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Zuger Verein Netzcourage steht in der Kritik
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Vorwürfe gegen Jolanda Spiess-Hegglins Verein «Netzcourage». (Bild: sib)

Sensible Daten aus Rechtsfällen weitergegeben Zuger Verein Netzcourage steht in der Kritik

2 min Lesezeit 09.07.2019, 11:12 Uhr

Ein Betroffener hat Anzeige gegen den Verein Netzcourage von Jolanda Spiess-Hegglin eingereicht. Der Vorwurf: Der Verein habe sensible Daten aus Rechtsfällen publik gemacht.

Mit ihrem Verein «Netzcourage» kämpft die Zugerin Jolanda Spiess-Heglin gegen Hatespeech und Diskriminierung im Netz. Nun werfen verschiedene Personen der Zugerin vor, dass sie Daten und Kontakte aus Rechtsfällen weitergegeben hat. Wie «20 Minuten» berichtet, wurden zahlreiche Personen von der Universität Zürich angeschrieben, um an einer Studie über Online-Kommentare teilzunehmen.

Die Kontaktinformationen und der Fakt, dass sie in ein Strafverfahren verwickelt waren, habe der Verein Netzcourage der Uni zur Verfügung gestellt, heisst es im Schreiben. Es handelt sich laut «20 Minuten» sowohl um Personen, die verurteilt worden sind, aber auch um solche, die einen aussergerichtlichen Vergleich mit Netzcourage abgeschlossen haben.

«Es ist unerhört, dass Jolanda Spiess-Hegglin meine Adresse sowie Daten zu meiner Verurteilung ohne meine Einwilligung an die Universität Zürich weitergibt», sagt ein Luzerner SVP-Mitglied gegenüber «20 Minuten». Damit die Daten bei der Uni gelöscht werden, müssen die Betroffenen selber aktiv werden. Deshalb hat der Betroffene seinerseits Strafanzeige gegen Jolanda Spiess-Hegglin eingereicht.

«Auch Hater haben grundsätzlich Anspruch auf Datenschutz», sagt Rechtsanwalt Martin Steiger zu «20 Minuten». Auch die Hochschule wird kritisiert: Laut dem Zürcher Datenschutzbeauftragte Bruno Baeriswyl hätte die Uni die Einwilligung der Betroffenen einholen müssen.

Spiess-Hegglin betont, beim Brief habe es sich um eine «direkte» und «vertrauliche» Anfrage gehandelt. Falls man Personen mit der Vorgehensweise, welche lediglich der Wissenschaft dienen sollte, verunsichert oder verärgert habe, bitte man diese betroffenen Personen um Entschuldigung.

Auch die Uni will das gewählte Vorgehen zur Gewinnung der Daten nochmals überprüfen.

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