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Zuger Verwaltung nistet sich im alten Kantonsspital ein
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Das Personalhaus des ehemaligen Kantonsspitals in Zug. (Bild: lef )

Kantonale Behörde belegt Personalhaus Zuger Verwaltung nistet sich im alten Kantonsspital ein

3 min Lesezeit 28.12.2018, 09:33 Uhr

Während das alte Kantonsspital darauf wartet, aufgemöbelt zu werden, passiert in den ehemaligen Spitalräumen einiges. Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt hat sich auch  ein Teil der kantonalen Verwaltung auf dem Areal niedergelassen. Nun wird befürchtet, dass der Neubau wegen der Zwischennutzung im Spital weiter verzögert wird. 

Seit das Zuger Kantonsspital 2008 seinen Neubau in Baar bezogen hat, wird das Areal des alten Kantonsspitals an der Artherstrasse in Zug zwischengenutzt. Aktuell befinden sich dort eine Asylunterkunft und Vereine wie das Tüftellabor Einstein oder der Serbische Kulturklub Zug (zentralplus berichtete). Kaum bekannt ist hingegen, dass auch Teile der kantonalen Verwaltung an der Toplage Gefallen gefunden haben.

Kantonale Verwaltung schlägt seine Zelte auf

Denn im ehemaligen Personalhaus des Spitals finden sich Büros verschiedener kantonaler Direktionen wieder. Dass sich diese an bester Lage nahe des Seeufers einnisten, lässt Fragen aufkommen: Wann und warum fand der Einzug der Verwaltung in das alte Kantonsspital statt und wurde dieser auch öffentlich kommuniziert?

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«Wir verfolgen die Strategie ‹Eigentum vor Miete›.»

Urs Hürlimann, Baudirektor Kanton Zug

Der Baudirektor Urs Hürlimann bestätigt: «Im ehemaligen Personalhaus sind ab 2011 Teile der Direktion für Bildung und Kultur sowie 2016 Teile der Direktion des Innern eingezogen.» Genauer gesagt, sei das Amt für gemeindliche Schulen mitsamt dem schulpsychologischen Dienst und das Amt für Kindes- und Erwachsenenschutz im Personalhaus untergebracht, so Hürlimann.

Das ehemalige Personalhaus an der Artherstrasse 25 in Zug.

Das ehemalige Personalhaus an der Artherstrasse 25 in Zug.

(Bild: lef)

Für den Umzug in das alte Kantonsspital gäbe es verschiedene Gründe, sagt der Zuger Regierungsrat. «Wir verfolgen die Strategie ‹Eigentum vor Miete›», so Hürlimann. Statt Bürofläche anzumieten, werde das kantonseigene Personalhaus für die Verwaltung genutzt. Beim schulpsychologischen Dienst wie auch beim Amt für Kindes- und Erwachsenenschutz hätte unter anderem der Bedarf an Arbeitsplätzen den Umzug ausgelöst, erklärt der abtretende Baudirektor.

«Umzüge innerhalb der kantonalen Verwaltung werden normalerweise nicht extern kommuniziert.»

Urs Hürlimann, Baudirektor Kanton Zug

Weiter sagt Urs Hürlimann: «Die zusätzlichen Arbeitsplätze haben sich aus den wachsenden Aufgabenbereichen der betreffenden Ämter ergeben.» Das Schulamt mit psychologischem Dienst verfüge über 37 Arbeitsplätze im ehemaligen Kantonsspital. Insgesamt belege die kantonale Verwaltung acht Stockwerke im Personalhaus, fügt der Baudirektor an.

Hätte der Umzug denn nicht kommuniziert werden müssen?

Da ziehen reihenweise Beamte der kantonalen Verwaltung in die begehrte Liegenschaft und kaum jemand weiss davon. Dazu meint Urs Hürlimann: «Umzüge innerhalb der kantonalen Verwaltung werden normalerweise nicht extern kommuniziert.» 

Der geplante Neubau für die Verwaltung und den Rettungsdienst.

Der geplante Neubau für die Verwaltung und den Rettungsdienst.

(Bild: zvg)

Das Personalhaus werde nur als befristeter Büroraum genutzt. «Nach dem Bezug des geplanten Neubaus für den Rettungsdienst und die Verwaltung wird das ehemalige Personalhaus wieder frei», sagt Urs Hürlimann. Die Fertigstellung des neuen Verwaltungsgebäudes an der Aa ist bis 2025 geplant, wie der Kantonsrat in diesem Jahr bekannt gab. Damit würde die Verwaltung einem rechtzeitigen Baubeginn auf dem Areal des ehemaligen Kantonsspitals nicht im Wege stehen.

Wo gehen all die Vereine und Asylbewerber hin?

Laut CVP-Fraktionschef Thomas Meierhans gäbe es aber dennoch Anlass zur Sorge. Auch wenn die dort ansässige Verwaltung den Baubeginn auf dem Areal des alten Kantonsspitals nicht verhindere, sieht Meierhans ein anderes Problem in der Übergangsnutzung.

«Ob all die Organisationen, Vereine und Asylbewerber wieder rechtzeitig andere Räume finden, bezweifle ich immer mehr.»

Thomas Meierhans, CVP-Fraktionschef im Zuger Kantonsrat

«Sicher ist es sinnvoll, solche Areale zwischenzunutzen, aber man schafft damit auch grosse Abhängigkeiten», sagt der CVP-Fraktionschef. Er meine damit Vereine und Asylbewerber, die vor längerem im ehemaligen Kantonsspital eingezogen sind. «Ob diese dann wieder rechtzeitig andere Räume finden, bezweifle ich immer mehr», sagt Thomas Meierhans. Er befürchtet, dass alles auf eine weitere Verschiebung des Baubeginns hinauslaufen wird.

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