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Zuger wird von Internet-Liebe ausgenommen
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Der Mann schenkte seiner «Internetliebe» sein Herz – und 70'000 Franken. (Symbolbild) (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Flirterei kostet Mann 70'000 Franken Zuger wird von Internet-Liebe ausgenommen

3 min Lesezeit 02.09.2020, 16:22 Uhr

Ein Zuger war blind vor Liebe – und heute deswegen 70’000 Franken ärmer. Der Mann fiel auf einen «Romance Scam» rein. Nun warnt die Zuger Polizei vor dieser Betrugsmasche.

Es hätte so schön sein können. Ein 54-jähriger Mann lerne vor mehr als zwei Jahren auf Facebook eine Frau kennen und liess sich auf eine Internet-Beziehung ein. Die Frau wickelte den Verliebten über einen längeren Zeitraum um den Finger.

Sie baute Vertrauen zu ihm auf und brachte ihn schliesslich mit Geschichten dazu, ihr zwischen März 2018 und August 2020, immer wieder Geld auf ein Bankkonto in Frankreich zu überweisen. Das Opfer wurde von seiner Internet-Bekanntschaft auf diese Art und Weise um insgesamt rund 70’000 Franken betrogen.

Vorsicht vor «Romance Scam»

Weil solche Fälle keine Seltenheit sind und gerade leichtgläubige Personen in die Falle tappen könnten, hat die Zuger Polizei nun einen «Verhaltenskodex» erstellt. Bei der Betrugsmasche «Romance Scam» wird dem Opfer die grosse Liebe vorgespielt. Ihre Opfer suchen sich die Täter auf Dating-Seiten, Internet-Singlebörsen oder in anderen sozialen Netzwerken aus. Während die Opfer von der Liebe geblendet sind, wollen die Betrüger nur eines: ihr Geld.

Das Opfer wird per E-Mail oder über soziale Medien kontaktiert – angeblich von einem gutaussehenden Mann oder einer attraktiven Frau. Die Betrüger senden täglich charmante Botschaften, machen Komplimente, telefonieren mit dem Opfer (via Skype) und umgarnen sie mit allen möglichen Versprechen. Dies geht von der Verabredung bis hin zu einem Heiratsversprechen.

Nachdem sie sich das Vertrauen erschlichen haben, bitten sie ihr Opfer unter einem Vorwand um Geld. Bei der Begründung sind die Betrüger nie um eine Idee verlegen. Sie benötigen das Geld beispielsweise für einen neuen Reisepass, für die Pflege eines kranken Verwandten, wegen eines Unfalls von einem Familienmitglied, um eine neue Firma zu gründen oder für einen neuen Internetanschluss.

Wie kann man einen «Romance Scam» erkennen?

  • Nehmen Sie auf Facebook oder anderen Plattformen niemals Freundschaftsanfragen von Menschen an, die Sie nicht aus dem realen Leben kennen.
  • Werden Sie misstrauisch, wenn das Gegenüber noch vor dem ersten Treffen von der grossen Liebe spricht.
  • Brechen Sie den Kontakt immer sofort ab, wenn Geld von Ihnen gefordert wird.
  • Fragen Sie sich, wie realistisch es ist, dass ein gut situierter, attraktiver Mensch aus einem fernen Land ohne irgendeinen Bezug zu Ihrem Leben plötzlich eine Fernbeziehung mit Ihnen beginnen möchte.
  • Überprüfen Sie (beispielsweise mit der Bildsuche-Funktion von Google), ob das Foto Ihres Gegenübers auch anderswo auftaucht. Wenn Sie dasselbe Foto, aber mit einem anderen Namen auf anderen Webseiten finden, dann handelt es sich zweifellos um einen Betrug
  • Verschicken Sie niemals heikle oder intime Bilder von sich, die Sie nicht auch selbst veröffentlichen würden

Was tun, wenn Sie bereits auf einen «Romance Scam» hereingefallen sind?

  • Schicken Sie kein weiteres Geld bzw. keine anderen Güter
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Machen Sie sich keine Vorwürfe, wenn Sie reingefallen sind: Denken Sie daran, dass die Polizei keine menschlichen Schwächen ahndet, sondern nach Kriminellen fahndet. Ihre Anzeige kann helfen, andere potenzielle Opfer vor den Tätern zu schützen
  • Brechen Sie den Kontakt sofort und vollständig ab, blockieren Sie den Betrüger oder die Betrügerin auf allen Kanälen
  • Reagieren Sie nicht, wenn Sie von weiteren vermeintlichen Unterstützern (z.B. «Interpol», einer «ausländischen Polizeibehörde», «Opferanwälten» usw.) kontaktiert werden

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