindt/freshfocus)

Beim ersten Matchpuck gegen Rapperswi-Jona Zugs Lino Martschini über Rückkehr ins Topskorerdress: «Das tut gut»

4 min Lesezeit 28.04.2021, 18:30 Uhr

Ein Tor und ein Assist beim zweiten Sieg im zweiten Halbfinalspiel gegen die Rapperswil-Jona Lakers haben Lino Martschini an die Spitze der Skorerliste im EV Zug gehievt. Zum ersten Mal seit zwei Jahren. Für den 28-jährigen Stürmer ist das eine Genugtuung – nach einer für ihn schwierigen Zeit.

«Carl hat einen grösseren Kopf als ich. Und einen längeren Oberkörper», sagt der 1,68 Meter grosse Zauberzwerg am Morgen nach dem 4:2-Sieg in Rapperswil mit einem Grinsen. Der EV Zug kann an diesem Donnerstag seine Qualifikation für den zweiten aufeinanderfolgenden Playoff-Final nach 2019 klarmachen, sofern er den ersten von drei Matchpucks nutzt.

Am Tag dieses Spiels muss Lino Martschini noch ein paar Anpassungen an seinem Outfit vornehmen. Zum ersten Mal seit den Tagen der letzten Finalniederlage gegen den SC Bern, den die Zuger heuer in den Viertelfinals aus dem Titelkampf geworfen haben, wird er nicht mehr sein Dress mit der Nummer 46 überstreifen.

Sondern das Ehrengewand des Topskorers, das beim EVZ zuletzt Carl Klingberg gebührte. Lino Martschini muss also Anpassungen am Helm vornehmen. Und das Dress bedarf etwas weniger Stoff. Ein Aufwand, den der gebürtige Luzerner – erst recht nach seinen Erfahrungen in den letzten Monaten – noch so gerne auf sich nimmt.

Aktuell die Nummer 2 der Liga

«Es ist wirklich schön, dass es mir gerade in der wichtigsten Phase der Meisterschaft wieder anhängt», sagt Lino Martschini. «Das tut gut.»

Auf vier Tore und vier Assists hat es der begnadete Goalgetter in den bisherigen acht Playoff-Spielen gebracht. Damit ist er aktuell die Nummer 2 der Liga hinter dem Genfer Verteidigungsminister Henrik Tömmernes (4 Tore und 6 Assists in 7 Playoff-Spielen). Und wegen der höheren Anzahl Tore der teamintern beste Skorer vor Jan Kovar (1 Tor/7 Assists) und Santeri Alatalo (kein Tor/8 Assists).

Im Playoff-Final 2019 zuletzt im Topskorerdress der Zuger: Lino Martschini (vorne). (Bild: Felix Klaus/EVZ)

Es ist ein beachtlicher Steigerungslauf, den Lino Martschini in dieser Saison hingelegt hat. Wenn man bedenkt, dass er erst im 13. Saisonspiel seinen ersten Assist (beim 5:4 n. V. in Rapperswil) und im darauffolgenden sein erstes Tor (das 2:1 zum späteren 4:1 gegen Lausanne) buchte, sind sieben Tore und 27 Assists bei total 49 Einsätzen zum Abschluss der Qualifikation nun wahrlich nicht von schlechten Eltern.

Viel analysiert, um wieder aufs gewohnte Level zu kommen

Die für seine gewöhnlich hohe Produktivität erst recht ungewöhnlich lange Durststrecke zu Beginn der Saison war einem operativen Eingriff an den Adduktoren im Juni letzten Jahres geschuldet. Lino Martschini fand den Tritt nicht sogleich wieder, auch den Rhythmus nicht.

Er musste sich einige Male vor die Medienschaffenden hinstellen und erklären, warum das so ist (zentralplus berichtete). «Ich habe mich in dieser nicht immer einfachen Zeit oft gefragt, was ich machen muss, um die Dinge zu drehen. Wir haben viel analysiert, damit ich wieder auf das Level komme, das ich spielen möchte», erzählt er.

«Diese Serie werte ich als gutes Omen. Letztlich bin ich einfach nur froh, dass ich dem Team helfen kann und es mir gut läuft.»

EVZ-Stürmer Lino Martschini

Jetzt gehört der Zauberzwerg gar zur gefährlichsten Sturmreihe des Ligadominators in diesen Halbfinals. Nick Shore, Justin Abdelkader und Lino Martschini zeichneten sich für sechs der bisher zehn EVZ-Tore verantwortlich. «Es ist schön, dass wir ein Zeichen setzen konnten. Bei uns können aber alle Linien den Unterschied ausmachen. Das hat uns in dieser Saison so unberechenbar gemacht», sagt er.

Bevor er betont: «Unsere erste Linie mit Jan Kovar, Dario Simion und Grégory Hofmann verdient aber das grösste Lob. Ihre Performance hat uns durch die Saison getragen.»

Jubeln mit Churchills Siegeszeichen?

Aber in diesen Tagen und Wochen ist er das Glückskind der Zuger. Wenn Lino Martschini trifft, gewinnt ausnahmslos der EV Zug. Und darüber hinaus zwei weitere Male, wenn Lino Martschini gar nicht getroffen hat.

Eigentlich könnte er von nun an bei jedem seiner weiteren Treffer den Zeig- und Mittelfinger zum Victoryzeichen formen, das Englands Premier Winston Churchill 1941 während des Zweiten Weltkriegs ins Leben rief. Lino Martschini bemerkt schmunzelnd: «Diese Serie werte ich als gutes Omen. Letztlich bin ich einfach nur froh, dass ich dem Team helfen kann und es mir gut läuft.»

Glücksbringer Lino Martschini im Zuger Topskorerdress: Es gibt wohl kaum einen EVZ-Anhänger, der unter diesen Voraussetzungen einen Einwand dagegen formulieren könnte.

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