Zuger Zahnarzt wird das Handwerk gelegt
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Einem Zuger Zahnarzt wurde wegen langjähriger Behandlungsfehler die Berufsbewilligung entzogen. (Bild: flickr)

Kanton entzieht Mediziner die Berufsbewilligung Zuger Zahnarzt wird das Handwerk gelegt

2 min Lesezeit 11.08.2017, 23:47 Uhr

Nun hat das Leiden ein Ende. Zahlreiche Patienten beklagten sich in den letzten Jahren über den Zahnarzt im Zuger Bahnhof – wegen Pfuschs, Schmerzen, falscher Behandlung. Nun hat die Zuger Gesundheitsdirektion die Konsequenzen gezogen. Der Arzt darf im Kanton nicht mehr praktizieren.

Jeder in Zug hat seine Praxis gekannt – die Zahnarztpraxis von Tankred Warnke im Zuger Bahnhof. Dies nicht so sehr, weil so viele bei ihm Patient waren. Nein, weil er seit Jahren auf der ersten Seite des öffentlichen Zuger Telefonbuchs Werbung machte. Vor allem damit, an 365 Tagen im Jahr geöffnet zu haben.

So landete bei ihm so mancher mit akuten Zahnschmerzen in der Praxis. In bestem Vertrauen auf eine gute Behandlung. Kein Wunder. Schon alleine die Länge seines medizinischen Titels – Dr. med. et Dr. med. dent. – war so respekteinflössend, dass Patienten keine Zweifel hegten.

Doch anstatt die Schmerzen nachliessen, hatten Patienten des Zahnzentrums (das früher übrigens Zahnklinik hiess und von Warnke wegen zunehmender Reklamationen schliesslich umbenannt worden war) nach der Behandlung oft noch viel mehr Schmerzen.

Denn immer wieder klagten Patienten über Behandlungsfehler. Einer reklamierte etwa über einen Zahnersatz, der ihm im Zahnzentrum eingesetzt wurde und nicht passte. Später wurde ihm dieser von einem anderen Zahnarzt wieder herausgenommen: Das Zahnfleisch sei wegen Verunreinigungen entzündet gewesen.

Zahnzentrum war «Spitzenreiter» bei Fehlbehandlungen

Auch der Leiter der zahnärztlichen Schlichtungsstelle in Zug und Zahnarztin in Unterägeri, Rolf Treichler, hatte 2012 in einem Interview bestätigt: «Was Beschwerden über zahnärztliche Fehlbehandlungen angeht, ist das Zahnzentrum Spitzenreiter.» Tankred Warnke hatte sich, angesprochen auf die ihm vorgeworfenen Behandlungsfehler, immer wieder herausgeredet und dementiert, dass es sich um Pfusch handle.

Die Zuger Gesundheitsdirektion hatte Warnke aber seit Jahren wegen der vielen Patientenreklamationen und Kritik in der Öffentlichkeit im Visier. Ein Strafanzeige war gegen ihn eingereicht worden.

Nun hat der Kanton bekanntgegeben, dass Warnke nicht mehr Arzt sein darf im Kanton Zug. Wörtlich ist jüngst im Amtsblatt zu lesen: «Dr.med. et Dr. med. dent. Tankred Roderik Warnke wurden die Berufsausübungsbewilligungen als Arzt und Zahnarzt im Kanton Zug per 13. August 2016 (!) entzogen.»

Viele Patienten werden aufatmen. Die Geschichte des Leidens hat ein Ende.

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